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Schnarchen Nicht immer harmlos

Schnarchen ist bei Kindern nichts Ungewöhnliches. Viele Eltern finden es sogar niedlich, wenn ihr Kind vor sich hin knurrt. Aber Achtung! Regelmäßiges Schnarchen sollte man ernst nehmen und vom Arzt abklären lassen. Denn die nächtlichen Atembeschwerden können Folgen für die Entwicklung des Kindes haben.

Jedes zweite Kind betroffen

Mehr als die Hälfte aller Kinder zwischen ein und vier Jahren schnarcht

Mehr als die Hälfte aller Kinder zwischen ein und vier Jahren schnarcht gelegentlich, acht Prozent davon jede Nacht. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Zahl der Kinder an, die regelmäßig schnarchen: Von sechs Prozent bei den Einjährigen bis zu 13 Prozent der Vierjährigen. Kleine Jungen schnarchen dabei häufiger: 63 Prozent gegenüber 58 Prozent bei den Mädchen. Bei vielen Kindern ist Schnarchen eine vorübergehende Erscheinung - bei manchen nicht. Doch kleinen Schnarchern kann geholfen werden.

Ursachen

Ursache des nächtlichen "Sägens" kann die Blockade der oberen Atemwege sein, die durch eine vergrößerte Rachenmandel, besser bekannt als "Polypen", hervorgerufen wird. Aber auch vergrößerte Gaumenmandeln und Passivrauchen können Schnarchen bei Kindern fördern: Kinder, deren Eltern rauchen, sind überdurchschnittlich häufig betroffen. Wenn nur ein Elternteil in der Umgebung von Ein- bis Vierjährigen raucht, erhöht sich deren Risiko zu schnarchen bereits um 60 Prozent.

Folgen

Schnarchen beeinflusst die Leistungsfähigkeit der Kinder

Die nächtlichen Atembeschwerden wirken sich für Kinder oft nachteilig aus: Schnarchende Kinder leiden nachts doppelt so häufig unter chronischem Husten. Außerdem sind sie überdurchschnittlich von Erkältungskrankheiten und Ohrinfektionen betroffen. In seltenen Fällen kann die nächtliche Atmungsstörung kleinen Kindern sogar so viel Kraft beim Atmen abverlangen, dass es zu Entwicklungsverzögerungen kommt.

Schnarchen beeinflusst die Leistungsfähigkeit der Kinder. Kinder brauchen Energie, damit sie konzentriert am Unterricht teilnehmen können und die liefert tiefer, ruhiger Schlaf. Wird der Schlaf dagegen durch Schnarchen beeinträchtigt, so wirkt sich das negativ auf ihre Leistungen aus. Als Folge der verminderten Sauerstoffzufuhr im Gehirn können Verhaltensstörungen und schlechte Noten auftreten: Wie amerikanische und deutsche Studien belegen, ist der Anteil der Kinder mit schlechten Schulleistungen in der Gruppe der Schnarcher mit 30,6 Prozent fast doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe mit nur 16,3 Prozent. Auch Tagesmüdigkeit, Hypermobilität und Blässe, sind bei schnarchenden Kindern häufiger als bei Kindern, die nachts ruhig durchschlafen können.

Behandlung

Das Schnarchen lässt sich durch das Entfernen der Polypen behandeln. Sind die Gaumenmandeln ebenfalls stark vergrößert, so können sie mit Hilfe eines Lasers teilweise entfernt werden. Diese so genannte "Tonsillotomie" kann auch schon bei sehr kleinen Patienten, unter fünf Jahre, angewandt werden. Außerdem wird ein Teil des Mandelgewebes erhalten. Der Vorteil gegenüber der Totalentfernung der Gaumenmandeln: Das verbleibende Mandelgewebe behält seine Abwehrfunktion gegenüber Krankheitserregern und unterstützt so das Immunsystem des Kindes.

Aber nicht jedem kleinen Patienten kann mit einer Operation geholfen werden. Bei jedem vierten Kind kommt es auch nach der Operation zu weiteren Atemaussetzern. Ursache kann in solchen Fällen außer den anatomischen Hindernissen eine Funktionsstörung der oberen Atemmuskulatur sein, die im REM Schlaf zur Erschlaffung der oberen Atemwege führt.

Sollte Ihr Kind schnarchen, so sprechen Sie dies beim nächsten Besuch des Kinderarztes an. Er wird das Kind untersuchen und gegebenenfalls an einen Hals-Nasen-Ohrenarzt überweisen. Dieser kann den Nasen- und Rachenraum Ihres Kindes genau untersuchen und eine Therapie vorschlagen.

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