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Eingewöhnung in die Kita So gelingt der Start in die Betreuung

Vater und Tochter in der Kita
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Das Ende eurer Elternzeit rückt näher und ihr fragt euch, wie der Kita-Start eures Kindes ablaufen wird? Kein Grund zur Sorge: Wir haben alle wichtigen Informationen rund um eine gute Eingewöhnung in die Kita für euch zusammengefasst.

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Ein echter Meilenstein: Der erste Tag im Kindergarten steht bevor! Besonders für eure Kleinen eine echte Herausforderung. Sie müssen jetzt zu bisher unbekannten Menschen Vertrauen fassen und lernen, sich in einer größeren Gruppe zurechtzufinden. Zudem bedeutet die Kita-Eingewöhnung oftmals die erste längere Trennung von euch als Eltern. Damit diese gelingt und direkt zu Beginn der Grundstein für eine glückliche und förderliche Betreuung gelegt wird, ist eine professionelle und sanfte Eingewöhnung wichtig. Hier erfahrt ihr, worauf es dabei ankommt und was ihr selbst dafür tun könnt.

Eingewöhnung in die Kita: Was bedeutet das?

Die Kita-Eingewöhnung beschreibt die wichtige Phase, in der euer Kleinkind behutsam an die neue Umgebung in der Kindertagesstätte herangeführt wird und so eine sichere Bindung zu seiner neuen Bezugsperson aufbauen kann.In der Regel begleitet ein Elternteil oder eine andere vertraute Bezugsperson das Kind und vermittelt als sicherer Hafen Geborgenheit und Sicherheit. So können die Neulinge erstes Vertrauen in die Erzieher und Erzieherinnen fassen und die anderen Kinder sowie die noch fremden Alltagsabläufe in der Kita in Ruhe beobachten. 

Erkundet euer Kind die Umgebung dann zunehmend auch allein und wirkt es selbstsicher genug, könnt ihr den Versuch einer ersten kurzen Trennung unternehmen. Das passiert abhängig von Kind und Eingewöhnungsmodell meistens nach einigen Tagen. Und manchmal scheitert der erste Anlauf auch, was aber kein Grund zur Panik ist. Die Erzieher:innen werden es nach einiger Zeit einfach erneut versuchen. Wenn alles klappt, verlängert ihr den Trennungszeitraum immer weiter, bis die Kleinen am Ende der Eingewöhnung die komplette Zeit über allein in der Kita bleiben.

Wie lange dauert eine Eingewöhnung?

Die Dauer der Eingewöhnung ist immer individuell, niemand kann sie vorhersagen. In der Regel gehen die anerkannten Eingewöhnungsmodelle von einer Zeitspanne zwischen zwei und fünf Wochen aus. Auf diese Angabe solltet ihr euch aber nicht versteifen. Wenn euer Kind mehr Zeit benötigt, ist das absolut normal. Ebenso kann es vorkommen, dass euer Kind bereits sehr schnell signalisiert, dass eure Anwesenheit nicht mehr erforderlich ist. Wie schnell die Eingewöhnung abgeschlossen ist, hängt auch vom Alter eures Kindes ab: Sehr kleine Babys werden sich leichter eingewöhnen lassen als ein dreijähriges Kleinkind. Das liegt daran, dass sich Kinder erst im Alter zwischen neun und 20 Monaten ihrer Bindung zu den Eltern bewusst werden und sie die Trennung dann als deutlich emotionaler empfinden können. Und auch der Charakter spielt eine Rolle: Manche Kinder benötigen die Anwesenheit der Eltern einfach länger als andere oder sind eher introvertiert.

Im Idealfall gebt ihr eurem Kind für die Eingewöhnung so viel Zeit, wie es braucht. Doch in der Realität ist das natürlich nicht immer möglich. Gerade Alleinerziehende haben oftmals nicht die Wahl, die Rückkehr in den Beruf weiter aufzuschieben und benötigen eine zuverlässige Kinderbetreuung. Unser Tipp: Als alleinerziehendem Elternteil stehen euch 14 statt 12 Monate Elterngeld zu – plant, wenn möglich, diese zwei Monate für die Eingewöhnung in die Kita ein. Dann habt ihr ein Zeitpolster von acht Wochen und geratet nicht direkt unter Druck, sollte die Trennung von eurem Kind nach drei Wochen noch nicht funktionieren. Dasselbe gilt übrigens auch in einer Partnerschaft: Hier können die sogenannten Partnermonate den Elterngeldbezug von 12 auf 14 Monate verlängern.

Wie funktioniert eine Eingewöhnung?

Wie genau die Eingewöhnung abläuft, ist von Kita zu Kita unterschiedlich. Oftmals entwickeln die Einrichtungen eigene Konzepte, die sich auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse der verschiedenen Eingewöhnungsmodelle in Deutschland stützen. Durchgesetzt haben sich in den letzten Jahrzehnten aber vor allem zwei Konzepte: das Berliner Modell und das Münchner Modell. Beide Modelle orientieren sich am Wohlbefinden des Kindes und ihr als Eltern begleitet euer Kind während der ersten Zeit in der Einrichtung. 

Das Berliner Modell ist das älteste und am häufigsten umgesetzte Eingewöhnungsmodell in Deutschland und wurde in den 1980er-Jahren auf Grundlage von Erkenntnissen aus der Bindungs- und Hirnforschung entwickelt. Die Grundannahme des Berliner Modells ist, dass die Begleitung der Eltern die Voraussetzung für eine sichere Bindung des Kindes an den oder die Bezugserzieher:in darstellt. Das Berliner Eingewöhnungsmodell unterteilt die Eingewöhnungsphase in fünf Schritte: 

  • Schritt 1: Bevor die Eingewöhnung beginnt, findet ein Vorgespräch statt. Hier werdet ihr über eure Beteiligung am Eingewöhnungsprozess informiert und erfahrt, was in den kommenden Tagen oder Wochen passieren wird.
  • Schritt 2: In den ersten drei Tagen der Eingewöhnung, der Grundphase, verbringt ihr gemeinsam mit eurem Kind ein bis zwei Stunden in der Kita. Dabei solltet ihr euch so passiv wie möglich, aber nicht abweisend verhalten.
  • Schritt 3: Am vierten Tag wird der erste Trennungsversuch unternommen. Lässt sich euer Kind schnell von der Erzieherin oder dem Erzieher trösten, kann die Trennung auf maximal 30 Minuten ausgedehnt werden. Sollte sich euer Kind nicht beruhigen lassen, kehrt ihr nach zwei bis drei Minuten zurück und der nächste Versuch wird in der kommenden Woche unternommen. 
  • Schritt 4: Ihr befindet euch nun in der Stabilisierungsphase. War die erste Trennung von eurem Kind erfolgreich, wird nun der Zeitraum, in dem es allein in der Kita bleibt, immer weiter ausgedehnt.
  • Schritt 5: Im letzten Schritt des Berliner Modells, der Schlussphase, bleibt ihr nicht mehr mit eurem Kind im Kindergarten. Ihr seid aber erreichbar und könnt euer Kind jederzeit abholen, sollte es weinen und sich nicht beruhigen lassen.

Das Münchner Modell ähnelt dem Berliner Modell, setzt aber weniger auf eine einzelne Person als Bezugserzieher:in. Stattdessen lernt euer Kind in den ersten Tagen gemeinsam mit euch auch die Kindergruppe und das gesamte Fachpersonal kennen. Außerdem ist das Münchner Modell zeitaufwendiger: Den Kindern wird mehr Zeit bis zur ersten Trennung eingeräumt, die frühestens am sechsten Tag stattfindet.

Warum ist eine sanfte Eingewöhnung in die Kita wichtig?

Früher waren Kitas eher Orte der Aufbewahrung, eine sanfte Eingewöhnung gab es in der Regel nicht. Doch glücklicherweise hat sich dieses Selbstverständnis mittlerweile gewandelt: Heute sind Kindertagesstätten zu wichtigen Bildungsangeboten geworden, die auf die Rechte und Bedürfnisse der Kinder eingehen. Wichtige Erkenntnisse aus der Bindungsforschung zeigen uns, dass gelingende Bildung gerade im frühkindlichen Bereich immer auch an sichere Bindung geknüpft ist. Und so wird der Beziehung zwischen Kind und außerfamiliärer Betreuungsperson heute eine große Bedeutung beigemessen. Die Phase der Eingewöhnung spielt dabei eine wichtige Rolle: Primär geht es bei der Eingewöhnung nämlich darum, dass euer Kind eine sichere Bindung zu seiner neuen Bezugsperson in der Kita herstellen kann.

Fehlt eurem Kind der sanfte Übergang in die außerfamiliäre Betreuung, können negative Auswirkungen auf seine Entwicklung und sein Wohlbefinden die Folge sein. So fanden Forscher der FU Berlin bereits 1989 heraus, dass Kinder ohne professionelle Eingewöhnung häufiger unter frühkindlichen Regulationsstörungen sowie Trennungs- und Verlustängsten litten. Zum Glück ist eineprofessionelle und sanfte Eingewöhnung aber auch dann möglich, wenn ihr nicht unendlich viel Zeit dafür aufwenden könnt. Das Lehrbuch geht davon aus, dass eure Kinder das Tempo der Eingewöhnung vorgeben. Die Lebensrealität sieht manchmal einfach anders aus. Wichtig ist, dass eure Kinder in der Trennungssituation einfühlsam von den Erzieher:innen begleitet werden und dass diese auf die Bedürfnisse der Kleinen eingehen: Möchte das Kind kuscheln oder ist es müde? Hat es Hunger oder Durst? Wenn ihr zudem euer Kind nicht plötzlich alleine lasst und eine Trennung gleich am ersten Tag vermeidet, wird euer Kind sicher keinen Schaden nehmen – auch wenn ein paar Tränen fließen sollten.

Wann muss man die Eingewöhnung abbrechen?

In der Regel ist es nicht nötig, eine Eingewöhnung abzubrechen. Wenn jedoch alle Versuche der Trennung scheitern und sich euer Kind partout nicht von den Betreuungspersonen beruhigen lässt, kann eine Unterbrechung der Eingewöhnung in Erwägung gezogen werden. Da das in der Praxis aber häufig nicht so leicht umzusetzen ist, solltet ihr so früh wie möglich das Gespräch mit den Erzieherinnen und Erziehern suchen, wenn ihr das Gefühl habt, es läuft etwas schief. Gemeinsam lassen sich bestimmt Lösungen finden, die es eurem Kind leichter machen, in der neuen Umgebung anzukommen. Unterstützend könntet ihr zum Beispiel versuchen, euer Kind häufiger allein bei den Großeltern oder bei Freund:innen zu lassen. Je mehr Vertrauen euer Kind in andere Erwachsene gewinnt, desto eher wird es sich bei der Eingewöhnung von euch lösen können.

Woran erkennt man, ob das Kind gut eingewöhnt ist?

Eine gelungene Eingewöhnung lässt sich daran erkennen, dass sich euer Kind nach der Trennung von euch durch seine neue Bezugsperson beruhigen lässt. Es muss nicht so sein, dass keine Tränen fließen! Besonders in den ersten Monaten kann euer Kind beim morgendlichen Abgeben immer mal wieder weinen. Ausschlaggebend ist, dass die Fachkräfte in der Lage sind, euer Kind zu trösten.Weitere Merkmale für eine erfolgreiche Eingewöhnung in den Kindergarten sind, dass euer Kind die neue Umgebung neugierig entdeckt, sich den Angeboten gegenüber aufgeschlossen zeigt und Interesse an den anderen Kindern sowie Erziehern und Erzieherinnen hat. Außerdem ist es wichtig, dass sich euer Kind wickeln, füttern und schlafen legen lässt – denn das ist ein echter Vertrauensbeweis und zeigt: Hier fühlt es sich sicher und wohl. 

Je kleiner euer Kind ist, desto schwieriger lässt sich natürlich herausfinden, wie es sich wirklich fühlt. Manche Kinder signalisieren durch langanhaltendes Schreien sehr deutlich ihre Unzufriedenheit, andere Kinder verarbeiten ihr Unbehagen hingegen eher still: Sie wirken häufig unbeteiligt, sitzen allein in einer Ecke und starren vor sich hin. Das fehlende Weinen kann fehlinterpretiert und das Kind fälschlicherweise als eingewöhnt angenommen werden. Hier ist es wichtig, dass Eltern und Erzieher:innen genau hinschauen – aber auch nichts überinterpretieren. Wenn das Kind eher introvertiert ist, entspricht sehr ruhiges Verhalten vielleicht genau seinem Charakter und ist daher nichts Ungewöhnliches. Auch hier gilt: Sucht das Gespräch mit den Fachkräften, falls ihr euch unsicher seid, ob euer Kind gut eingewöhnt ist.

Unsere Tipps: Was ist für eine gute Eingewöhnung wichtig?

Ob eine Eingewöhnung gut oder schlecht verläuft, hängt von vielen Faktoren ab. Die ersten Weichen in die richtige Richtung stellt ihr aber bereits vor der Eingewöhnung mit der Auswahl der Einrichtung. Daher solltet ihr euch folgende Fragen bereits bei der Suche nach einer Kita stellen:

  • Verfügt die Einrichtung über einen guten Personalschlüssel?
  • Wird nach einem anerkannten Eingewöhnungsmodell gearbeitet?
  • Ist das Personal qualifiziert

Diese äußeren Bedingungen erleichtern es euren Kindern, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Doch auch wenn ihr all diese Punkte beachten wollt: Leider ist es nicht immer leicht, überhaupt einen Kita-Platz zu bekommen und oftmals bleibt euch als Eltern gar keine Wahl. Daher solltet ihr euch fragen, welche Punkte euch besonders wichtig sind und wirklich so früh wie möglich damit beginnen, nach eurer Wunsch-Kita Ausschau zu halten.  Auch wenn es etwas übereifrig klingt: Bemüht euch, wenn möglich, bereits in der Schwangerschaft um einen Platz, denn die Wartelisten sind oftmals sehr lang.

Wenn ihr euch fragt, wie ihr die Eingewöhnung am besten begleiten könnt, hier die sechs wichtigsten Tipps:

  • Tipp 1: Genug Zeit einplanen In den meisten Fällen schließt sich der Wiedereinstieg in den Beruf direkt an die Kita-Eingewöhnung an. Das kann jedoch zur Folge haben, dass ihr ungeduldig werdet, wenn die Eingewöhnung länger dauert als geplant. Schlimmstenfalls funktioniert die Kita-Eingewöhnung gar nicht und ihr müsst entweder euren Arbeitgeber vertrösten oder plötzlich eine alternative Betreuung für euer Kind organisieren. Das bedeutet für alle Beteiligten viel Stress. Es lohnt sich, ausreichend Zeit für diese sensible Phase im Leben eures Kindes einzuplanen! Nutzt hierzu, wenn möglich, die zwei zusätzlichen Elterngeld-Monate.
  • Tipp 2: Rituale einbauen und richtig verabschieden Auf keinen Fall solltet ihr euch einfach rausschleichen, wenn euer Kind abgelenkt ist oder spielt. Dies könnte die Bindung zwischen euch beschädigen und zu einem Vertrauensverlust führen. Stattdessen ist es besser, ein Abschiedsritual einzuführen. Dies kann etwa der immer gleiche Satz, eine Umarmung oder ein Kuss sein. 
  • Tipp 3: Zusätzlichen Stress vermeiden Ohne Frage: Die Kita-Eingewöhnung bedeutet Stress für euer Kind. Deswegen ist es wichtig, dass neben diesem Ereignis möglichst alles so bleibt, wie es war. Umzüge oder die Geburt eines Geschwisterchens sind einschneidende Erlebnisse, die möglichst nicht mit dem Kita-Start zusammenfallen sollten. 
  • Tipp 4: Ehrlich mit den Erzieher:innen kommunizieren Ihr findet das Vorgehen während der Eingewöhnung nicht in Ordnung oder habt das Gefühl, es wird nicht richtig auf die Bedürfnisse eures Kindes eingegangen? Dann sprecht diese Unsicherheiten unbedingt direkt an! Wichtig ist es auch, dass ihr euch von den Erziehern und Erzieherinnen zu nichts drängen lasst. Ihr geht mit dem Fachpersonal eine Erziehungspartnerschaft für euer Kind ein und dabei ist eine offene und ehrliche Kommunikation das A und O.
  • Tipp 5: Sich seiner selbst sicher sein Wenn ihr euch selbst noch nicht bereit für die Trennung fühlt, können sich eure negativen Emotionen und Unsicherheiten auf euer Kind übertragen. Deswegen ist es für eine gute Eingewöhnung in den Kindergarten wichtig, dass ihr überzeugt davon seid, das Richtige zu tun. Je gelassener und optimistischer ihr an die Eingewöhnung herangeht, desto eher wird sie gelingen!
  • Tipp 6: Vertrauen in das Fachpersonal haben Nur wenn ihr euch sicher seid, dass euer Kind in guten Händen ist, könnt ihr das erste Loslassen entspannt angehen. Daher ist es ratsam, die Einrichtung und die Erzieher:innen schon vor der Eingewöhnung zu treffen. Ein Gespräch zum Kennenlernen oder ein Tag der offenen Tür kann helfen, ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen. 

Es gibt also eine ganze Menge, was ihr als Eltern für einen gelungenen Start in die Kita tun könnt. Und die Kita? Die sollte darauf achten, dass keiner der folgenden Punkte eintritt:

  • Es starten mehrere Eingewöhnungen gleichzeitig.
  • Die Erzieher:innen bauen kein Vertrauen zu euch und eurem Kind auf.
  • Es besteht Zeitdruck, euer Kind möglichst schnell in die Gruppe zu integrieren.
  • Die Grenzen eures Kindes werden nicht gewahrt: Es wird gegen seinen Willen gewickelt, gefüttert oder schlafen gelegt.
  • Es gibt keine klar definierte Bezugsperson für euer Kind.
  • Es soll eine Trennung am ersten Tag stattfinden.
  • Die Trennungsphasen werden sehr schnell verlängert.
  • Die Fachkraft reagiert nicht feinfühlig auf die Bedürfnisse eures Kindes.

Wenn all diese Punkte nicht zutreffen, könnt ihr die Eingewöhnung mit einem guten Gefühl starten und die Chancen, dass sie erfolgreich abgeschlossen wird, stehen gut.

Wie kann ich meinem Kind den Rücken stärken, wenn die Bedingungen nicht ideal sind?

Bei allem Wissen um die idealen Rahmenbedingungen kann es natürlich trotzdem vorkommen, dass die Umsetzung in der Realität anders aussieht. Ihr habt keinen Platz in eurer Wunsch-Einrichtung bekommen? Ihr seid selbstständig und müsst sehr früh wieder arbeiten gehen? Eine Trennung oder ein anderes einschneidendes Erlebnis kollidieren mit dem Kita-Start? Ja, das Leben ist eben nicht immer so, wie die Theorie es vorsieht. Aber das ist kein Grund zum Verzweifeln! Euer Kind wird in seinem Leben immer wieder mit Situationen konfrontiert sein, die es vor Herausforderungen stellen und die sich vielleicht unangenehm anfühlen werden. Doch ihr könnt es dabei unterstützen, gestärkt aus diesen Situationen hervorzugehen und Resilienz zu erwerben – die Fähigkeit, belastende Situationen bewältigen zu können. Dazu sind vor allem eine stabile Bindung zu euch und ein vertrauensvolles Verhältnis zueinander wichtig. Viel kuscheln, aufmerksames Zuhören, Verlässlichkeit und Routinen im Alltag geben eurem Kind die Sicherheit und Geborgenheit, die es braucht, um zu einem selbstbewussten Menschen zu werden. Wenn ihr zudem versucht, eurem Kind Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten zu vermitteln, wird es sich zunehmend mehr zutrauen und lernt, dass es auch in schwierigen Situationen auf seine Kompetenzen vertrauen kann. Also kein Grund zur Sorge, wenn nicht immer alles nach Lehrbuch verläuft. Solange die Bedürfnisse eures Kindes nicht übergangen werden und die Erzieher*innen als liebevolle Bezugspersonen auftreten, stehen die Chancen gut, dass euer Kind bald gerne in die Kita geht.

Quellen:

Dreyer, Prof. Dr. Rahel: Eingewöhnung: Modelle und Rahmenbedingung, aus: Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung, zuletzt abgerufen am 04.03.2022.

Dreyer, Prof. Dr. Rahel: Eingewöhnung und Beziehungsaufbau in Krippe und Kita. Modelle und Rahmenbedingungen für einen gelungenen Start, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2017.

Bleicher, Käthe: Worauf sollte man bei der Wahl eines Krippenplatzes und bei der Eingewöhnung eines Kindes achten?, aus: Textor, Martin; Bostelmann, Antje (Hrsg.): Das Kita-Handbuch, zuletzt abgerufen am 04.03.2022.

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