Krise im Kindergarten
 
Da geh ich nie mehr hin!

Krise im Kindergarten: Da geh ich nie mehr hin!
iStock, Juanmonino

Kann die Unlust auch tiefere Ursachen haben?

Ja. Zum Beispiel dann, wenn ein Kind von Mutter und Vater kaum unterstützt oder ermuntert wird. Oder wenn die Eltern selbst unsicher sind, ob sie ihrem Kind die Betreuung schon "zumuten" können. Jeder Kindergarten-Neuling braucht

  • Verständnis. Für Drei- oder Vierjährige sind die ersten Wochen in der neuen Umgebung ein Kraftakt. Speziell von Einzelkindern, die noch nicht besonders viel Erfahrung mit Gleichaltrigen haben, verlangt das Treiben einer 25-köpfigen Gruppe ungeheuer viel Anpassung. Was ein dreijähriger Starter überhaupt nicht gebrauchen kann, ist das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Sicherer und stabiler fühlt er sich, wenn er spürt: "Mama und Papa verstehen meine Angst und helfen mir";
  • ein klares Ja zum Kindergarten. Nicht alle Eltern sind sich sicher, dass die Entscheidung für den Kindergarten richtig war. Es fällt ihnen schwer, sich von ihrem Kind zu trennen, manche haben ein schlechtes Gewissen, weil sie fürchten, ihr Kind könne sich abgeschoben fühlen. Die Kinder spüren diese Unsicherheit und verstärken sie sogar noch. Eltern, die voll und ganz hinter ihrer Entscheidung stehen, berichten viel seltener über Startprobleme.

Was tun, wenn es morgens immer wieder Tränen gibt?

  • Die Verabschiedung im Gruppenraum möglichst kurz halten.
  • Sich keinen Schmerz anmerken lassen – auch wenn einem das Weinen und Klammern seines Kindes natürlich in der Seele wehtut.
  • Der Erzieherin das Kind möglichst ruhig übergeben. Sie sollte es nicht wegziehen, während es sich am Bein der Mutter oder des Vaters festklammert.
  • Sich nicht wegstehlen.
  • Den Kindergarten nicht nach einem Streit mit dem Kind verlassen.

Fällt der morgendliche Abschied trotz allem noch schwer, versuchen Sie es mal damit:

  • Lassen Sie Ihr Kind zur Abwechslung von jemand anderem in den Kindergarten bringen, zum Beispiel vom Vater oder von der Oma. Oft klappt die Übergabe mit einer anderen Person völlig problemlos.
  • Erlauben Sie ihm (in Absprache mit der Erzieherin), sein Lieblings-Schmusetier als Tröster und Beschützer mitzunehmen.
  • Bringen Sie Ihr Kind morgens so früh wie möglich in den Kindergarten. Es gehört dann zu den Ersten, und es haben sich noch keine Grüppchen gebildet.