Krise im Kindergarten
 
Da geh ich nie mehr hin!

Krise im Kindergarten: Da geh ich nie mehr hin!
iStock, Juanmonino

Soll ich mein Kind zwingen - oder nachgeben?

Eines Tages kommt es zum Schwur: Ein dreijähriges Rumpelstilzchen steht schreiend im Flur und weigert sich, seine Jacke anzuziehen und aus dem Haus zu gehen. Was tun? Am besten "Urlaub" beantragen: Sprechen Sie ganz offen im Besein Ihres Kindes mit der Erzieherin und fragen Sie, ob Ihr Kind einen Urlaubstag nehmen darf. Diesen Urlaubstag darf dann das Kind selbst nehmen. Bei berufstätigen Eltern muss das Kind seinen "Kindergartenurlaub" mit der Urlaubsplanung der Eltern abgestimmen. Diese Lösung gibt dem Kind die Chance, ein Stück weit selbst zu entscheiden, wann es frei nimmt und es lernt dabei, dass es keinen Druck ausüben muss, um einen Tag frei zu bekommen.

"Kindergartenurlaub" sollte aber die Ausnahmen bleiben. Denn fällt der Kindergarten alle paar Tage aus, entsteht schnell der Eindruck, Kindergarten sei eigentlich nicht besonders wichtig. Und: Kindern, die selten da sind, fällt es erst recht schwer, in die Gruppe hineinzuwachsen und Freunde zu finden. Sie bleiben eher Außenseiter, was den Widerwillen nur noch verstärkt. Ein Teufelskreis.

Wie lange dauern Startprobleme in der Regel an?

Normalerweise sind Kinder nach sechs bis acht Wochen eingewöhnt. Das heißt, sie weinen nicht mehr beim Abschied und gehen in der Regel ohne Widerwillen aus dem Haus. Sie stehen in der Gruppe nicht mehr abseits, spielen gern und ausdauernd, suchen Trost bei der Erzieherin und sagen, wenn sie etwas brauchen. Haben Eltern auch nach zwei Monaten noch das Gefühl, dass ihr Kind leidet, sollten sie über eine längere Pause nachdenken oder sogar überlegen, ob ihr Kind nicht doch lieber noch ein Jahr zu Hause bleibt.

Ist mein Kind vielleicht gar nicht kindergartenreif?

Es gibt zwar einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz für alle Kinder, die das dritte Lebensjahr vollendet haben. Das heißt aber nicht, dass jedes Kind pünktlich zum dritten Geburtstag in den Kindergarten muss oder dass der Beginn des Kindergartenjahres immer der optimale Start-Zeitpunkt wäre. Denn: Dreijährige sind unterschiedlich weit in ihrer Entwicklung, auch ihr Temperament kann sich stark unterscheiden. Es kann die richtige Entscheidung sein, ein ängstliches und sehr zurückhaltendes Kind wieder aus dem Kindergarten zu nehmen, um es ein halbes oder ein Jahr später noch einmal zu versuchen - wenn es seine sozialen Fähigkeiten erweitert hat und Angst und Ärger besser verarbeiten kann. Oder wenn sich die Situation zu Hause etwas entspannt hat, weil z. B. die Eifersucht auf das Geschwister verflogen ist. Es kann aber auch vorkommen, dass ein Kind einfach nicht in seine Gruppe passt. Oder sich mit der Erzieherin nicht versteht. Dann hilft nur ein Wechsel in eine andere Gruppe bzw. einen neuen Kindergarten.