Erziehung
 
Der lange Weg zur Selbstständigkeit

Zweijährige wollen am liebsten alles "selber machen" und Zehnjährige sollten langsam wissen, was sie wollen: Selbstständigkeit ist ein langer Prozess, den Kinder mit ihren Eltern in sieben Schritten meistern.

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Schritt eins: "Trau mir etwas zu"

Der lange Weg zur Selbstständigkeit
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Der lange Weg zur Selbstständigkeit

Ermutigung ("Probier es noch mal, dann klappt es vielleicht") ist immer besser als Kritik ("Siehst du nicht, dass das falsch ist?"), Vorwürfe ("Meine Güte, wie du dich anstellst") und Bevormundung ("Lass mich das machen, das geht schneller").

Auch Überbehüten schwächt das Selbstvertrauen und führt in die Unselbstständigkeit. Kinder wollen spüren: "Meine Eltern trauen mir etwas zu. So wie ich bin, bin ich richtig." Dann bilden sie ein stabiles Bindungs- und Beruhigungssystem aus, das ihnen hilft, mit Niederlagen, Fehlern, Missgeschicken und Enttäuschungen fertig zu werden.

Schritt zwei: "Ich will kämpfen"

Auch wenn das für Eltern manchmal anstrengend ist: Wichtige Entwicklungsschritte sind an Aggression gebunden. Eine eigenständige Persönlichkeit kann sich nur in der Auseinandersetzung mit anderen entwickeln. Insbesondere in den ersten sechs Lebensjahren erleben Kinder, dass das Leben mit seinen Leistungsanforderungen aus vielen Dissonanzen und Konflikten besteht, die oft starke Emotionen auslösen. Diese Gefühle müssen sie als einen Teil ihrer Persönlichkeit annehmen können. Das wird schwierig, wenn sie in Auseinandersetzungen immer gestoppt oder zurechtgewiesen werden.Wenn Kinder streiten, geht es nur vordergründig darum, wer recht oder gewonnen hat. Eigentlich geht es darum, herauszufinden: "Was will ich? Was will der andere? Und wie teile ich ihm das mit?" Deshalb sind Kinder so engagiert und motiviert bei der Sache und setzen ihre ganze Kraft ein, um das rote Gummibärchen zu kriegen, nicht das gelbe. Kinder sollten ihre Konflikte weitgehend selbst lösen. Das können sie ganz gut. Auch wenn ihre Vorstellungen von Gerechtigkeit und Fairness nicht immer denen der Erwachsenen entsprechen.

Schritt drei: "Ich will gewinnen"

Schneemannbauen, Radschlagen, Wii- Spiel und Puddingkochen – Kinder brauchen Erfahrungen, bei denen sie erfolgreich sind. Die sollten daher möglichst ihrem Entwicklungsstand entsprechen – und ein kleines bisschen über dem liegen, was sie schon können. Spielsachen oder Unternehmungen, für die sie eigentlich noch zu klein sind, sind keine Herausforderung, sondern frustrierend, weil das Kind dabei automatisch auf Unterstützung angewiesen ist. Damit nimmt man ihm die Freude, etwas aus eigener Kraft zu meistern.Eltern sollten grundsätzlich immer nur so viel Unterstützung anbieten, wie ein Kind braucht oder einfordert, um allein zurechtzukommen. Egal, ob es die ersten Schritte macht oder zum ersten Mal eine Schere in der Hand hält.

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