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Mary Tsakiridou-Streit "Es ist wichtig, sich als Mama nicht selbst aus den Augen zu verlieren"

Mary Tsakiridou-Streit
Mary Tsakiridou-Streit
© Mary Tsakiridou-Streit
Mary Tsakiridou-Streit nimmt auf Instagram knapp 75 Tausend Follower bei ihrem Alltag als dreifache Mama mit, teilt die schönen, aber auch die anstrengenden Seiten des Mutterseins. Wie sie es geschafft hat neben drei Kindern noch Zeit für sich zu finden, erklärt sie im ELTERN-Interview.

Wenn Mary Tsakiridou-Streit, 34, über ihr Leben als Mutter spricht, schwingt in ihrer Stimme Wärme und Liebe mit. Ihre drei Kinder Luca, 9, Zoe, 5, und Rafaela, 2, sind ihr ganzer Stolz und ihre "größten Wunder", wie sie im Gespräch mit ELTERN betont. 

Doch Mary steht für mehr als eine Power-Mom. Sie ist Ehefrau, Social-Media-Star und allem voran immer noch sie selbst. Sich als Mutter kleine Auszeiten für sich zu nehmen und das Frausein nicht aus den Augen zu verlieren, ist wohl eine ihrer wichtigsten Botschaften. "Wenn man selbst glücklich ist, strahlt man das auch aus. Es färbt auf die Kinder ab", erklärt die 34-Jährige im Interview.

Mary Tsakiridou-Streit: "Es ist wichtig, als Mama man selbst zu bleiben"

ELTERN: Dein Motto ist 'Be a Mom, stay yourself". Hattest Du Dir diesen Grundsatz schon in der Schwangerschaft ausgemalt oder hat sich das Mantra mit der Geburt Deiner Kinder eingestellt?

Mary Tsakiridou-Streit: Mich hat tatsächlich eine ganz liebe Freundin inspiriert, die vor mir Mutter geworden ist. Ich war so überrascht, weil sie als Mutter so sehr auf sich geachtet hat. Sie war ein tolles Mama-Vorbild und ich merke jetzt selbst, wie wichtig es auch einfach ist, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren.  

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Du nimmst Dir jeden Morgen Zeit, um Dich frisch zu machen und Dich wohl zu fühlen. Als Dreifach-Mama aber bestimmt nicht immer leicht, oder?

Mir die Zeit für meinen Mama-Glow zu nehmen, ist mir sehr wichtig und bedeutet für mich einfach Balance. Jeder hat da natürlich einen anderen Punkt, der ihm wichtig ist. Ein Elternteil meditiert vielleicht gerne oder macht Yoga zum Ausgleich. Meine Routine ist es, dass ich meinen Sport mache, um meinen Rücken zu entlasten und dann ein leichtes Make-up aufzulegen und meine Haare zu machen. Das dauert auch gar nicht so lange, wie man glauben mag (lacht).

Ich will damit auch nicht sagen, dass eine Frau oder Mutter jeden Tag geschminkt sein sollte. Es ist wichtig, als Mama man selbst zu bleiben. Wenn dazu – wie bei mir – eine Beauty-Routine gehört, dann hat jede Frau das Recht, sich die Zeit dafür zu nehmen. Aber natürlich ist es nicht immer leicht mit drei Kids, die um einen herumwuseln.

Wie lange benötigst Du denn für Deine Morgenroutine?

Ich mache das teilweise in Steps. Ich passe meinen Tag immer an meine Kinder an. Wenn ich Luci für die Schule fertig mache und ihn hinbringe, dann gehe ich so, wie ich aufgestanden bin. Wenn ich dann wieder zu Hause bin, kümmere ich mich um meine Routine. Für meine Haare brauche ich vielleicht grade mal sechs Minuten und die sehen dann auch drei Tage super aus – also es ist wirklich machbar und bringt mir so viel mehr als nur das Optische. Mir geht es darum, dass ich mich als Mama nicht immer zurückstellen will und dass auch keine Frau in meinen Augen tun sollte. Schon Kleinigkeiten, kurze Auszeiten für mich, machen einen großen Unterschied.

Sich kleine Auszeiten zu nehmen, wurde in den vergangenen Monaten ja noch mal auf eine ganz andere Probe gestellt. Wie haben Du und Deine Familie den Lockdown gemanagt?

Wir leben ja in Griechenland und tatsächlich waren die Schul- und Kita-Schließungen hier sehr gut organisiert. Es ging nahtlos in Online-Unterricht über und so wurde unser neuer Rhythmus direkt von der Schule vorgegeben. Das hat wirklich sehr geholfen. Aber natürlich hat die Zeit im Lockdown auch an mir und meiner Kraft gezehrt.

Wir haben außerdem das große Glück einen Garten zu haben und konnten so viel Zeit draußen verbringen. Ich bin ein sehr dankbarer Mensch und mache immer das Beste aus jeder Situation. Ich war eher in Gedanken bei den Familien, die schwerer getroffen wurden.

Schreiben Dir denn in solchen Situationen tatsächlich auch Mütter und Eltern und fragen Dich nach Ratschlägen und Tipps?

Ja, ich habe mit wirklich ganz vielen Mamas geschrieben. Ich hatte zum Beispiel Kontakt zu einer Dreifach-Mutter, die mit ihren Kindern alleine im Ausland war und der Papa konnte nicht zu ihnen kommen. Die hat das alles alleine geschafft. Der Austausch zwischen Eltern ist in solch einer Zeit besonders wichtig und ich gebe nicht nur Tipps, sondern nehme liebend gern selber Ratschläge an, wenn ich mal nicht weiterweiß.

Wenn solch eine Situation eintrifft, dass Du wirklich mal gestresst bist und Dir das etwas über den Kopf wächst: Wie gehst Du damit um?

Ich versuche natürlich immer liebevoll mit meiner Familie umzugehen, aber klar gehören Streit und Stress dazu – wie bei jeder Familie! Das ist mir ganz wichtig zu kommunizieren. Meine Kids streiten sich auch und das bringt mich auch oft an meine Grenzen.

In Gesprächen versuche ich ihnen zu vermitteln, dass sie mit einem höflichen Umgang untereinander viel mehr erreichen können als mit Streitereien. Ich selbst entspanne am besten am Abend gemeinsam mit meinem Mann auf der Couch bei einer guten Serie. 

Auf Instagram wirkt bei Mama-Bloggern der Alltag oftmals so perfekt. Du gibst dennoch ehrliche Einblicke auf Deinem Profil. Wie wichtig ist es Dir, auch diese Seite zu zeigen?

Sehr wichtig. Es ist enorm wichtig zu kommunizieren, dass nicht alles perfekt ist. Das gibt anderen Familien sonst nur ein falsches Bild und vor allem ein schlechtes Gewissen. Wenn Mütter diese Instagram-Welt sehen und es bei ihnen selbst nicht so aussieht, hinterlässt das ein ungutes Gefühl, dass ich niemandem geben möchte. In jeder Familie gibt es Chaos, Streit und Stress – ehrlich!

Hast Du Tipps oder eine Message, die Du an Mütter senden willst, die vielleicht genau jetzt diese Zeilen lesen und sich denken: 'Das bekomme ich nie unter einen Hut?'

Immer wenn ich müde oder genervt bin, dann schaue ich in die Gesichter meiner Kinder und bin einfach nur unfassbar dankbar für diese Wunder, die ich in meinem Leben habe. Dankbar zu sein, dass die Kinder gesund sind und ich ihnen eine glückliche Kindheit ermögliche, erfüllt mich. Mein Ratschlag: Hört auf Eure Intuition! Liebe ist der Schlüssel zu allem – wenn Du das als Mama verfolgst, machst Du schon alles richtig. Die innere Zufriedenheit einer Mama und eines Papas – und da sind wir wieder bei kleinen Auszeiten – ist essenziell. Wenn man selbst glücklich ist, strahlt man das auch aus. Der Spruch 'Happy Mom, happy child' könnte nicht besser passen.

ELTERN

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