Spiele-Nachmittag
 
Bitte alle mitspielen!

Draußen alles Grau in Grau? Wunderbar, das ist die richtige Zeit, um das Ritual des Familien-Spiele-Nachmittags wieder aufleben zu lassen. Spielen macht Spaß! Und: es stärkt die Familie. Tipps, damit beim Familien-Spiel alle profitieren.

Spielen: Die ganze Familie gewinnt

Spiele-Nachmittag: Bitte alle mitspielen!

Spielen macht Spaß und ist jedes Mal aufs Neue ein gewinnbringendes Gemeinschaftserlebnis. Durch viel Kommunikation und das Ausprobieren verschiedener Rollen profitieren alle Familienmitglieder gleichermaßen. Ein Spiele-Nachmittag ist also mehr als gute Unterhaltung!

Rituale sind wichtig - auch beim Spielen

In der Nacht muss der Schlafbär unbedingt mit ins Bett. Und: Er muss auf jeden Fall auf der linken Bettseite liegen. Mama muss zuerst einen Gute-Nacht-Kuss geben, bevor sie die Geschichte erzählt. Am ersten Schultag nach den Ferien gibt es mittags Lieblingsspaghetti. Rituale machen Spaß. Und sind immer auch ein bisschen Zauberei. Sie geben Sicherheit, machen Hoffnung, dass alles gut bleibt oder, nach schwierigen Zeiten, wieder gut wird. Rituale begleiten durch den Tag und durch die Jahreszeiten. Je nach Alter vermitteln sie in Form von Krabbelversen bei Babys, Lieder bei kleineren Kindern und Spiele-Nachmittagen bei den größeren ein Stück Sicherheit und Geborgenheit.

Spielen ist für die ganze Familie wichtig

Spielen heißt für's Leben lernen

Im Spiel lernen Kinder fürs Leben! Hier erfahren sie, wie man gemeinsam ein Ziel angeht, sie lernen, kreative Ideen zu entwickeln und mit Niederlagen umzugehen. Und ganz nebenbei werden auf spielerische Weise Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnis und Phantasie gefördert. Wenn Familien zusammen spielen, steht eines im Vordergrund: Spaß haben - und zwar gemeinsam - und dabei den Alltagsstress vergessen.

Macht ein fester Tag als "Spiele-Tag" Sinn?

Ja, denn kleine Gewohnheiten im Alltag kommen dem kindlichen Bedürfnis nach Ordnung entgegen. Spielezeit ist zum Beispiel immer dann, wenn Mama und Papa am Samstag den Wochenendeinkauf hinter sich gebracht haben. Wichtig ist: Jede Familie entwickelt ihre eigenen Gewohnheiten und Rituale. Die entstehen aus dem Augenblick, sind vielleicht eine Erinnerung an die Kindheit von Vater oder Mutter, gehen auf die individuellen Bedürfnisse eines Kindes ein.
Wenn Spielezeit ist, müssen alle anderen Verpflichtungen und Termine warten. Zeigen Sie Ihren Kindern, dass die Spielezeit ausschließlich der Familie gehört: Lassen Sie das Telefon ruhig mal ins Leere klingeln und rennen Sie nicht kurz in den Keller, um die Waschmaschine auszuräumen. Wenn Sie noch Getränke und einen kleinen Obstteller bereitstellen, bekommt das Spiele-Event noch ein bisschen mehr Gewicht.

Welche Spiele eignen sich als Familienspiele?

Für jedes Alter sind andere Spiele wichtig und richtig.

Geeignet sind Spiele, die "mitwachsen", das heißt, die mehrere Varianten von der Einsteiger- bis zur Fortgeschrittenen-Version haben. Profi-Tipp von Stefan Duksch, Vorsitzender des "Spiel des Jahres"-Jury: Beim Spielen ruhig auch für die Familie passende Zusatzregeln erfinden, damit alle ohne Frust und Streit gemeinsam spielen können. Kindern im Grundschulalter ist der Sieg besonders wichtig, in dieser Phase sind Würfel- oder Strategiespiele am besten geeignet. Beim Spielen mit älteren Kindern oder Jugendlichen ist Kommunikation besonders wichtig: Wenn die ganze Familie zusammen um den Tisch sitzt, soll gelacht und geredet werden, alle sollen sich wohl und geborgen fühlen. Empfehlenswert sind Kommunikations- und Strategiespiele und die Jugendeditionen von Erwachsenenspielen.

Am leichtesten fällt die Entscheidung, welches Spiel gespielt wird, wenn die Eltern drei Spiele vorschlagen und der Familienrat dann demokratisch abstimmt. Oder jedes Mal darf ein anderes Familienmitglied sein Lieblingsspiel wählen.

Warum ist es wichtig, dass Papa mitspielt?

Es klingt nach einem Klischee, aber Väter spielen tatsächlich anders als Mütter. "Väter reagieren im Spiel kreativ und originell. Sie fordern ihr Kind heraus, weil sie weniger Angst haben, es zu überfordern, und scheuen auch vor etwas Risiko nicht zurück. Das macht Kinder auf Dauer selbstbewusst, denn sie entwickeln Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Das Spiel mit Papa ist für die Entwicklung des Kindes also extrem wichtig", erklärt Volker Baisch, Diplom-Sozialwirt und Leiter des Vereins Väter e. V. in Hamburg.