Trommeln für Kinder
 
Mal richtig auf die Djembe hauen!

Überall in Deutschland schießen Trommelkurse für Kinder aus dem Boden. Ein Trend? Ja, sagen Experten. Und wundern sich nicht. Denn Trommeln passt gut in die Zeit von Gruppenbetreuung, Schuldruck und ADS. Infos zum Thema Trommeln für Kinder und ein Video in dem Sie einen Eindruck gewinnen, wie Trommelunterricht abläuft und sich anhört, finden Sie hier.

Trommeln für Kinder : Mal richtig auf die Djembe hauen!

Ob in München, Stuttgart oder Strahlsund – immer mehr Kinder trommeln in ihrer Freizeit. "Es gibt eine Riesennachfrage", sagt Jörg Fabig, Vizepräsident von Percussion Creativ e.V., dem Fachverband für Schlagzeuger und Percussionisten. "Rhythmus ist in der Musikpädagogik groß im Kommen." Ein Hauptgrund: die zunehmende Berufstätigkeit von Eltern. Viele haben keine Zeit mehr, das Kind zur Klavierstunde am Nachmittag zu fahren.

Dafür stellen Horte und Ganztagsklassen fest: Musik tut Kindern gut und Trommeln eignet sich für große Gruppen. Dazu kommt: Der Einstieg ist leicht. Man braucht keine großen Fertigkeiten, um einen Ton herauszubringen, wie bei Geige oder einem Blasinstrument. Fabig: "Mit keinem Instrument kann man eine heterogene Gruppe mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung, Begabung und Alter so leicht zusammenbringen. Probieren Sie das mal mit 40 Geigen." Immer mehr Pädagogen lassen sich deshalb fortbilden.
Mit diesem Video können Sie sich einen Eindruck verschaffen, wie Trommelunterricht abläuft. Die "Penzinger Trommelkids" zeigen, wies geht:

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Was Kinder beim Trommeln lernen

Uschi Nackenhorst, Rhythmiklehrerin der "Penzinger Trommelkids" sieht den Erfolg des Trommelns ganzheitlich: "Trommeln ist sehr viel mehr als Draufhauen. Die Rhythmik besteht aus Bewegung, Sprache und Musik. Die Kinder lernen mit allen Sinnen, durch die Körperarbeit wird der Rhythmus im Körper erfahren, die gesprochenen Verse strukturieren im Kopf. Trommeln ist Gemeinschaftsgefühl, Konzentrationsübung und Körperarbeit."

Gemeinschaftsgefühl: Weil jeder für das Ganze wichtig ist. Gerät einer aus dem Takt, fallen alle. Aufeinander Acht geben ist die oberste Prämisse beim Trommeln. Daher erfahren sich die Kinder auch nicht über messbare Leistungsnachweise. Wer nicht so schnell ist oder schlecht zählen kann, bekommt eine leichtere Stimme.

Konzentrationsübung: Weil Trommeln Struktur schafft. Eine komplizierte Rhythmusfolge zu schlagen erfordert Ordnung im Kopf. Wer das schafft, hat Erfolgserlebnisse. So werden lustlose, unkonzentrierte Schüler bei Nackenhorst plötzlich zu selbstbewussten Trommlern, die sich sogar trauen, vor großem Publikum ein Solo zu spielen. Auch viele zappelige Kinder profitieren vom Trommeln. "Die Balance von Powern, Bewegung, Kraft und Stille, Entspannung, zu sich kommen ist der Schlüssel, warum sich viele Kinder beim Trommeln so wohl fühlen, vor allem die ADS Kandidaten", sagt Nackenhorst

Körperarbeit Weil Musizieren, Trommeln und vor allem auch Singen Dinge in Bewegung setzt, die oft brach liegen. Lange Zeit habe man in Deutschland Musik zu viel konsumiert und zu wenig produziert, meint Jörg Fabig. Der Musikunterricht muss körperlich sein. Stampfen, klatschen, Sprechgesänge – Musik muss gemacht nicht analysiert werden.

Wie läuft so ein Kurs ab?

Viele Kinder können noch keine Noten. Deshalb lernen viele die Rhymthmusfolgen mit Sprechgesängen wie z.B. "Ich-tanz-heu-te-SambamitdenweißenSchuhen" oder auch nur "Boum – Chacka – Boum – Chacka – Boum".

Für wen ist Trommeln geeignet?

Für alle Kinder. Die meisten Kurse werden ab dem Vorschulalter angeboten. Kurse in Ihrer Nähe findet über örtliche Musikschulen oder private Trommelschulen und natürlich über die Suche im Internet. Unter www.percussion-creativ.de gibt es im Bereich "Wissen und Lernen" eine Suchfunktion bei der man gezielt nach Percussion-Lehrern suchen kann.