Magenbeschwerden
 
Schwanger: Tut der bedrängte Magen weh?

Übelkeit und Rückenschmerzen – damit rechnen die meisten werdenden Mütter. Magenbeschwerden werden von Schwangeren hingegen mit Überraschung und oft mit großer Besorgnis zur Kenntnis genommen. Wir verraten, was die Gründe für Magenbeschwerden in der Schwangerschaft sein können und was dagegen hilft.

Inhalt: 
Welche Magenbeschwerden sind unbedenklich?Wann mit Magenbeschwerden in der Schwangerschaft zum Arzt?Magenschmerzen therapieren

Welche Magenbeschwerden sind unbedenklich?

Magenschmerzen in der Schwangerschaft
Thinkstock, gpointstudio

Magenschmerzen sind keine Krankheit, sondern ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. In der Schwangerschaft sind die Beschwerden in den meisten Fällen auf die hormonelle Umstellung des weiblichen Körpers zurückzuführen. So produziert eine schwangere Frau nicht nur neue Schwangerschaftshormone (Humanes Choriongonadotropin, HCG, zum Beispiel). Auch die Produktion bereits vorhandener Hormone wird stark angekurbelt. Progesteron spielt beispielsweise eine wichtige Rolle für den Erhalt der Schwangerschaft, bewirkt aber auch eine Erschlaffung der Muskeln des Verdauungstrakts, was nicht selten unangenehme Magenbeschwerden wie Schwere- und Völlegefühl, Darmträgheit und Sodbrennen  zur Folge hat. Diese werden durch die veränderte Produktion von bestimmten zur Verdauung benötigten Enzymen in Magen und Galle noch begünstigt und weiter verschlimmert, wenn die wachsende Gebärmutter auf die Verdauungsorgane im Bauchraum drückt.
Doch keine Sorge: Sodbrennen und Verdauungsprobleme – ein Phänomen, das etwa 50 Prozent aller werdenden Mütter kennen dürften – sind unbedenkliche Schwangerschaftsbeschwerden und können durch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten oder sogar schon durch einen Lagewechsel schnell bekämpft werden. Meistens merkt die Schwangere selbst schnell, welche Mahlzeiten für ihren Magen eher schwer zu verarbeiten sind. Gegen das lästige brennende Gefühl in der Magengegend empfehlen Ärzte und Hebammen:

  • leicht verdauliche Mahlzeiten (möglichst fettarm, wenig Säurehaltiges und scharf Gewürztes)
  • kleine Portionen über den Tag verteilt essen
  • langsam essen und gründlich kauen
  • leichtes, frühes Abendessen
  • In aufrechter Position essen und danach möglichst erst einmal nicht hinlegen, damit die Magensäure nicht so leicht in die Speiseröhre steigen kann
  • Gegen akutes Sodbrennen helfen Haferflocken, Nüsse, ein Glas Milch und andere Lebensmittel, welche die überschüssige Magensäure neutralisieren bzw. binden

Wann mit Magenbeschwerden in der Schwangerschaft zum Arzt?

Während der Schwangerschaft spielen sich im Körper der Frau geradezu wundersame Prozesse ab, über deren Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen die Schwangere selbst meist nur spekulieren kann. Handelt es sich bei den auftretenden Bauchschmerzen nun um die ersten Gebärmutterkontraktionen, um Verdauungsbeschwerden oder sind es gar die ersten Tritte des Babys? Bei starken, wiederkehrenden Bauch- oder Magenschmerzen, die nicht unmittelbar mit dem Essen in Verbindung gebracht werden können, gilt deshalb grundsätzlich: Bauchschmerzen immer medizinisch abklären lassen, um mögliche Gefahren für Mutter und Kind auszuschließen. Schmerzen in der Bauchgegend haben zwar häufig harmlose Ursachen wie die Dehnung der Mutterbänder. Manchmal können die Schmerzen aber auch ein Hinweis auf ernsthafte Probleme sein.
Darüber hinaus ist eine Frau auch während der Schwangerschaft nicht vor solchen Erkrankungen gefeit, die normalerweise Magenbeschwerden auslösen . Genau wie eine Nicht-Schwangere kann auch sie an einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis), einer Lebensmittelvergiftung, einem Reizmagen oder einem gesteigerten Rückfluss von Verdauungssäften in die Speiseröhre (Reflux-Krankheit) leiden. Für werdende Mütter ist es aber umso wichtiger, eine solche Erkrankung frühzeitig diagnostizieren und behandeln zu lassen, denn von ihrer Gesundheit hängt eben auch die Gesundheit des Babys ab.
 

Magenschmerzen therapieren

Schwangere Frau trinkt Tee
Thinkstock, KatarzynaBialasiewicz

So vielfältig wie die Ursachen für Magenbeschwerden sind, so vielfältig sind auch die Therapiemöglichkeiten. Da Medikamente und Schmerzmittel für Frauen in der Schwangerschaft überwiegend nur bedingt oder gar nicht geeignet sind, werden neben der Umstellung der Ernährungsgewohnheiten zumeist Kräutermittel in Form von Tees, Lutschdragees, Tropfen oder Säften empfohlen. So gelten Kümmel, Fenchel, Salbei und vor allem Kamille als beruhigende Kräuter für den Magen. Schmerzlindernd wirken außerdem Wärme und Entspannungsübungen. Alkohol und Nikotin schaden den Magen. Einmal abgesehen davon, dass sie schlimme Auswirkungen auf die Entwicklung des Ungeborenen haben. Zusammen mit dem Arzt, der neben der körperlichen Untersuchung auch eine eingehende Befragung für die Diagnose durchführen wird (Anamnese), gilt es, eine Therapiemethode zu finden, die sowohl den Beschwerden der werdenden Mutter als auch dem Kind in ihrem Bauch gerecht wird.