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Masturbation bei Kindern Was es mit dem selbstbefriedigenden Verhalten auf sich hat

Masturbation bei Kindern: Kind sitzt auf dem Boden
© kristall / Adobe Stock
Wenn kleine Kinder sich plötzlich im Intimbereich streicheln oder reiben, ist die Verunsicherung der Erwachsenen häufig groß. Wir erklären euch, was es mit diesem Verhalten auf sich hat und geben Tipps für eine angemessene Reaktion. 

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Mit zunehmendem Alter erkunden Kinder – einige mehr, andere weniger – ihren Körper. Dazu gehören auch die Geschlechtsorgane. Für Außenstehende oder euch als Eltern kann das unangenehm sein und vielleicht ist euer erster Impuls, dieses Verhalten zu unterbinden. Vor allem, wenn euer Kind in der Öffentlichkeit an seinen Genitalien spielt. Doch ein Verbot oder eine Bestrafung sind hier fehl am Platz. Wir zeigen euch bessere Alternativen auf und erklären, warum Selbstbefriedigung auch schon im Kleinkindalter ganz normal ist.

Selbstbefriedigung bei Kindern: Ist das normal?

Auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt, weil das Thema Masturbation in der Elternrunde womöglich für betretenes Schweigen sorgt: Es ist völlig normal, dass auch Kleinkinder ihren Köper schon sinnlich erkunden. Ungefähr im zweiten Lebensjahr fangen viele Kinder erstmals an, sich ganz gezielt an den Genitalien zu reiben. Diese kindliche Erkundung zielt zunächst auf das Begreifen und Erfassen des eigenen Körpers ab – und nicht auf einen maximalen Lustgewinn, wie bei Erwachsenen. Die schönen Gefühle, die Kinder hier erleben, sind dabei eine wohlige Begleiterscheinung. 

Kleinkinder erleben verschiedenste sinnliche Erfahrungen als lustvoll und beginnen früher oder später, ihren Körper von oben bis unten zu erkunden. Sie berühren ihren Bauch, ihren Po und untersuchen ihre Hände genauso selbstverständlich wie ihre Geschlechtsorgane. Eigentlich logisch, dass sie dabei dort verweilen, wo es sich besonders gut anfühlt und genau diese Berührung auch regelmäßig wiederholen. Während viele Eltern dann am liebsten im Erdboden versinken würden, denken sich die Kinder gar nichts dabei. Sie befriedigen lediglich ganz spontan, unbefangen und ohne Scham ihre Bedürfnisse – mitunter eben auch in aller Öffentlichkeit. Denn erst ab dem vierten Lebensjahr beginnt sich langsam ein Gefühl von Scham zu entwickeln, so der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte.

Selbstbefriedigung

Wie reagieren Eltern in so einer Situation am besten?

Auch wenn es schwerfallen mag lautet das oberste Gebot: gelassen bleiben und eventuelle Blicke ignorieren! Also erst einmal durchatmen und dann versuchen, folgende Tipps umzusetzen: 

  • Keine Verbote, Strafen oder Abwertungen: Diese Reaktionen vermitteln eurem Kind, dass seine Sexualität etwas schlechtes ist und können zu Schuldgefühlen führen. Diese können euer Kind und seine Einstellung zu Sexualität auch noch im Erwachsenenalter negativ beeinflussen.
  • Verschafft eurem Kind einen geschützten Raum: Erklärt eurem Kind, dass selbstbefriedigendes Verhalten zwar völlig in Ordnung, aber nichts für die Öffentlichkeit ist. So lernt es, Rücksicht auf sein soziales Umfeld zu nehmen und wird zeitgleich in seiner eigenen Privatsphäre geschützt.

Versucht, euch nicht mit rotem Kopf stellvertretend für euer Kind zu schämen und das Kleine mit mehr oder weniger Nachdruck aus seiner Lust reißen. Ablenken ist aber in Ordnung, denn ganz gelassen daneben stehen, wenn das eigene Kind sich in aller Öffentlichkeit Lustgefühle verschafft, halten Mütter und Väter selten aus. Vermittle ihm aber trotzdem, dass Berührungen an Klitoris, Scheide oder Penis völlig in Ordnung sind – nur eben hinter die geschlossene Kinderzimmertür gehören.

Übrigens: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt kostenlos eine Reihe von Informationsbroschüren zur kindlichen Sexualentwicklung und -aufklärung bereit, die Eltern bei diesen und ähnlichen Fragen als erste Orientierung dienen kann.

Quellen: 

ELTERN

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