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Angeboren oder anerzogen?

Wieviel ist uns in die Wiege geliegt? Und inwieweit kann Erziehung unsere Entwicklung beeinflussen? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler seit langem - hier ein kurze Zusammenstellung der wichtigsten Positionen.
  • Der Biologe Francis Galton (1822 - 1911), ein Cousin von Charles Darwin, war der erste, der Zwillinge beobachtete und daraus den Schluss zog, die Erbanlagen seien stärker als die Umwelt.
  • Dann betonte die Psychoanalyse die wichtige Rolle der Erziehung. Behavioristen wie der amerikanische Forscher John Watson (1878 – 1958) behaupteten sogar, jedes Kind ohne Rücksicht auf dessen Anlagen zu einem Rechtsanwalt oder Arzt erziehen zu können.
  • Als Reaktion auf dieses Zuchtprinzip entstand die antiautoritäre Erziehung des Summerhill-Gründers Alexander Sutherland Neill: Selbstbestimmung sollte die vorhandenen Anlagen am besten fördern können.
  • 1979 begann der amerikanische Psychologe Thomas Bouchard systematisch nach getrennt aufgewachsenen Zwillingen zu fahnden. Seine verblüffende Feststellung an Tausenden von Versuchspersonen: Sie glichen nicht nur äußerlich, sondern auch in ihrem Wesen ihren leiblichen Eltern, obwohl sie diese nicht kannten.
  • In den 90er Jahren wurden im Zuge der Entschlüsselung des menschlichen Gen-Codes immer mehr Eigenschaften identifiziert, darunter für Intelligenz, Homosexualität und Aggression. Sie reichen jedoch nicht aus, um Verhalten zuerklären.
  • Das Imprinting wird entdeckt: Manche Gene werden nur abhängig vom Geschlecht des vererbenden Elternteils aktiviert.
  • Die amerikanische Autorin Judith Rich Harris schreibt einen Besteller darüber, dass Erziehung sinnlos ist, weil sich die Kinder an ihren Cliquen orientieren.
  • Medizinische Forschungen zeigen, dass die Lebensbedingungen sich auf das Erbgut auswirken und innerhalb weniger Generationen vererbt werden können.

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