Frühchen Pia-Fee - die Pränatalstation war die Rettung

Lesen Sie hier den Bericht von Beate Hoffmann, deren Tochter in der 28. Woche geboren wurde.

Wunschkind Pia-Fee

Frühchen Pia-Fee - die Pränatalstation war die Rettung

Ein Wunschkind war Pia-Fee, als sie vor drei Jahren und sechs Monaten auf die Welt kam. Allerdings war die Geburt, wie bei so vielen anderen Frühchen auch, dramatisch - ebenso wie der Zeitpunkt.

12 Wochen zu früh, in der 28. Schwangerschaftswoche, wurde ich per Kaiserschnitt von meiner kleinen Tochter entbunden: Nur 1070 Gramm Leben hielt ich da zitternd in meinen Händen. Ursache dieser zu frühen Geburt war eine Muttermundschwäche, die man bereits in der 20. Schwangerschaftswoche feststellte.

Damals wurde ich auf die noch separat existierende Pränatalstation des Allgemeinen Krankenhauses Barmbek eingewiesen, um die Schwangerschaft zu retten. Es wurde eine Notfall-Cerclage gelegt - ein künstlicher Verschluss des Muttermundes. Dennoch ließ sich die Geburt dann aufgrund unstillbarer Wehen und einem vorausgegangenen Blasensprung leider nicht mehr aufhalten. Inzwischen ist meine kleine Pia-Fee mit ihren 3,5 Jahren eine echte "Schäkerliese" und fast nichts deutet mehr auf den so schweren Start hin.

Die Barmbeker Pränatalstation war die Rettung

Auch heute noch rede ich von einem Wunder. Insbesondere der Barmbeker Pränatalstation mit ihren Schwestern und Ärzten bin ich unendlich dankbar. Alle haben mich motiviert durchzuhalten. Da ich ja nur "schwanger" und nicht krank war, wollte ich immer wieder aufstehen und etwas tun. Glücklicherweise wurde mir aber wirklich gebetsmühlenartig gesagt, dass jeder, absolut jeder Tag zählt! Damals habe ich das gar nicht so richtig realisiert. Wie in einem Hotel mit bestem Service und optimaler Rund-um-Betreuung habe ich mich gefühlt - gestärkt wurde vor allem meine Psyche und genau darin sehe ich auch die Hauptursache, dass wir zwei beide es so weit geschafft haben.

Genau aus diesem Grund setzte ich mich dafür ein, dass alle Mütter, die mit Risikoschwangerschaften auf der Pränatalstation liegen und mit der frühzeitigen Geburt ihres Kindes rechnen müssen, bereits im Vorwege mit uns, der Barmbeker Frühchengruppe des Vereins FRÜHSTART, in Kontakt kommen können - um ihnen Mut zu machen und um ihnen zu signalisieren, dass sie im Bedarfsfall mit unserer Beratung und Betreuung rechnen können. Für den Verein FRÜHSTART engagiere ich mich seit dem Jahr 2000 aktiv im AK Barmbek. Regelmäßig jeden ersten Montag im Monat treffen wir uns mit betroffenen Eltern zum Jour fixe direkt auf der Intensivstation, um erste Hilfestellungen zu geben. Der anschließende Elterntreff wird regelmäßig und gerne von Eltern besucht, die sich auch aktiv an der Elternberatung beteiligen. Wir alle wissen, wie unglaublich hilfreich die Elternberatungen und -hilfen durch selbst betroffene Eltern sind.

Meine grosse Tochter hat sich grossartig verhalten

Mutter Beate Hoffmann mit ihren beiden Töchtern Pia-Fee und Lea-Kim.
Mutter Beate Hoffmann mit ihren beiden Töchtern Pia-Fee und Lea-Kim.

Ganz besonders meiner lieben Tochter Lea-Kim, die 1995 nach einer "wunderschönen Schwangerschaft" ganz normal zur Welt kam, bin ich unglaublich dankbar.

Als Lea-Kim gerade fünf Jahre alt war, lag ich wochenlang im Krankenhaus und bei uns Zuhause herrschte das absolute Chaos. Meine Lea-Kim hatte unheimlich viel Verständnis, verzichtete sogar auf ihre heiß geliebten Reitstunden und hat sich trotzdem nie beschwert.

Meine beiden Mädchen lieben sich wirklich sehr. Manchmal habe ich das Gefühl, wir hätten das u.a. dadurch noch gefördert, dass wir ein Bild von Lea-Kim im Inkubator am Fußende befestigten, auf das Pia-Fee unweigerlich schauen mußte. Tatsächlich konnten wir damals beobachten, dass unser Frühchen gelächelt hat, wenn sie das Bild ihrer Schwester sah.