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Onlinekurse für Geburtsvorbereitung und Rückbildung – alle Infos im Überblick

Bis auf Weiteres finden Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse nicht mehr wie gewohnt statt. Doch es gibt Abhilfe: Viele Hebammen bieten nun Onlinekurse an. Wie du einen geeigneten Kurs findest und wer die Kosten übernimmt, erfährst du hier!

Coronavirus: Onlinekurse für Geburtsvorbereitung und Rückbildung – alle Infos im Überblick
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Auf einen Blick
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  • Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse können aktuell nicht mehr in Gruppen durchgeführt werden.
  • Viele Hebammen bieten ihre Kurse deshalb jetzt online an.
  • Wenn die Kurse bestimmte Kriterien erfüllen, trägt deine Krankenkasse die Kosten.
  • Wenn du privatversichert bist, musst du bei deiner Krankenkasse nach einer Kostenübernahme fragen.

Einmal die Woche mit anderen Schwangeren oder frischgebackenen Müttern in einem Kursraum sitzen? Bis vor wenigen Wochen war das für viele Frauen ganz normal und selbstverständlich. Doch seit Corona ist auch hier alles anders: Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse können nicht mehr in Gruppen durchgeführt werden. Als Reaktion bieten viele Hebammen ihr Kursangebot nun online an. Und auch wenn dein Kurs erst in ein paar Wochen oder sogar Monaten beginnt: Sich jetzt schon über mögliche Alternativen zu informieren kann in keinem Fall schaden. Denn wie lange die aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen noch in Kraft bleiben, kann keiner vorhersagen.

Geburtsvorbereitung und Rückbildung – gibt’s jetzt auch digital!

In einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 24.03.2020 haben der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V., der Deutsche Hebammenverband e.V., das Netzwerk der Geburtshäuser e.V. sowie der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen erklärt, dass Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse übergangsweise auch als digitale Kurse angeboten werden können – und zwar vorerst bis zum 19.06.2020. Das bedeutet für dich: Die von den Krankenkassen getragenen Leistungen bei der Versorgung mit Hebammenhilfe werden um digitale Beratung, Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse erweitert. So soll sichergestellt werden, dass du trotz der aktuellen Einschränkungen bestmöglich betreut werden kannst.

Podcast: Geburtsvorbereitungskurs zum Hören

Wie finde ich einen Onlinekurs?

Wenn du dich bereits zu einem Rückbildungs- oder Geburtsvorbereitungskurs angemeldet hast, solltest du zunächst in Erfahrung bringen, ob es ein digitales Ersatzangebot gibt. Falls dies nicht der Fall ist, kannst du online nach Hebammen suchen und explizit nach Onlinekursen fragen. Hilfreich hierbei ist die Hebammensuche des Deutschen Hebammenverbands oder die Hebammenliste der gesetzlichen Krankenkassen. Die Hebammenliste zeigt zudem nur Kurse an, die auch von der Krankenkasse bezahlt werden. Und du kannst sicher sein: Steht die Hebamme auf der Hebammenliste, handelt es sich um ein seriöses Angebot, wie Ann Marini vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen erklärt.

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Und wenn es ganz schnell gehen muss: Ursula Jahn-Zöhrens, Beirätin für den Freiberuflichen-Bereich des Deutschen Hebammenverbands, empfiehlt, die Suchplattform ammely zu nutzen. Hier findest du Hebammen, die deutschlandweit eine Akutbetreuung auch in digitaler Form anbieten. Dieser neue Service vernetzt Hebammen mit freien Kapazitäten und Frauen, die eine schnelle Betreuung benötigen. Außerdem rät sie dazu, wenn möglich von Experten, also in erster Linie Hebammen und Geburtshelfern, konzipierte Kurse auszuwählen. Ob ein Kursangebot gut oder schlecht sei, ließe sich aber pauschal nicht sagen, so Jahn-Zöhrens. Auch hier solltest du mit (d)einer Hebamme Rücksprache halten und schauen, dass der Kurs so individuell wie möglich auf deine Bedürfnisse eingehen kann.

Wir haben dir als Beispiel zwei Anbieter verlinkt:

Wer übernimmt die Kosten?

In Deutschland haben gesetzlich versicherte Frauen Anspruch auf einen von der Krankenkasse bezahlten Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurs. Dieser Anspruch bleibt auch in Zeiten von Corona bestehen. Aber: Die Kosten können nur übernommen werden, wenn eine anerkannte Hebamme den Kurs durchführt! Diese kann den Kurs direkt mit der Krankenkasse abrechnen und du musst dich um nichts kümmern. Und der Kurs muss folgende Kriterien erfüllen:  

  • Es muss sich um einen Live-Kurs handeln, bei dem Ton und Bild eine Kommunikation in Echtzeit ermöglichen. Eine Aufzeichnung ist nicht gestattet.
  • Die Hebamme stellt die digitale Lösung zur Verfügung und den Teilnehmerinnen dürfen keine zusätzlichen Kosten, etwa für spezielle Kommunikationssoftware, entstehen.
  • Der Kurs findet regelmäßig zu einer mit den Teilnehmerinnen vereinbarten Uhrzeit statt. 
  • Die Teilnehmerinnen müssen der Live-Zuschaltung im Vorfeld explizit zugestimmt haben.
  • Die Inhalte des Onlinekurses entsprechen exakt den Inhalten eines „normalen“ Kurses, es können jederzeit Fragen gestellt werden. 
  • Bereits begonnene Rückbildungskurse können bei einer Unterbrechung bis zur Vollendung des 12. Monats nach der Geburt absolviert werden.

Welche Kosten werden nicht übernommen?

„Kurse, die nicht in Ton und Bild in Echtzeit als Videotelefonie live erfolgen, sind nicht über die Sonderregelungen abgedeckt“, sagt Ann Marini vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen. Heißt: Erfüllt der von dir ausgewählte Kurs nicht die oben genannten Kriterien, werden die Kosten vermutlich nicht übernommen. Auch Kurse, die von privaten Anbietern und nicht von Hebammen angeboten werden, werden in der Regel nicht von den Krankenkassen bezahlt. Ebenso Angebote wie Hypnobirthing, Schwangerschaftsyoga oder Gymnastik – diese Kurse sind nicht Bestandteil der Regelversorgung. Es gibt aber Krankenversicherungen, die bestimmte Angebote bezuschussen oder sogar übernehmen. Auch hier gilt: im Zweifel anrufen und nachfragen! Das betrifft auch etwaige Partnerbeiträge, die bei einem gemeinsamen Kurs der werdenden Eltern entstehen können: „Die Erstattung von Kosten für den Partner sind Einzelfallentscheidung der Krankenkassen“ – so Ann Marini.

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Ich bin privat versichert, muss ich den Kurs selbst bezahlen?

Wenn du privat versichert bist, musst du dich bei deiner Versicherung erkundigen, inwieweit Hebammenleistungen generell übernommen werden. Viele private Kassen übernehmen die Kosten nur zum Teil – und das ganz unabhängig von Onlinekursen in Zeiten von Corona.

Kann ich bereits gezahlte Gebühren erstattet bekommen?

Für einen herkömmlichen Geburtsvorbereitungs- oder Rückbildungskurs musst du nichts zahlen – daher kann hier auch nichts erstattet werden. Viele Geburtsvorbereitungskurse bieten jedoch Paarprogramme an, bei denen die Kosten für die Kursteilnahme des Partners privat getragen werden. Was, wenn du diesen Betrag bereits gezahlt hast und der Kurs nun ausfällt? Tatsächlich gibt es keinen generellen Anspruch auf eine Rückerstattung. Ob du etwas erstattet bekommst (und wie viel), hängt von den Bedingungen des Vertrags ab, den du mit der kursgebenden Hebamme geschlossen hast. Um Klarheit zu bekommen, solltest du einfach nachfragen.

Ich habe keinen Computer oder kein Internet zu Hause – was nun?

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Diese Situation stellt in der Tat eine Herausforderung dar, so Ursula Jahn-Zöhrens vom Deutschen Hebammenverband. Insbesondere die Tatsache, dass es nicht in allen Regionen eine gleichbleibend stabile Internetverbindung gibt und die Online-Kommunikation in Echtzeit somit erschwert wird. 
Die Beirätin für den Freiberuflichen-Bereich erklärt, dass aber grundsätzlich die Möglichkeit einer telefonischen Beratung mit einer Hebamme besteht und eine individuelle Lösung gefunden werden kann. Sie rät: Mit den Hebammen sprechen und eventuell auch bei den Krankenkassen nachfragen, ob ein Offline-Webinar erstattet werden kann.

Quellen:

Coronavirus: Onlinekurse für Geburtsvorbereitung und Rückbildung – alle Infos im Überblick

Dieser Beitrag ist Teil der Initiative GEMEINSAM GEGEN CORONA der Bertelsmann Content Alliance, zu der auch der Verlag Gruner + Jahr gehört, in dem ELTERN erscheint. Gemeinsam setzen wir ein Zeichen im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus.