Schwangerschaft
 
Pfefferminztee in der Schwangerschaft: Wie viel ist okay?

Ob eisgekühlt im Sommer oder heiß im Winter: Pfefferminztee ist wahrscheinlich der beliebteste Kräutertee. Und in der Schwangerschaft? Ist er auch erlaubt – mit Einschränkungen.

Zwei Gläser mit Pfefferminztee und Blättern
iStock, arturogi
Auf einen Blick
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  • Es gibt unzählige Arten von Minze. Alle sind reich an ätherischen Ölen (u.a. Menthol), Gerbstoffen, Bitterstoffen und Flavonoiden.
  • Besonders die ätherischen Öle verleihen der Pfefferminze das besondere Aroma und den typischen kühlenden Effekt.
  • Pfefferminze wird bei vielen Beschwerden angewandt, zum Beispiel Magenschmerzen, Übelkeit, Sodbrennen, Schnupfen, Kopfweh.
  • Pfefferminze wird nachgesagt, dass die Wirkstoffe in der Schwangerschaft die Gebärmutter anregen und dadurch Wehen fördern können.
  • Allerdings müsste für solch eine schädliche Wirkung die Menge an Wirkstoffen viel höher sein als in ein, zwei Tassen Pfefferminztee.

Pfefferminze: Warum sie so beliebt ist

Ein kleines Quiz gefällig? Okay: Zähle sieben Sachen auf, die öfter mit Pfefferminze verfeinert werden. Kein Problem, oder? Also: Tee, Kaugummi, Schokolade, Eis, Cocktails, Smoothies, Salate. Dir fallen noch mehr ein? Kein Wunder: Der Duft und Geschmack von Minze sind einfach einzigartig. Aromatisch, frisch, appetitlich und ein ganz klein bisschen scharf. Deshalb trägt die Pfefferminze ja auch den Pfeffer im Namen. Unzählige Minz-Sorten gibt es, von A wie Ackerminze bis Z wie Zitronenminze, sie unterscheiden sich oft stark im Aroma und in der Verwendung. Aber allen ist gemeinsam ist, dass sie botanisch der Familie der Lippenblütler angehören und reich an ätherischen Ölen (u.a. Menthol), Gerbstoffen, Bitterstoffen und Flavonoiden ist. Besonders die ätherischen Öle sind es, die der Pfefferminze das besondere Aroma und den typischen kühlenden Effekt verleihen.

Wie nutzt die Volksmedizin Pfefferminze als Heilkraut?

Neben den frischen und getrockneten Blättern als Tee gibt es noch viele andere Zubereitungen aus der Pfefferminze, zum Beispiel Tropfen, Salben, Öle, Kapseln, Badezusätze und Mundspülungen.

  • Als Teezubereitung lindert Pfefferminze Magen-Darm-Beschwerden wie Krämpfe, Blähungen und Völlegefühl und Beschwerden beim Reizdarmsyndrom, die Gerbstoffe wirken entkrampfend und beruhigend.
  • Auch bei Sodbrennen und morgendlicher Übelkeit soll Pfefferminztee helfen.
  • Das Öl wirkt schleimlösend und befreiend bei Erkältung und Schnupfen.
  • Auf die Schläfen gerieben lindert das Öl Kopfschmerzen, was besonders für Schwangere gut ist.
  • Wegen des kühlenden Effekts durch die schnell verdunstenden Öle können die Salben Muskelschmerzen und rheumatische Beschwerden lindern.

Wie können die Blätter in der Schwangerschaft gefährlich werden?

Pfefferminzpflanze in der Sonne
iStock, asiantiger247

Zum einen wird Pfefferminztee nachgesagt, dass die Wirkstoffe in der Schwangerschaft die Gebärmutter anregen und dadurch Wehen fördern können – wenn sie in hoher Dosierung und über längere Zeit konsumiert werden.
Eine andere Gefahr ist die Verunreinigung mit Pyrrolizidinalkaloiden (PA). PA sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die von vielen Pflanzen zur Abwehr von Fressfeinden gebildet werden. Schätzungsweise 6.000 Pflanzenarten weltweit enthalten PA, darunter in Deutschland Vergissmeinnicht, Huflattich, Borretsch und Beinwell. Werden solche Pflanzen aus Versehen mitgeerntet, können die PA in den Tee gelangen.
Zwar sind die Mengen, die bisher in Kräutertees gefunden wurden, so gering, dass Menschen sich nicht direkt mit dem Tee vergiften können. Trinkt man aber täglich in reichlichen Mengen von solch einem verunreinigten Tee, kann das tatsächlich im schlimmsten Fall der Leber schaden und eventuell auch dem ungeborenen Baby. Bioprodukte sind übrigens nicht weniger belastet, da es sich bei den PA um einen natürlichen Inhaltsstoff der Pflanzen handelt.
Deshalb rät das Bundesamt für Risikobewertung: „Schwangere und Stillende sollten Kräutertees und Tee abwechselnd mit anderen Getränken konsumieren. Dies gilt auch für Personen, die den überwiegenden täglichen Flüssigkeitsbedarf mit Kräutertee decken.“
Noch ein Tipp: Manche Tee-Hersteller geben auch auf ihren Websites Auskunft über die PA-Balastung ihrer Produkte. Dazu die Verbraucherzentralen: „Sind diese Informationen unbefriedigend oder fehlen sie ganz, sollte man sich nicht scheuen, bei der Firma detailliert nachzufragen.“

Muss ich mir als Schwangere Sorgen machen, weil ich eine Tasse Pfefferminztee getrunken habe?

Ganz klar: nein. Auch wenn man im Netz immer wieder Warnungen liest, dass Schwangere auf keinen Fall Pfefferminztee trinken sollen: Das ist Panikmache. Die Dosis macht das Gift, dieser kluge Satz von Paracelsus gilt auch hier. Ja, ätherische Öle stehen im Verdacht, vorzeitige Wehen und damit eine Fehlgeburt auslösen zu können, wenn sie über längere Zeit in großen Mengen geschluckt werden. Nicht aber in kleinen Mengen wie zwei Tassen Tee oder hin und wieder einer Kanne. (Und: Könnte Pfefferminze wirklich Wehen auslösen, dann hätte die Volksmedizin diese Wirkung schon im Mittelalter erkannt und das Kraut als Wehenmittel und zu Abtreibungen genutzt. Davon ist aber nichts bekannt.) Und deinem Baby im Bauch kann Pfefferminztee in so geringen Mengen auch nicht schaden.

Was ist mit Minzöl in der Schwangerschaft?

Minzöl enthält die ätherischen Öle in konzentrierter Form. Deshalb solltest du zur Vorsicht zum Beispiel keine Minzöl-Kapseln einnehmen, denn dann würdest Du ein Vielfaches an ätherischem Öl zu dir nehmen, als wenn du etwa eine oder zwei Tassen Pfefferminztee trinkst.
Zum Inhalieren bei Übelkeit oder zum Einreiben bei Kopfschmerzen kannst Du es aber auf jeden Fall verwenden.

Darf ich Pfefferminztee in der Stillzeit wieder trinken?

Wie auch manchen anderen Kräutern, etwa Salbei, wird der Pfefferminze nachgesagt, die Milchbildung zu hemmen. Auch hier gilt aber, dass die Wirkung, wenn überhaupt, erst ab einer größeren Menge eintritt. Die aber solltest du in der Stillzeit wegen einer möglichen Verunreinigung mit Pyrrolizidinalkaloiden dir und deinem Kind zuliebe ohnehin nicht trinken.