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Lehrer-Umfrage zeigt Monatelange Schulschließungen haben dramatische Folgen für Kinder

Lehrer-Umfrage zeigt: Monatelange Schulschließungen haben dramatische Folgen für Kinder
© fizkes / Shutterstock
Die dritte Lehrer-Umfrage für das Deutsche Schulbarometer Spezial zur Corona-Pandemie zeigt, dass die monatelangen Schulschließungen dramatische Auswirkungen auf die Schüler:innen haben. Die soziale Ungleichheit habe sich noch weiter verstärkt.

In den vergangenen eineinhalb Jahren kam es immer wieder zu Schulschließungen oder Hybridunterrichtmodellen. Im Fokus lag dabei der Schutz der Kinder und Lehrer:innen. Mittlerweile liegt die Impfquote bei Lehrkräften bei knapp 95 Prozent, so die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers Spezial zur Corona-Pandemie.

Lehrer-Umfrage zeigt deutlichen Anstieg negativer Verhaltensweisen bei Schüler:innen

Vom 23. Bis zum 30. September 2021 wurden im Auftrag der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der „Zeit“ 1001 Lehrer:innen an allgemeinbildenden Schulen vom Meinungsforschungsinstitut Forsa befragt. Die Umfrageergebnisse sind eingeteilt in Gesamtumfragewerte und nach Schulen mit einem hohen oder niedrigen Anteil an Familien mit Sozialtransfer – darunter fallen beispielsweise Sozialleistungen wie Hatz IV.

Insgesamt beobachten Lehrer:innen einen deutlichen Anstieg negativer Verhaltensweisen bei Schüler:innen. Bei 65 Prozent der Schüler:innen an Schulen mit einem niedrigen Anteil an Familien mit Sozialtransfer sehen Lehrkräfte eindeutige Motivationsprobleme. An Schulen mit einem hohen Anteil wird das bei 75 Prozent der Schüler:innen beobachtet.

Die Folgen der Pandemie sind deutlich: Von Konzentrationsmangel bis zu aggressivem Verhalten

Ebenfalls erschreckend ist der hohe Anteil an Kindern, die an Konzentrationsmangel leiden. An Schulen mit einem niedrigen Anteil an Familien mit Sozialtransfer beobachten Lehrer:innen bei 67 Prozent ihrer Schüler:innen, dass sie sich deutlich schlechter konzentrieren können. Bei Schulen mit einem hohen Anteil sind es sogar 77 Prozent.

Hinzu kommen eine deutlich stärkere körperliche und motorische Unruhe, Zurückgezogenheit und häufiges Schulschwänzen. Besonders auffällig ist, dass Lehrer:innen an Schulen mit einen hohen Anteil an Familien mit Sozialtransfer mit 44 Prozent deutlich häufiger aggressives Verhalten beobachten. Bei Schulen mit einem niedrigen Anteil sind es nur 14 Prozent.

Auf Grund der Corona-Pandemie ist der Lernrückstand von Schüler:innen enorm

Insgesamt gehen 80 Prozent der Lehrkräfte davon aus, dass sich die soziale Ungleichheit durch die Schulschließungen verstärkt hat. An Schulen mit einem niedrigen Anteil an Familien mit Sozialtransfer beobachten Lehrer:innen bei 24 Prozent der Schüler:innen einen deutlichen Lernrückstand zum Schuljahresbeginn 2021/2022. Bei Schulen mit einem hohen Anteil betrifft das 49 Prozent.

45 Prozent der Schulen setzen externes Personal ein, um die Lernrückstände aufzufangen. 59 Prozent der Lehrkräfte sehen für das aktuelle Schuljahr die höchste Priorität in der Stärkung der pädagogischen Beziehung zwischen Lehrkraft und Schüler:in, um psychosoziale Folgen zu bewältigen.

Verwendete Quellen: Deutscher Schulbarometer, deutsches-schulportal.de, armuts-und-reichtumsbericht.de vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales

slr ELTERN

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