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Wiederholt sich die Corona-Krise an den Schulen? "Kinder werden erneut die Verlierer der Pandemie"

Corona und Schule: Mädchen mit Maske
© Halfpoint / Shutterstock
In Hinblick auf die Corona-Krise und die Situation an den Schulen zeigt sich der Kinderschutzbund besorgt. So könnten Kinder im Herbst erneut zu den Verlierern der Pandemie werden.

Corona und die Schule, das war die letzten Monate, ja sogar das letzte Jahr über kein gutes Team. Von einer Welle zur nächsten standen Kinder und Eltern vor den gleichen Problemen: Wie können Schüler:innen geschützt – und gleichzeitig weiter unterrichtet werden? Die Sommerferien und sinkende Corona-Zahlen machen aktuell eigentlich Mut zum Aufatmen. Jetzt hat der Kinderschutzbund allerdings vor dem Herbst gewarnt – und einer neuen Corona-Welle, unter der wieder Familien zu leiden haben könnten.

Schulen müssen sich auf Herbst vorbereiten

Müssen die Kinder die aktuelle Unbeschwertheit des Sommers letztendlich bezahlen? Das gab der Präsident des Kinderschutzbundes Heinz Hilgers in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zu Bedenken: "Da werden Feste mit 1000 Menschen gefeiert, die Fußball-Stadien werden immer voller. Mein Rat wäre deshalb, es mit den Freiheiten nicht zu übertreiben, um im Herbst nicht in eine neue Krise hineinzurutschen", sagte Hilgers gegenüber RND.

Während die Menschen die Lockerungen genießen, breitet sich auf der Welt aktuell bereits die Delta-Variante des Coronavirus aus. Bislang zeigten sich Wissenschaftler:innen zwar optimistisch, dass die Impfungen auch gegen diese Variante wirken dürften – nur sind eben noch lange nicht alle geimpft. Insbesondere Kinder nicht, für die unter 12 Jahren noch keine Impfung freigegeben wurde. Und genau diese müssten bei einer neuen Infektionswelle demnach besonders geschützt werden. Deswegen sollte schon jetzt ein Konzept für den Schulbetrieb im Herbst erstellt werden.

Wiederholt sich die Corona-Krise?

Täglich grüßt das Murmeltier, dürften sich so manche Eltern jetzt denken: Im letzten Jahr standen die Schulen schließlich vor einem ähnlichen Problem: Der Kinderschutzbund bemängelt, es würde erneut in dieser Phase der Pandemie politisch wieder nicht genug unternommen werden. So könnte die Zeit zum Beispiel genutzt werden, um die Digitalausstattungen oder Lüftungen rechtzeitig zu verbessern. Ähnlich äußerte sich dem RND gegenüber auch die Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft Maike Finnern, die ebenfalls für eine krisenfeste Organisation der Schulen plädierte. Um die Ausbreitung der Delta-Variante im Herbst zu verhindern, müsse jetzt gehandelt werden – denn dann würden erneut Hygiene-, Test- und Masken-Konzepte gefordert sein.

Andernfalls dürfte sich das Szenario der bisherigen Corona-Krise wiederholen. Um das zu verhindern, sollte man aus den letzten Monaten gelernt haben, sich rechtzeitig darum kümmern, dass die Kleinsten unserer Gesellschaft auch zukünftig geschützt – und nicht vergessen – werden. "Ich fürchte, die Kinder werden erneut die Verlierer der Pandemie sein", lautete das abschließende, nüchterne Urteil von Kinderschützer Hilgers.

verwendete Quellen:Redaktionsnetzwerk Deutschland, Tagesschau, Kinderschutzbund

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