VG-Wort Pixel

Mit dem Kind schreiben lernen So kannst du dein Kind beim Schreibenlernen unterstützen

Mit dem Kind schreiben lernen ist nicht ganz einfach, kann aber viel Spaß bringen.
© Konstantin Yuganov / Shutterstock
Spätestens in der Schule fängt dein Kind an schreiben zu lernen. Manchen Kindern fällt es gar nicht schwer, andere brauchen ein wenig Unterstützung. Wir erklären dir, wie du deinem Kind helfen kannst und welche Methoden es fürs Schreibenlernen gibt.

Artikelinhalt

Erste Schwungübungen, Motorik-Übungen, Motivation und kleine Erfolgserlebnisse – all das sollte dazugehören, wenn dein Kind beginnt, schreiben zu lernen. Viele Kinder sind mit großer Freude dabei, weil sie es kaum erwarten konnten, endlich das zu lernen, was nur die Erwachsenen oder älteren Geschwister können. Doch oft stellt sich Frustration ein, wenn es nicht gleich so klappt, wie sie erwartet hatten. Andere Kinder sind von Beginn an skeptisch, wenn es darum geht, erste Buchstaben und Wörter aufs Papier zu bringen, schließlich ist es doch viel schöner, bunte Bilder zu malen.

Als Elternteil weiß man oft nicht weiter: Man möchte sein Kind beim Schreibenlernen unterstützen – doch wie? Wir erinnern uns kaum noch an die Zeit, in der wir es gelernt haben zu schreiben und wissen daher nicht, was uns am besten geholfen hat. Und wann sollte man damit anfangen? Was ist zu früh und was zu spät? Wir haben die Antworten, wenn ihr mit eurem Kind schreiben lernen wollt.

Wann fängt ein Kind mit dem Schreiben an?

Knapp über die Hälfte aller Kinder in Deutschland fängt bereits mit vier Jahren an, sich für das Schreiben zu interessieren. Dabei wollen sie vor allem wissen, wie sie ihren Namen oder die der Familienmitglieder sowie Wörter wie "Mama", "Papa" oder "Oma" und "Opa" schreiben können. Ihren eigenen Namen schreiben die meisten Kinder bereits einige hundert Male, bevor sie in die Schule kommen und dort richtig schreiben lernen. 

Hier kannst du lesen, wie du Anzeichen für Mobbing in der Schule erkennst.

Wie kann ich das Schreibenlernen bei meinem Kind unterstützen?

Wenn ein Kind schreiben lernen will – auch schon lange vor der Grundschule – sollten Eltern das ruhig unterstützen. Allerdings sollte der Ehrgeiz dabei nicht allzu groß sein, denn das Schreibenlernen hat Zeit bis zur Grundschule. Bis dahin ist es wichtig, dem Kind vor allem Freude am Schreiben zu bereiten, es zu motivieren, aber es nicht unter Druck zu setzen.

Vor der Grundschule mit dem Kind schreiben lernen

Beim Schreibenlernen vor der Grundschule geht es vor allem darum, die Feinmotorik in den Händen zu verfeinern. Das ist später für die richtige Haltung der Stifte und für das exakte Schreiben der Buchstaben, die Schreibmotorik, wichtig. Hier kannst du dein Kind unterstützen, indem du es leichte Schwungübungen machen lässt. Zur Hilfe gibt es hierfür im Buchhandel zahlreiche Heftchen mit Schwungübungen für alle Altersklassen. Dein Kind kann sich darin frei ausprobieren.

Affiliate Link
Schwungübungen ab 3 Jahren: Übungsheft zur Förderung der Feinmotorik, Konzentration und Hand-Augen-Koordination
Jetzt shoppen
7,99 €

Doch achte darauf: Beim Schreiben müssen mehr als 30 Muskeln in Hand und Arm betätigt und koordiniert werden. Das ist anstrengend. Überfordere dein Kind nicht und lass es Pausen machen, wenn es nicht mehr weitermachen möchte. Es sollte zwischendurch seine Hände ausschütteln können und sich ausruhen.

Hilfreich ist hier auch alles, was auf den ersten Blick nichts mit Schreiben zu tun hat. Kneten, malen, basteln, formen – all dies fördert spielerisch die Feinmotorik sowie Schreibmotorik und macht es deinem Kind später leichter schreiben zu lernen.

Großen Spaß haben Kinder auch daran, Namen zu schreiben. Hierfür kannst du deinem Kind Namen auf einem Blatt Papier vorschreiben, welche es dann nachschreiben kann. Sind die ersten Namen geschrieben, ist dies meist schon ein toller Erfolg für die Kleinen und macht sie stolz. Diese kleinen Erfolgserlebnisse sind wichtig, damit der Spaß erhalten bleibt. 

Ab wann geht es, Kind alleine zu Hause zu lassen?

Schreiben, lesen, vorlesen – das alles gehört zusammen

Dein Kind soll schreiben lernen? Dann kannst du es auch unterstützen, indem du ihm vorliest. Das weckt nicht nur die Neugier und Begeisterung für das geschriebene Wort, sondern entwickelt durchs Zuhören auch sein Sprachgefühl. Es kann sich die Wörter besser auditiv vorstellen. Das ist besonders wichtig, wenn es später darum geht, im Rechtschreibunterricht Buchstaben zu richtigen und (richtig geschriebenen) Wörtern zusammenzufügen. 

Wenn du deinem Kind regelmäßig vorliest, wird es mit größerer Wahrscheinlichkeit später auch gern selber lesen und das Lesenlernen wird einfacher. Und auch dies ist förderlich für das Schreibenlernen. Denn wenn dein Kind viel liest, ist es besser in der Lage, sich Wörter mental vorzustellen und richtig zu schreiben. 

Man kann also sagen: Die beste Basis für das Schreibenlernen ist es, wenn ein Kind möglichst viel Sprache in seinem nahen Umfeld hat. Vorlesen, Singen, Sprechen – das alles ist die beste Vorraussetzung.

Alle wichtigen Infos: Erster Schultag

Mit welchen Stiften kann mein Kind am besten schreiben lernen?

Für kleine noch unsichere Händchen sind dicke dreieckige Blei- und Buntstifte am besten geeignet. Zudem ist es hilfreich, wenn die Stifte einen Abrutsch-Schutz in Form von kleinen Noppen oder Einkerbungen haben. So kann dein Kind den Bleistift sicherer halten und das Schreiben besser koordinieren. 

Affiliate Link
Faber-Castell Bleistift Jumbo Grip Two Tone (2 Stück), ergonomische Dreikantform und Grip-Zone
Jetzt shoppen
6,25 €

Bleistifte gibt es in verschiedenen Härtegraden. Wenn dein Kind beim Schreiben sehr stark aufdrückt, kommt es wahrscheinlich mit einem harten Bleistift besser zurecht. Ist dein Kind eher zaghaft beim Schreiben, dann wähle eher einen Stift mit einer weicheren Mine. Später in der Schule geben die Lehrer meist an, welche Härtegrade die Stifte für den Unterricht haben sollten. 

Es gibt im Fachhandel auch sogenannte Schreiblernstifte, die Kindern die ersten Schreibversuche erleichtern sollen. Hier kannst du auch unterschiedliche Stifte für Rechts- und Linkshänder bekommen. Ob dein Kind ein Rechts- oder Linkshänder ist, zeigt sich meist schon lange bevor dein Kind mit dem Schreiben beginnt. 

Affiliate Link
Pelikan Griffix Schreiblernstift mit 6 Minen
Jetzt shoppen
14,23 €

Schreiben lernen mit dem Füller

Wann dein Kind beginnt mit dem Füller zu schreiben, entscheiden meist die Lehrer. In der Regel passiert dies in der zweiten oder dritten Klasse, wenn dein Kind schon ein bisschen sicherer im Schreiben ist. Zwischendurch kommen manchmal sogenannte Schreiblerntintenrollerzum Einsatz, die so etwas wie die Vorstufe zum Füller darstellen. 

Affiliate Link
Schneider Base Senso Tintenroller (für Schreibanfänger, Rechts- und Linkshänder), mit Warnlicht bei zu viel Druck
Jetzt shoppen
14,95 €

Mit welchen Methoden kann mein Kind schreiben lernen?

Es gibt verschiedene Methoden, mit denen Kindern das Schreibenlernen vermittelt werden kann:

  1. Fibelbasierter Unterricht: Bei dieser Methode wird das Alphabet mithilfe eines Buches Buchstabe für Buchstabe erarbeitet. Nach und nach können die Schüler:innen die Buchstaben dann zusammensetzen und zu Worten formen. Man beginnt mit einfachen Worten, die kurz sind und so geschrieben werden wie sie gesprochen werden. Fehler werden bei dieser Methode von Anfang an korrigiert, damit sie sich nicht auf Dauer einschleichen.
  2. Freies Schreiben / Lesen durch Schreiben: Bei dieser Methode suchen sich die Schüler:innen Buchstaben in einer bebilderten Schreibtabelle, der sogenannten Anlauttabelle, zusammen und bauen sich so schnell Wörter zusammen. Da die Kinder so schreiben, wie sie die Wörter hören, kommt es hier am Anfang zu einer Vielzahl von Fehlern, die (noch) nicht korrigiert werden, was auch oft kritisiert wird. Der große Vorteil dieser Methode: Die Kinder lernen sehr schnell, eigene Sätze auf das Papier zu bringen. Sie können einfach drauflosschreiben, ohne dass sie jemand verbessert.

Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Beim "Fibelbasierten Unterricht" brauchen die Kinder länger, bis sie schreiben können, meist ist die Rechtschreibung auf lange Sicht jedoch besser. Das "Freie Schreiben" fördert, so sagen Studien, einen besseren Ausdruck und eine größere Lebendigkeit in den Texten. Aber sie führt in der Regel zu mehr Fehlern. 

Welche Methode zum Schreibenlernen angewendet wird, ist von Bundesland zu Bundesland und oftmals auch von Schule zu Schule verschieden. In vielen Bildungseinrichtungen wird heutzutage eine Mischform beider Methoden angewendet. 

Hat dein Kind Schreibbrobleme, können die in der Regel mit ein ein bisschen Nachhilfe und zusätzlichem Rechtschreibunterricht beseitigt werden. 

Welche Schriftarten werden gelehrt?

So wie es unterschiedliche Meinungen zu den Methoden beim Schreibenlernen gibt, so existieren auch unterschiedliche Sichtweisen in Bezug auf die Art, in der geschrieben wird und werden sollte. Folgende an Schulen gelehrte Haupt-Schriftarten gibt es:

  • Lateinische Ausgangsschrift (LA): Eine seit 1953 unterrichtete Schreibschrift, die feinmotorisch die höchste Herausforderung darstellt.
  • Vereinfachte Ausgangsschrift (VA): Eine vereinfachte Schreibschrift, die Anfang der 70er Jahre entwickelt wurde. Dabei nähern sich die Großbuchstaben Druckbuchstaben an.
  • Schulausgangsschrift (SAS): Sie ist eine vereinfachte Form der Lateinischen Ausgangsschrift und wurde 1964 in der DDR eingeführt und war dort überall verbindlich geltend.
  • Grundschrift (GS): Eine Druckschrift aus Einzelbuchstaben mit Häkchen. Kinder dürfen selbst entscheiden, wie sie die Buchstaben miteinander verbinden und entwickeln damit ihre eigene Schreibschrift aus der Druckschrift heraus. Diese Schreibweise wird vom Deutschen Grundschulverband empfohlen.

Vor vielen Jahrzehnten noch wurde die Schreibschrift als Erstschrift und die Druckschrift als Zweitschrift gelehrt. Heute ist dies anders: In der Regel lernen Schüler:innen zunächst die Druckschrift und erst dann die Schreibschrift.

Warum muss mein Kind überhaupt schreiben lernen?

Viele Eltern fragen sich, warum Kinder heutzutage überhaupt lernen müssen, mit der Hand zu schreiben, wo doch alle Welt einen Computer hat und man alles eintippen kann. Und es stimmt: Digitaler Unterricht, das Arbeiten am Computer – das alles ist wichtig und sollte Teil des heutigen Schulunterrichts sein. Doch das handschriftliche Schreiben verliert damit keinesfalls seine Berechtigung. Ganz im Gegenteil: Studien belegen nämlich, dass Schreiben mit der Hand die Gehirnentwicklung fördert, das Erinnerungsvermögen stärkt und verschiedene sensomotorische Bereiche im Gehirn wachruft.

Für die Praxis heißt das: Kinder und auch Erwachsene, die etwas mit der Hand niederschreiben, können sich also den Inhalt besser merken, als wenn sie ihn in den Computer eintippen. Dieser Umstand ist gerade auch für Schüler:innen, die viel lernen müssen, ein wichtiger Aspekt.

Auf einen Blick: Materialien und Verhaltensweisen, mit denen du dein Kind beim Schreibenlernen unterstützen kannst:

  • regelmäßig vorlesen, am besten täglich
  • zum Selberlesen animieren, bspw. mit interessanten Büchern für Erstleser
  • gute Schreibmaterialien beschaffen: Stifte, Papier
  • Lern- und Übungs-Apps fürs Handy oder Tablet
  • Computerspiele mit Übungsprogrammen zum Schreibenlernen
  • Bücher  und Arbeitshefte mit Übungen, beispielsweise Schwungübungen und Wörter schreiben
  • Lernspiele, bei denen es um Lesen und Schreiben geht
  • Tafel mit Magneten oder Kreide in der Wohnung aufhängen
  • ein guter Arbeitsplatz für das Kind

Verwendete Quellen:

Einige Links in diesem Artikel sind kommerzielle Affiliate-Links. Wir kennzeichnen diese mit einem Warenkorb-Symbol. Kaufst du darüber ein, werden wir prozentual am Umsatz beteiligt. Am Preis ändert sich für dich dadurch nichts.   >> Genaueres dazu erfährst du hier.

ELTERN

Mehr zum Thema