Kindersuchmaschinen
 
Spiel, Hund und Sex ...

… lauten die drei häufigsten Begriffe, nach denen 6 – 13-Jährige im Internet suchen, so das Ergebnis einer großen Studie des Deutschen Jugendinstituts. Spannend, wie Kinder sogenannte Kindersuchmaschinen nutzen.

Kleiner Junge am Notebook
iStock, Michael Krinke

„wrum faliren hönde fell?“

Während Eltern und Pädagogen sich tausend Gedanken machen, wie man Kindern den richtigen Umgang mit dem Internet beibringt, kennen die keine Berührungsängste. Sie fragen die Maschine, was sie wissen wollen, gern auch nach der Methode: „Ich schreibe, wie ich es höre“. Damit sie dabei ausschließlich auf kindgerechte Inhalte stoßen, bieten Kindersuchmaschinen nur ausgewählte Webseiten als Ergebnis an. Empfohlen werden Blindekuh und Co vor allem in der Grundschule, wenn Internet-Recherche auf dem Stundenplan steht. Grund genug für das Deutsche Jugendinstitut (DJI), 2013 die drei wichtigsten Kindersuchmaschine www.fragfinn.de, www.blindekuh.de und www.helles-koepfchen.de einmal unter die Lupe zu nehmen. Dabei werteten sie nicht nur vorhandene, andere Untersuchungen aus, sondern auch 600.000 Suchanfragen, die Kinder an diese drei Kindersuchmaschinen gestellt hatten.
 

Was Kinder mit Kindersuchmaschinen anfangen

  • Kinder kennen Kindersuchmaschinen, nutzen sie aber selten. Nur sechs Prozent der Kinder nutzen ausschließlich Kindersuchmaschinen, 53 Prozent dagegen verwenden nur Suchmaschinen für Erwachsene. 37 Prozent nutzen beides.
  • Kindersuchmaschinen werden vor allem im Schulkontext benutzt. Am allerhäufigsten lernen Kinder sie durch die Empfehlung von Lehrern kennen und benutzen sie für schulische Recherchen. In Ferienzeiten sinkt die Zahl der Suchanfragen um mehr als 90 Prozent.
  • Die häufigsten Suchwörter lauten Spiel, Hund und Sex. Es folgen Katze, Ägypten, Wal und Strom. Insgesamt wird viel nach Tieren und nach fremden Völkern, etwa Indianer, gesucht – was aber sicher dem Grundschul-Lehrplan geschuldet ist.
  • Kinder suchen mit wenig Geduld. Meist geben sie nur ein Suchwort ein, und fast ein Drittel der Kinder klickt keines der Suchergebnisse an. Das liegt zum Teil daran, dass Kinder annehmen, die Ergebnisliste sei das eigentliche Suchergebnis. Das heißt, sie wissen nicht, dass man die Ergebnisse anklicken kann.

So klappt die Internet-Recherche besser

Was können Eltern also tun, damit ihr Grundschulkind erfolgreich und doch sicher im Netz recherchieren lernt? Folgende Tipps können sie mit ihm anhand einer Kindersuchmaschine üben:
1. Stichwörter kombinieren: Will ich wirklich alles über Hunde wissen? Dann kann ich es mit dem Stichwort „Hund“ versuchen. Aber wenn ich nur wissen will, ob ein Hund wirklich keine Schokolade bekommen darf, dann werde ich mit der Kombination von „Hund“ und „Schokolade“ schnell finden, was ich suche.
2. Nicht nur das oberste Suchergebnis anschauen: Es ist nicht immer das treffendste, auch wenn man das denken könnte.
3. Nie alleine zu Google und Co wechseln: Wenn die Kindersuchmaschine keine ausreichenden Suchergebnisse bietet, bitte ich einen Erwachsenen, mit mir auf Google oder einer anderen Erwachsenen-Suchmaschine zu recherchieren.

Hier findet Ihr außerdem einen guten Kinder-Kurs zum Umgang mit Suchmaschinen von Internet-ABC.
Und wie Ihr Eurem Kind beibringen könnt, bei der Internet-Recherche gute von schlechten Ergebnissen unterscheiden, lest Ihr in unserem Artikel Sicher suchen im Internet.