Erziehungsprobleme
 
Vier klassische Fälle - gut gelöst!

1. Problem: Das Kind hält sich nicht an Regeln

Eltern geben häufig nach, um akzeptiert und geliebt zu werden

Es ist die Geschichte von Astrid Lindgrens "Carlson vom Dach": Lillebror, ein siebenjähriger Junge, bekommt täglich Besuch von Carlson, einem alterslosen Herrn, der sich all das traut, was Lillebror gerne täte: Er ist gefräßig, rotzfrech, klopft Sprüche, mal bringt er sogar eine Dampfmaschine zum Explodieren. Szenen, über die wir lachen können, wenn wir sie unseren Kindern vorlesen. Was aber, wenn sie zur Realität werden? Wenn der eigene Sohn, die eigene Tochter ständig durch Grenzüberschreitung provoziert?

"Dann haben die Eltern möglicherweise etwas missverstanden", sagt Christiane Lutz. "Alle Welt redet von den Freiheiten, die Kinder brauchen, um sich entfalten zu können. Aber diese Freiheit darf eben nicht grenzenlos sein, Kinder brauchen auch Orientierung. Und genau die müssen Eltern geben, indem sie Grenzen setzen."Das scheint vielen schwer zu fallen. Statt konsequent zu handeln, reagieren Eltern beliebig: Schokolade vor dem Mittagessen? Fernsehmarathon trotz Fünf in Mathe? "Wenn's sein muss..."

"Eltern geben nach, um vom Kind geliebt zu werden", vermutet Christiane Lutz. "Statt sich Akzeptanz durch Auseinandersetzungen zu erarbeiten, erkaufen sie sich Zuneigung durch Großzügigkeiten." Das ist einfacher und Zeit sparender - aber nur im Moment. Denn die Kinder werden immer anstrengender: Sie entwickeln eine enorme Anspruchshaltung. Und ihre verzweifelten Versuche, durch Provokation doch noch eine Auseinandersetzung mit den Eltern zu erreichen, werden immer nervenaufreibender.

Das rät die Therapeutin:

Fragen Sie sich, wie konsequent Sie Ihrem Kind gegenüber sind, und überlegen Sie: Was könnte der Grund für zu schnelles Kleinbeigeben sein: Wollen Sie durch Ihre Zugeständnisse fehlende gemeinsame Zeit wettmachen? Oder treibt Sie vielleicht ein Autoritätsproblem - die Angst, bei einem strengeren Erziehungsstil nicht mehr gemocht zu werden?
Diese Sorgen sind unbegründet, denn Kinder wünschen sich Eltern, die ihnen Halt geben und es ihnen ermöglichen, sich in der Welt zurechtzufinden. Wenn man das weiß, fällt es deutlich leichter, Familienregeln einzuführen und darauf zu achten, dass sie eingehalten werden. Trauen Sie sich, konsequent zu sein!

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