Erwachsen werden - Zehn Regeln für die Pubertät

Die wichtigsten Regeln im Überblick

1. Teenager brauchen Lob! - Aber in Maßen

2. Teenager brauchen Zärtlichkeit!

3. Akzeptieren Sie die Clique Ihres Teenagers!

4. Teenager brauchen feste Regeln!

5. Teenager müssen sich streiten dürfen!

6. Bevormunden Sie Ihren Teenager nicht!

7. Reden Sie nicht nur über Sex, sondern auch Gefühle!

8. Respektieren Sie das Eigentum Ihres Teenagers!

9. Hören Sie Ihrem Kind zu!

10. Seien Sie gelassen!

1. Teenager brauchen Lob! - Aber in Maßen

"Das hast du gut gemacht!" ist ein Satz, den Eltern ruhig öfter einmal sagen sollten. Zustimmung und Anerkennung - beides braucht ein Teenager dringend. Ohne Wertschätzung seiner selbst und seiner Fähigkeiten wird er unglücklich, verbittert und unsicher. Ein Lob hilft über Hürden hinweg, stärkt das Selbstvertrauen und motiviert. Vorausgesetzt, es ist ehrlich gemeint und kommt von kompetenter Seite. Erfolg führt zu Erfolg. Misserfolg, ständige Kritik und Kontrolle haben einen negativen Einfluss auf das Selbstbewusstsein eines Jugendlichen.

Trotzdem: "Lob für Kinder ist heutzutage nur allzu oft die Fast-Food-Zuwendung der Zeitmangel-Generation", behauptet der Motivationsforscher Reinhard K. Sprenger. Das klingt böse, ist aber gar nicht so falsch. Zwei, drei Generationen zuvor wurden Kinder häufig durch überzogen verletzende Kritik in angstvoller Abhängigkeit gehalten. Doch heute neigen Eltern dazu, ihren Nachwuchs mit rückhaltloser Zustimmung und mitunter auch übertriebener Wertschätzung bei Laune zu halten.

Denn natürlich muss ein Lob in der richtigen Dosis erfolgen – und zum richtigen Anlass gesagt werden. Hat Ihr Kind den Tisch gedeckt? Einen Abi-Durchschnitt von 1,0 hingelegt? Ein Fußballmatch gewonnen? Das sind ganz unterschiedlich wichtige Anlässe – und sie müssen auch jeweils anders anerkannt werden. Doch wer immer nur gleichbleibend "Das hast du toll gemacht" sagt, ist fast genau so schlimm wie jemand, der sein Kind mit Desinteresse straft. Hinzu kommt: Ein Lob ist durchaus nicht immer das beste Mittel zur Leistungssteigerung. Denn ein Lob kann Neugier und Interesse sogar lähmen - weil dann manchmal Leistung nur noch aus Berechnung, das heißt für die Belohnung, erbracht wird. Die Verhaltensforschung hat herausgefunden, dass Kinder, die ohne Aussicht auf Belohnung eine Aufgabe übernehmen, sie besser verrichten als Kinder, die dafür belohnt werden. Denn die verlieren bald das Interesse und bringen insgesamt geringere Leistungen, weil sie die Tätigkeit nicht an sich für wichtig halten, sondern weil die Belohnung den Sinn ersetzt.

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