Entwicklung
 
Jungen und Mädchen - was ist anders?

Wussten Sie, dass Jungen von Geburt an mehr Muskelmasse als Mädchen haben - aber erst mit etwa elf Jahren auch körperlich stärker sind? Wie Jungen sich zwischen dem ersten und dem 16. Lebensjahr entwickeln, erfahren Sie hier.

Mädchen und Junge im Bademantel
iStock, FamVeld

  • 1-3 Jahre
    Mädchen sind bei der Geburt im Hinblick auf Knochenbau und Gehirnentwicklung vier bis sechs Wochen reifer als Jungen. Bei Jungen haben Fehlernährung und mangelnde Zuwendung mehr negative Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung als bei Mädchen. Jungen haben wesentlich mehr rote Blutkörperchen und durchschnittlich 30 Prozent mehr Muskelmasse als Mädchen. Sie sind körperlich aktiver, aber erst mit etwa elf Jahren auch körperlich stärker! Sie werden häufiger krank und leiden häufiger an Asthma.

  • 4 Jahre
    Der Testosteronspiegel verdoppelt sich. (Davor ist er auf einem ebenso niedrigen Niveau wie bei Mädchen, daher gibt es kaum Verhaltensunterschiede zwischen Jungen und Mädchen.) Das Testosteron weckt das Interesse an körperlichen Aktivitäten, handfesten Spielen und Abenteuern. Jungen rivalisieren jetzt deutlich mehr als Mädchen.

  • 5 Jahre
    Der Testosteronspiegel sinkt um 50 Prozent. Viele Jungen werden dadurch etwas ruhiger.

  • 9 Jahre
    Im wichtigsten Steuerungszentrum, dem präfrontale Kortex ereignet sich nach der Geburt ein zweiter Wachstumsschub, bei dem Unmengen von neuen Nervenverbindungen geknüpft werden. Erst in den darauf folgenden Jahren werden überflüssige und fehlerhafte Verschaltungen zurecht geschnitten.

  • 11-12 Jahre
    Die Haut des Hodensacks wird dunkler, die Hoden wachsen. Die Hoden sollten sich bereits im Babyalter gesenkt haben.

  • 11-12 Jahre
    Schamhaare beginnen zu wachsen. Ein bis zwei Jahre später Achselhaare und Bart.

  • 11-14 Jahre
    Der Testosteronspiegel steigt auf ein Niveau, das 800 Prozent über dem der Kleinkindphase liegt.

  • 12-14 Jahre
    Wachstumsschub. Manche Jungen wachsen innerhalb eines Jahres zehn bis zwölf Zentimeter. Zuerst wachsen Hände und Füße, dann Schultern, Brust und Hüft, zuletzt der Rumpf. Durch das Wachstum wird vorübergehend das Gehör schlechter. Das gesamte Nervensystem verknüpft sich neu. Nervenbahnen, die für die Kontrolle von Impulsivität und Emotionen verantwortlich sind, erhalten ihre Isolierung, die Myelinhüllen. Bei Männern ist die Isolierschicht erst im Alter von 30 fertig. Auch der präfrontale Kortex, der die höchsten kognitiven Leistungen und das vorausschauende Denken beherbergt, arbeitet noch unvollkommen.

  • 12-13 Jahre
    Der Penis nimmt erst an Länge, dann an Dicke zu. etwa ein Jahr, nachdem das Wachstum des Penis' begonnen hat, tritt der erste Samenerguss ein. Das Ejakulat ist zunächst ohne Sperma.

  • 12-16 Jahre
    Ein wissenschaftlich noch nicht geklärtes übersteigertes Bedürfnis nach Nervenkitzel und Abwechslung zeigt sich. Wissenschaftler vermuten, das Gefahren das Belohnungssystem des pubertären Gehirnes anregen. Daher nehmen antisoziale Verhaltensweisen während der Pubertät zu. Nach dem 16. Geburtstag "sortieren" sich Jungen wieder.

  • 13-15 Jahre
    Schweißdrüsen in den Achseln entwickeln sich.

  • 14-15 Jahre
    Kehlkopf und Adamsapfel wachsen, etwa ein Jahr später beginnt der Stimmbruch.