Richtig fördern
 
Was macht Kinder schlau?

Positive Aufregung und Anstrengung

Der Wechsel von Erfolg und Misserfolg hält das Gehirn unter Spannung, erzeugt ein Wechselbad chemischer Botenstoffe und fördert damit das Lernen, sagt der Neurobiologe Henning Scheich. Ideal ist, wenn Kinder viel ausprobieren und experimentieren dürfen. Ein wichtiger Mechanismus, der das Lernen fördert, sei nämlich das "interne Belohnungssystem" im Gehirn, so Scheich: Befasst sich ein Kind mit einer neuen Aufgabe und findet durch Versuch und Irrtum die Lösung, werden vom Gehirn Neurotransmitter ausgeschüttet, die Glücksgefühle auslösen.

Klug durch Freude

Freudiges Herzklopfen macht klug und neugierig , meint der Psychologe Arthur Aron. Angst macht dumm. Beim ersten Anzeichen von Bedrohung verlagert das Gehirn seine Funktionen von den hohen vorderen Stirn lappenbereichen in die alten Abwehrmechanismen des so genannten "Reptiliengehirns". Auch dort findet im Sinn von Konditionierung ein gewisses Lernen statt, es ist aber immer mit Wut, Angst und Sorge verbunden und wenig kreativ.

Intelligente Kinder lesen

Informationen, die man via Computer oder Fernsehen aufnimmt, werden schlechter und langsamer verarbeitet und gemerkt als solche, die man einem Buch entnimmt, haben US-Forscher herausgefunden. In den ersten zwölf Lebensjahren werden insbesondere beim Bücherlesen Verständnisstrukturen entwickelt, die dazu befähigen, abstrakte Informationen zu verarbeiten. Die Zeit, die Kinder vor Bildschirmen verbringen, sollte daher insgesamt nicht mehr als eine Stunde täglich betragen.

Wald und Wiese schärfen die Sinne

Um konzentriert lernen zu können, muss ein Kind aufmerksam sein. Voraussetzung dafür: Stille und Ruhe, wie man sie etwa auf Wanderungen und Bergtouren erleben kann. In der Natur sind alle Sinne hellwach, man kann ungestört Beobachtungen machen und seinen Gedanken nachhängen: Riecht es hier nach Pilzen? Welcher Vogel singt da? Lass Dein Kind manchmal seine Schuhe ausziehen. Barfuß durch Wald und Wiesen zu laufen, erfordert Achtsamkeit, damit man sich nicht an Wurzeln oder Steinen wehtut. Dabei wird die Vielzahl der Nervenenden an den Fußsohlen aktiviert, was sich positiv auf Konzentration und Ausdauer auswirkt.

Geschichten erzählen

Werden Kinder durch eine Geschichte gefangen genommen, konzentrieren sie sich nicht nur beinahe mühelos - sie können diesen Zustand auch bis zu zwei Stunden nach Beendigung der Geschichte aufrechterhalten. Gleichzeitig lernen sie neue Wörter und Formulierungen kennen und erleben, wie sie in ihrer Fantasie Wirklichkeiten entstehen lassen können.

Aufmerksam durch Fantasiereisen

Mit Traumreisen lassen sich spielerisch Wahrnehmungsfähigkeit und Aufmerksamkeit intensivieren und Spannungen abbauen. Mach doch zwei-, dreimal in der Woche eine Fantasiereise von zehn bis 15 Minuten: "Verwandle dich in eine weiße Feder wie die von einem Küken. Schließe deine Augen. Du schaukelst sanft im Wind ..."

Intelligent durch Liebe und Lob

Liebe und Anerkennung sind entscheidend für das geistige Wachstum

"Man sieht nur mit dem Herzen gut", sagt "Der kleine Prinz". Der amerikanische Intelligenzforscher und Psychologe Joseph Chilton Pearce ist derselben Meinung. Er hat herausgefunden, dass das Herz ein Gehirn besitzt, das über so genannte Ganglien mit jedem wichtigen Organ des Körpers und mit dem Muskelspindelsystem verbunden ist. Die Hälfte der Neuralzellen ist daran beteiligt, Informationen zu übersetzen, die der Körper übermittelt, die andere Hälfte unterhält einen Dialog von Herz und Hirn.

Das Herz reagiert auf Botschaften, die ihm vom Gehirn vermittelt werden - und umgekehrt. Am besten funktioniert das, wenn sich ein Kind sicher und angenommen fühlt. Liebe und Anerkennung, so Pearce, sind entscheidend für das geistige Wachstum eines Kindes. Ohne sie kann ein Kind seine Intelligenz nur schwer entfalten.