Medienkonsum
 
Schlechte Noten wegen Fernseher und PC?

Seit 2004 wird im kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) untersucht, wie sich die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen auf ihre schulischen Leistungen auswirkt. Zwei neue Studien zeigen nun auch Gemeinsamkeiten zu PISA, dem internationalen Schulleistungsvergleich, auf.

Wie stark nutzen Kinder überhaupt Medien?

Medienkonsum: Schlechte Noten wegen Fernseher und PC?

Zwei vom KFN durchgeführte Querschnittsuntersuchungen von 5.500 Viertklässlern und 17.000 Neuntklässlern werfen ein erschreckendes Licht auf die Folgen kindlicher Mediennutzung. Die Ergebnisse wurden jetzt unter dem Titel "Die Pisa-Verlierer - Opfer ihres Medienkonsums" vorgestellt. Einige Ergebnisse:

  • 38 Prozent der untersuchten Jungen, aber nur 16 Prozent der Mädchen aus der vierten Klasse besitzen eine eigene Spielkonsole, einen eigenen Fernseher oder einen eigenen Computer.
  • Auffällig waren die Unterschiede bei der Herkunft: Bei deutschen Kindern beläuft sich die Zahl der Kinder mit derart guter multimedialer Ausstattung auf 22 Prozent, bei Migrantenkindern auf 44 Prozent. Bei bildungsfernen Familien (beide Eltern höchstens Hauptschulabschluss) und bildungsnahen Familien (mindestens ein Elternteil Akademiker) wächst die Differenz weiter auf 43 und elf Prozent der Kinder, denen eine eigene Spielkonsole zur Verfügung steht.
  • Beim Fernseher zeichnet sich regional ein unterschiedliches Bild ab: Norddeutsche Kinder besitzen zu 42 Prozent ein eigenes TV-Gerät, süddeutsche nur zu 27 Prozent. Zehnjährige aus Migrantenfamilien liegen auch hier mit 52 zu 32 Prozent vor den deutschen Kindern.

Wie wirken sich Computer und Fernsehen auf die Leistung aus?

In seinen Untersuchungen stellte das KFN erhebliche Auswirkungen auf die schulischen Leistungen fest. So konnten beispielsweise Schüler, die nach der Schule ein Kampf- beziehungsweise Kriegsspiel am Computer spielten, Matheaufgaben deutlich schlechter lösen als Gleichaltrige, die sich stattdessen körperlich betätigten, beispielsweise indem sie Tischtennis spielten. Als weitere Folgen von übermäßig langem Fernseh- oder PC-Konsum registrierten die Forscher häufig Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Unruhe, Nervosität, Trägheit, Aggressivität oder Kopfschmerzen.

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