Medienkonsum
 
Schlechte Noten wegen Fernseher und PC?

Welche Parallelen zu PISA gibt es?

In den PISA-Studien wird der Medienkonsum nicht analysiert, zwischen den Studien des KFN und den Tests der PISA-Forschern gibt es daher keine direkte Verbindung. Und doch werden deutliche Parallelen sichtbar: So haben Schüler mit Migrationshintergrund auch bei PISA deutlich schlechter abgeschnitten als Deutsche. In allen Untersuchungen erzielten Schüler aus sozialschwachen Familien deutlich schlechtere Ergebnisse als Gleichaltrige aus der Mittelschicht. Jungen erbrachten sowohl bei PISA als auch in den Untersuchungen des KFN weniger gute schulische Leistungen als Mädchen und Schüler aus Norddeutschland brachten insgesamt schlechtere Noten nach Hause als Schüler aus Süddeutschland.

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Wie kann man Kinder und Jugendliche schützen?

Wir müssen alles daran setzen, die Nachmittage der PISA-Verlierer zu retten

Als Reaktion auf die Ergebnisse ihrer Studien plädieren die niedersächsischen Experten vor allem für eine flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen zu erlangen. Denn dort gäbe es genügend Raum, um die Kinder etwa durch Sportangebote oder verstärkten Musikunterricht von den Bildschirmen wegzulocken. "Musik ist eine Schutzimpfung gegen die Medienverwahrlosung", meint KFN-Leiter Prof. Christian Pfeiffer und betont: "Wir müssen alles daran setzen, die Nachmittage der PISA-Verlierer von einem ausufernden Medienkonsum zu retten."

Dazu müssten Eltern bundesweit und gezielt darüber informiert und aufgeklärt werden, welchen negativen Einfluss der Medienkonsum auf ihre Kinder und deren schulische Leistungen hat und dass Bildschirmgeräte in Kinderzimmern nichts verloren haben.

Ein zusätzliches großes Problem sehen die Verfasser der Studie jedoch darin, dass Kinder und Jugendliche ohne weiteres an Filme und Spiele herankommen, die als jugendgefährdend anzusehen sind. Abhilfe könnte nach Prof. Pfeiffers Meinung der Einsatz von Testkäufern schaffen. Pfeiffer wirft dem Bund vor, hier zu passiv zu sein, und fordert die Länder auf, selbst die nötigen Voraussetzungen zu schaffen.

Alles halb so wild?

Manche Medienpädagogen und Medienwirkungsforscher betrachten die KFN- Studien allerdings mit Skepsis. Sie werfen Pfeiffer vor, Medien zu negativ darzustellen. Er neige bei den Interpretationen seiner Studien häufig dazu, sehr stark zu verallgemeinern. Medien seien keine "Unterschichtsphänomene". Entscheidend sei nur, wie ausgeprägt der Mediengebrauch sei und welche Anregungen es für das Kind oder den Jugendlichen sonst noch gäbe.