Spielen
 
Warum spielen so wichtig ist

Alle reden über die Förderung von Kindern. Aber viel wichtiger als Musikstunden und Malkurse ist Zeit zum Spielen. Ob Klassiker wie Uno und Quartett oder mit Puppen und im Baumhaus: Spielen schult fürs Leben und bringt vor allem jede Menge Spaß.

Spielen stärkt die Familie und die Kommunikation

Spielen: Warum spielen so wichtig ist

Kinder brauchen Nähe und freuen sich, wenn ihre Eltern Zeit haben mit ihnen zu spielen. "A family that plays together, stays together" heißt es in den USA. Das heißt auf gut Deutsch: Spielen stärkt den Zusammenhalt in den Familien. Beim Spielen wird auch viel diskutiert und verhandelt: Muss man bei "Mensch-ärgere-dich-nicht" wirklich immer schmeißen? Oder kann man das Spiel auch schon beenden, wenn zwei Spielfiguren im Häuschen sind? Die Regeln zu ändern ist konstruktiv und setzt voraus, dass alle miteinander reden und versuchen, eine gemeinsame Lösung finden. Das fördert die Kommunikation.

Spielen regt die Sinne an und fördert logisches Denken

Eine kleine Holzhütte mit dem Vater zimmern, im Töpferkurs eine Müslischüssel formen und bemalen, forschen und entdecken mit Experimentierkästen: Spielerisch lernen Kinder hier Naturgesetze und den Zusammenhang der Dinge kennen. Sinne und logisches Denken werden angeregt.

Spielen hilft, die Welt aus einen anderen Blickwinkel zu sehen

Kinder lieben "Als-ob-Spiele". Kleine Kinder spielen Familie und tun so, als ob sie Mama wären: Die Puppe wird gebadet, eingecremt und ins Bett gebracht. In der Puppenküche wird leckeres Essen für die ganze Familie zubereitet. Als nächstes werden sie vielleicht "Papa" spielen und mit einem Schraubenzieher versuchen die Küchenstühle zu zerlegen. Dabei wird das Kind merken, dass Papa-sein sich ganz anders anfühlt als Mama-sein. Wenn Kinder größer sind, beginnen sie Rollen einzunehmen, die nicht mehr aus ihrem direkten Umfeld stammen: sie erobern im Spiel fremde Galaxien, verarzten Tiere und spielen in der Schule in der Projektgruppe Theater mit. Spiele sind quasi eine Generalprobe fürs Leben. Ohne Risiken und ohne eine Erwartungshaltung von Außen können Kinder verschiedene Rollen und Situationen ausprobieren und ihr Spektrum an Erfahrungen erweitern: Mal stehen sie auf der Seite der "Guten", mal auf der Seite der "Bösen", mal sind sie mächtig, beim nächsten Mal machtlos. In Rollen lernen Kinder sich selbst besser kennen und lernen die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Außerdem helfen Rollenspiele Kindern mit Schwierigkeiten umzugehen, zum Beispiel wenn es Streit in der Schule gibt.

Spielen fördert die Ausdauer und das Durchhaltevermögen

Ihr Kind hat bei Monopoly verloren und schon fließen die Tränen, oder die Spielfiguren werden voller Wut mit einem Wisch vom Tisch gefegt? Keine Sorge: so reagiert jedes Kind einmal. Wenn Eltern mit gutem Beispiel vorausgehen und sich als gute Verlierer zeigen, wird die Frustrationstoleranz der Kinder mit der Zeit größer. Es geht beim Spielen nicht darum, dass Kinder bedingungslos verlieren lernen, sondern darum sich auch in schwierigen Situationen nicht unterkriegen zu lassen. Ausdauer und Durchhaltevermögen sind gefragt.

Spielen macht selbstbewusst und fröhlich

Schon von klein auf lernen Kinder durchs Spielen. Im Alter von wenigen Monaten beginnt ein Baby nach Dingen zu greifen, die sein Interesse wecken. Es greift zum Beispiel nach einer Schnur, zieht daran - und dann erklingt Musik. Das macht natürlich Spaß und das Baby wird immer wieder an der Schnur ziehen. Dabei verbessert es seine Koordination und seine Feinmotorik. Außerdem merkt es: "Aha, ich kann etwas". Und diese Erkenntnis macht selbstbewusst und fröhlich.

Das ist natürlich nicht nur bei kleinen Kindern so, sondern auch bei größeren: Bei Quizspielen lernen Grundschüler spielerisch neues Faktenwissen, mit Hilfe von Experimentierkästen erschließen sich bislang unbekannte Zusammenhänge. Wenn Brett- und Gesellschaftspiele im Freundes- oder Familienkreis gespielt werden, wird allermeist viel gelacht. Das Gefühl "wir machen hier etwas gemeinsam und ich trage einen Teil dazu bei", ist gut fürs Selbstbewusstsein von Schulkindern.

Heißt also spielen immer auch gleich lernen?

Bitte "lernen" nicht falsch verstehen! Es geht nicht darum, dass Eltern ihre Kinder mit möglichst vielen pädagogischen Lernspielen fit für die Schule machen. Echtes Spielen geht immer vom Kind aus und bringt vor allem eins: jede Menge Spaß. Und ganz nebenbei lernen Kinder viele nützliche Dinge für Leben.