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Genforschung Besonders intelligente Eltern haben oft weniger kluge Kinder

Intelligente Eltern, schlaue Kinder
© fizkes, Shutterstock
Erziehung hat wenig Einfluss auf unsere Kinder – auf die Gene kommt es an, sagt der Verhaltensgenetiker Robert Plomin. Besonders interessant dabei: Trotzdem sei der Nachwuchs intelligenter Eltern oft weniger klug als sie selbst. Warum ist das so?

Ob wir intelligent sind oder psychisch labil, introvertiert oder fleißig, Frühaufsteher oder Langschläferin – solche und andere Eigenschaften werden maßgeblich von unserer DNA bestimmt, sagt der renommierte US-amerikanische Verhaltensgenetiker Robert Plomin. Und nicht von der Erziehung.

Kontroverse Debatte seit der Antike

Stimmt das? Sicher ist: Die Debatte, ob uns eher unsere Gene oder unsere Umwelt formen, wird schon seit der Antike geführt – und das sehr kontrovers. Denn die Idee, dass unser Erbgut unsere Persönlichkeit festschreibt, ist als deterministisch verpönt, weil sie wenig Raum dafür lässt, dass wir uns formen lassen oder selbst verändern können. Außerdem haben die Nationalsozialisten ihre tödliche Rassenideologie daraus abgeleitet.

Gene prägen den Charakter

Plomin ist einer der Wissenschaftler:innen, die die These vertreten, dass wir zum Großteil von unseren Genen geformt werden: Nicht nur Merkmale wie Augenfarbe oder Körpergröße würden vererbt, sondern auch Charakter und Persönlichkeit. "Ob wir mutig sind oder musikalisch, witzig, empathisch oder introvertiert – mindestens 50 Prozent davon liegt schon bei Geburt in unseren Genen", sagte Plomin im Interview mit dem Magazin GEO. Unser Körpergewicht werde sogar zu 70 Prozent von den Genen bestimmt.

Plomins Erkenntnisse entlasten Eltern

Plomin betont, dass diese Erkenntnisse Eltern entlasten würden – weil sie nicht länger schuld daran seien, wenn der Nachwuchs Probleme hat. Denn wenn die Ursache für psychische Krankheiten, Schulversagen oder Übergewicht vor allem in der DNA liegt, müssen Eltern sich nicht dafür verantwortlich fühlen. Zwar könnten sie ihre Kinder fördern, aber an den genetischen Voraussetzungen sei eben nichts zu ändern. "Charaktereigenschaften kann man einem Kind nicht anerziehen", so Plomin.

Und auch davon ist er überzeugt: Dass die genetisch vererbte Intelligenz von Kindern sich über die Generationen hinweg den Durchschnittswerten in einer Bevölkerung annähert. Das bedeutet auch: "Überdurchschnittlich kluge Eltern bekommen eher Kinder, die etwas weniger klug sind als sie selbst, und umgekehrt", so der Wissenschaftler. 

sar ELTERN

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