Grundschüler
 
Worauf kommt's in der jeweiligen Klasse an?

Jede Klassenstufe fordert Grundschüler neu. Deshalb sagen wir allen Eltern hier, was sich von der ersten bis zur vierten Klasse ändert - und was den Kindern wann gut tut.

Grundschüler haben verschiedene Bedürfnisse

Grundschüler: Worauf kommt's in der jeweiligen Klasse an?

Von der ersten Klasse, in der alles noch neu und aufregend ist, bis zur vierten Klasse, in der sich Eltern und Kinder schon auf die weiterführende Schule vorbereiten - jedes Schuljahr hält für Grundschüler besondere Herausforderungen bereit. Welche das sind und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, erklären wir Ihnen hier.

Kennen Sie den aktuellen Lehrplan Ihres Grundschülers?

Ein Lehrplan hat die gleiche Funktion wie eine Landkarte: Wenn man weiß, welche Anforderungen Schüler zum Beispiel am Ende der zweiten und vierten Klasse erfüllen sollten, wird die Reiseroute klar und das Lernziel mancher Hausaufgabe, die ohne dieses Wissen unsinnig erscheinen mag, auch für Eltern verständlicher. Und: Eltern können ihre Kinder besser begleiten, wenn sie sich nicht an ihren eigenen Schulerfahrungen orientieren, sondern am aktuellen Lehrplan. Die Lehrplan-Datenbank der Kultusministerkonferenz (KMK) ermöglicht Recherchen nach Land, Schulart/Schulstufe, Fach/Sachgebiet, Jahrgangsstufe und Einführungsjahr: www.kmk.org ("Lehrplan-Datenbank" ins Suchfenster eingeben).

Erste Klasse: Grundschüler brauchen Freunde und Orientierung

Darauf kommt's an: Gute Freunde finden! Das kennt eigentlich jeder Schüler: Man findet ein bestimmtes Kind besonders nett, weiß aber nicht, wie man den Kontakt herstellen kann. Wie praktisch, dass sich das üben lässt! Eine gute Voraussetzung, um Kontakte zu knüpfen, sind Gemeinsamkeiten: "Ich spiele gern Fußball. Du auch? Vielleicht gehen wir mal zusammen kicken?"
Tipp für mehr Lernerfolg: Reden Sie mit Ihrem Kind, um zu erfahren, was es rund ums Thema Schule bewegt. Die wenigsten Probleme wird vermutlich der Unterricht bereiten. Aber wie sieht es im Bus aus? Wie fühlt sich Ihr Kind auf dem Pausenhof? Was ist auf der Toilette los? Allerdings: Sprechen Sie mit Ihrem Kind von nun an nicht nur noch über die Schule. Je entspannter Sie dieses Thema gemeinsam angehen, desto weniger Druck verspürt das Kind. Und entspannt lernt es sich nun mal am besten!
Das tut Ihrem Grundschüler jetzt gut: Sorgen Sie für viel freie Spiel- und Tobezeit als Ausgleich zum längeren Stillsitzen. Je aktiver Ihr Kind von Natur aus ist, desto wichtiger ist alles, was es körperlich fordert, damit es trotz Schule in der Balance bleibt.

Zweite Klasse: Grundschülern tut ein kleiner Motivationskick jetzt gut

Darauf kommt's an: Zweitklässler sein ist für viele Kinder so eine Sache: Einerseits ist es toll, nicht mehr zu den Kleinsten zu gehören. Anderseits hat die Schule ein bisschen von ihrem Zauber verloren. Daher ist es normal, wenn jetzt plötzlich vieles "doof" ist. Die Lehrerin, die zu viele Hausaufgaben aufgibt. Die Sitzordnung, bei der das Kind sich benachteiligt fühlt, und, und, und. Auch hier gilt wieder: drüber reden! Ist es wirklich so schlimm oder so unfair? Wenn ja: Was kann man tun, damit sich die Situation ändert?
Tipp für mehr Lernerfolg: Weiß Ihr Kind, dass es gute und weniger gute Zeitpunkte zum Lernen gibt? Kann es selbst Eselsbrücken bauen und sich überhaupt gut organisieren? Dann kann es sich Lernstoff schneller und besser merken und seine Hausaufgaben effektiver erledigen. Da "Lernen lernen" allerdings kein eigenes Unterrichtsfach ist, hilft manchmal Selbsthilfe weiter. Es gibt Schulen, in denen Eltern die Gründung einer "Lern-AG" angeregt haben. Sie ist unaufwendiger und schneller organisiert als jede Theater- oder Tischtennisgruppe. Vielleicht haben Sie Lust, eine solche AG beim ersten Elternabend anzuregen?
Das tut Ihrem Grundschüler jetzt gut: Ein paar Vorteile des Größerwerdens zu erleben. Zum Beispiel abends eine Viertelstunde länger lesen dürfen.

Dritte Klasse: Für Grundschüler zieht das Tempo jetzt an

Darauf kommt's an: Ab sofort muss alles schneller gehen. Vor allem das schnelle Schreiben macht vielen Kindern Schwierigkeiten. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es Buchstaben wie das kleine e, l, m, n oder i gibt, die sich schneller schreiben lassen als andere - etwa a, b, k, r. Geübte Schönschreiber machen es nämlich ganz automatisch so: Sie beschleunigen bei den Buchstaben mit einfachen Schwüngen und schreiben die anderen langsamer.
Tipp für mehr Lernerfolg: Drittklässler können und wissen schon viel. Daher ändern sich jetzt auch ihre Fragen: Warum taugen Ameisen nicht als Haustiere? Und warum schwimmt ein großes Schiff aus Stahl, aber ein kleines Eisenstück nicht? Es lohnt sich, wenn Sie immer mal wieder Geduld aufbringen, um die Welt mit den Augen Ihres Kindes zu sehen. Dann wird das gemeinsame Kochen zur Forscherstunde und der Waldspaziergang zur Expedition - und zwar für Sie beide! Dabei lernt Ihr Kind ganz nebenbei viele Dinge, die es jetzt im Sachunterricht und später in den Naturwissenschaften beflügeln.
Das tut Ihrem Grundschüler jetzt gut: Nichtstun. Deshalb hin und wieder Terminplan entrümpeln! Und damit Zeitvorräte zum Spielen oder Träumen schaffen.

Vierte Klasse: Grundschülern helfen klare Arbeitsstrategien

Darauf kommt's an: Den Blick zu öffnen. Ab jetzt werden die Themengebiete in allen Fächern ein bisschen größer. Unterstützen Sie Ihr Kind bei der Vorbereitung von Referaten und schwierigen Hausaufgaben, damit es sich ein paar Tricks bei Ihnen abschauen kann.
Tipp für mehr Lernerfolg: Spätestens ab jetzt werden kleine Internet-Recherchen als Hausaufgabe aufgegeben. So geht Ihr Kind dabei am besten vor: 1. Was muss ich herausfinden? 2. Was kann ich vorher schon darüber erfahren? Wer zunächst einen Blick ins Lexikon wirft, spart im Internet viel Zeit. Man kennt die wichtigsten Stichwörter und erkennt falsche Informationen schneller. 3. Ist meine Internetquelle seriös? Bleiben Sie mit Ihrem Kind immer im Austausch, auch, was mögliche Gefahren angeht.
Das tut Ihrem Grundschüler jetzt gut: Lachen! Kein Witz, es bringt nämlich das Gedächtnis auf Hochtouren. An der Marquette University in Wisconsin wurde Testpersonen eine Liste mit jeweils 30 Wörtern vorgelesen. Anschließend sah die eine Hälfte der Probanden einen witzigen Videoclip. Eine Woche später konnten sich diese Versuchsteilnehmer an doppelt so viele Begriffe erinnern wie die Vergleichspersonen, die nach dem Vorlesen der Wortliste nichts zu lachen bekamen