Drogen
 
Als Nichtraucher zum Kampftrinken?

Die gute Nachricht: Immer weniger Jugendliche finden Rauchen noch cool. Wirklich aufatmen können besorgte Eltern nach der Vorstellung des aktuellen Drogen- und Suchtberichts der Bundesregierung jedoch nicht - das so genannte Komatrinken liegt weiter im Trend. Die Ursache dafür ist unklar. Was meinen Sie?

Immer seltener: Der Griff zur Zigarette

Drogen: Als Nichtraucher zum Kampftrinken?

18 Prozent der Jugendlichen griffen im vergangenen Jahr regelmäßig zum Glimmstängel - im internationalen Vergleich nehmen sie damit noch immer eine Spitzenposition ein. Trotzdem wertet die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), dies als einen Erfolg - denn 2001 waren es noch 28 Prozent. Grund für diese positive Entwicklung seien vor allem die an vielen Schulen bereits durchgesetzten Rauchverbote sowie die Nichtraucherschutzgesetze in vielen Ländern.

Damit künftig noch weniger Teenager rauchen, soll der Kampf gegen die Zigaretten weiter voran getrieben werden. Schließlich belegt der Bericht auch, dass Raucher täglich umso mehr Zigaretten konsumieren, je früher sie mit dem Rauchen angefangen haben.

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind raucht, bekommen Sie hier Tipps für ein klärendes Gespräch.

Gefahren erkannt? Cannabis-Konsum nimmt ab

Drogen: Als Nichtraucher zum Kampftrinken?

Dass es immer weniger junge Raucher gibt, schlägt sich auch auf den Cannabiskonsum unter Jugendlichen nieder: Die Zahl der jungen Kiffer ist ebenfalls gesunken. Klar: Wer bereits Zigaretten raucht, weiß im Prinzip, wie er mit einem "Joint" umgehen muss. Dementsprechend ist die Hemmschwelle oft niedriger. Jugendliche Nichtraucher werden dagegen von Cannabis seltener in Versuchung geführt. "Der Konsumrückgang ist sehr erfreulich. Er zeigt, dass es gelungen ist, durch Aufklärung über die gesundheitlichen Gefahren von Cannabis die Jugendlichen zu erreichen", so Bätzing.

Allerdings gibt es noch immer etwa 600.000 starke "Kiffer", die regelmäßig Cannabis zu sich nehmen. Auch wenn der Anteil der Erwachsenen innerhalb dieser Gruppe recht hoch ist, ist es für Eltern ein Schock, wenn das eigene Kind in eine Clique gerät, in der regelmäßig Joints kreisen. Wie sie dann reagieren sollten, können Interessierte hier nachlesen.

Immer häufiger: Trinken, bis der Arzt kommt

Drogen: Als Nichtraucher zum Kampftrinken?

Weniger gut sieht es bei Jugendlichen leider in Sachen Alkoholkonsum aus: Flatrate-Partys, Komasaufen - offenbar sind die Schlagzeilen über das Trinkverhalten von Teenagern nicht aus der Luft gegriffen. Besonders besorgniserregend: Zwar ist die Zahl derjenigen, die gelegentlich Alkohol trinken, im Vergleich zu 2003 leicht zurückgegangen. Dafür trinken diejenigen, die regelmäßig zu Bier, Wein oder gar Hochprozentigem greifen, umso mehr. Im vergangenen Jahr nahmen die Zwölf- bis 17-Jährigen im Schnitt 50 Gramm reinen Alkohols pro Woche zu sich - noch vor drei Jahren waren es "nur" 34 Gramm.

Erschreckend hoch ist auch die Zahl der so genannten Binge Drinker. Waren es vor drei Jahren noch 20 Prozent der unter 18-Jährigen, die innerhalb kürzester Zeit fünf oder mehr alkoholhaltige Getränke zu sich nahmen, frönten 2007 schon 26 Prozent dieser Unsitte. Ein äußerst negativer Trend, den auch die hohen Zahlen der Krankenhauseinweisungen von Zehn- bis 20-Jährigen auf Grund einer Alkoholvergiftung bestätigen: Sie haben sich in den Jahren 2000 bis 2006 mehr als verdoppelt.

Warum Jugendliche in Sachen Nikotin zunehmend Vernunft annehmen, nicht aber beim Alkoholkonsum, geht aus dem Bericht nicht eindeutig hervor. Die Drogenbeauftragte hat unter anderem die oft extrem jugendlich daherkommende Werbung für Bier, Wein und Schnaps im Verdacht. Was meinen Sie? Hat Sabine Bätzing Recht? Oder liegen die Ursachen für den Griff zur Flasche bei Jugendlichen ganz woanders? Stimmen Sie ab!

Problematisches Verhältnis: Die Deutschen und ihre Genussmittel

Insgesamt stellt der aktuelle Drogenbericht den Deutschen kein gutes Zeugnis aus: Ein Drittel der Erwachsenen raucht, 9,5 Millionen Menschen trinken mehr Alkohol, als ihnen gut tut, und etwa 1,3 Millionen sind alkoholabhängig. Mehr als 1,4 Millionen Menschen sind süchtig nach Medikamenten, weitere 200.000 greifen zu harten Drogen. Muss man sich vor diesem Hintergrund wirklich fragen, warum viele Jugendliche ein problematisches Verhältnis zu Genussmitteln haben?

Warum ist das Trinken bis fast zur Besinnungslosigkeit unter Jugendlichen so weit verbreitet?
Weil die Werbung tatsächlich suggeriert, zu einer guten Teenager-Party gehöre ein kühles Bier oder ein mexikanischer Schnaps.
21% (3 Stimmen)
Weil die Jugendlichen sich untereinander anstacheln. Keiner will dann als Verlierer dastehen.
57% (8 Stimmen)
Weil ihnen zu Hause keine Disziplin mehr beigebracht wird - im schlimmsten Fall trinken die Eltern selber zu viel.
7% (1 Stimme)
Weil viele von ihnen sehr unsicher sind. Sie haben Angst, keinen Job zu bekommen, oder nicht gut auszusehen und betäuben diese Sorgen am Wochenende.
14% (2 Stimmen)
Gesamtstimmen: 14