Magersucht
 
Gefahr im Internet

Ana und Mia - wer diese Mädchennamen in eine Internet-Suchmaschine eingibt, stößt schnell auf Berichte über Chat-Foren, in denen sich essgestörte Menschen darüber austauschen, wie sie noch dünner werden können. Wie kann man seine Kinder davor schützen?

Magersucht als Lebensstil

Magersucht: Gefahr im Internet

Bei jeder Filmpremiere, jeder Preisverleihung treten sie auf: Schauspielerinnen, Sängerinnen, Starlets, die in eleganten Kleidern feengleich über den roten Teppich schweben, rank und schlank - oder nicht eher dürr, mit ihren hervorstehenden Schulterknochen und dünnen Oberarmen? Sind sie schön oder krank? Auf jeden Fall sind sie Stars, berühmt und erfolgreich, und damit werden sie zu Vorbildern - auch von jungen Mädchen, für die das Aussehen mit der Pubertät mehr und mehr an Bedeutung gewinnt.

In einer Vielzahl von Foren finden sie zweifelhaften Ansporn für ihren Kampf gegen ein Normalgewicht. Zum Beispiel Rezepte für Gerichte, die möglichst wenige Kalorien haben. Mit Sätzen wie "Dünn zu sein ist wichtiger als gesund zu sein" motivieren sich die Anhänger der "Pro-Ana-Bewegung" (Ana ist die Abkürzung von Anorexia nervosa, Magersucht) gegenseitig zum Verzicht auf Nahrungsaufnahme. Hier wird eine Krankheit als Lebensstil zelebriert.

Austausch über die besten Appetitzügler

Über diese Bewegung wurde in der vergangenen Zeit häufig berichtet - weil sie relativ jung ist und weil ihr das Internet mit seinen Chats und Blogs eine sehr einfache und effektive Möglichkeit der Kommunikation bietet. Hier können sich 14- oder 15-Jährige darüber austauschen, wie man seine Nahrung möglichst schnell wieder los wird und seine Sucht vor anderen am besten verstecken kann. Natürlich könnten sich zwei Freundinnen darüber auch auf dem Schulhof austauschen, aber die Möglichkeit, "Gleichgesinnte" zu treffen, ist auf den "Pro-Ana"-Seiten weitaus größer.

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