Rauchen
 
Die erste Zigarette - was tun?

Trauriger Rekord: In keinem anderen europäischen Land rauchen so viele Jugendliche wie in Deutschland. Das zeigt ein aktueller Bericht von UNICEF. Was können Eltern tun, wenn sie merken, dass ihr Kind raucht? Tipps für ein klärendes Gespräch.

Ein Viertel der Jungen und Mädchen raucht

Rauchen : Die erste Zigarette - was tun?

Im aktuellen UNICEF-Bericht zur Gesundheit der Kinder landet Deutschland beim Thema Rauchen auf dem letzten Platz: Unter den befragten Elf-, 13- und 15-Jährigen finden sich nirgendwo so viele Raucher wie hierzulande. Derzeit rauchen in Deutschland 20,5 Prozent der 11- bis 17-jährigen Jungen und 20,3 Prozent der Mädchen in dieser Altersgruppe. Sie konsumieren mindestens einmal in der Woche Tabak.

Der Durchschnitt der jugendlichen Raucher ist 14,2 Jahre (Mädchen) beziehungsweise 14,6 Jahre (Jungen) alt. Ein wenig beruhigend: Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wollen zwei Drittel der Raucher bereits im Alter von zwölf bis 17 Jahren wieder mit dem Tabakkonsum aufhören oder ihn reduzieren. Und: Wenn ein Jugendlicher bis zum 17. Lebensjahr noch nicht mit dem Rauchen angefangen hat, wird er wahrscheinlich Nichtraucher bleiben.

Was sollten Eltern tun?

Nerven bewahren:
Es ist cool, es macht attraktiv, es machen alle - nur drei Gründe, die Jugendliche angeben, wenn sie gefragt werden, warum sie rauchen. Und uncool sind in dieser Situation vor allem Eltern, die einem das Rauchen ausreden wollen oder gar verbieten. Aber, auch wenn es nervenaufreibend ist, Sie sollten Qualm im Kinderzimmer nicht kampflos akzeptieren. Wichtig bei der Mission gegen die Zigaretten sind eine klare Haltung, das Argumentieren mit Sachinformationen anstelle ständiger Vorwürfe und vor allem Verständnis. Wenn Eltern sich bewusst werden, dass die Glimmstängel für ihre Kinder vor allem Hilfsmittel sind, interessanter, erwachsener, verführerischer und abenteuerlustiger zu wirken, dann können sie ihnen auch besser in dieser schwierigen Phase des Erwachsenwerdens helfen.

Früh gegensteuern:
So cool Kinder ab etwa 13 Jahren das Rauchen finden, so blöd finden sie es meistens vorher. Es ist deswegen gut, wenn Eltern gerade in dieser Phase versuchen, die negative Einstellung zu fördern und über die gesundheitlichen Risiken des Rauchens und die schädlichen Inhaltsstoffe des Tabakrauchs zu sprechen. Die Schilderungen sollten aber nicht zu drastisch sein.

Wenn Sie selber Raucher sind:
"Du rauchst doch auch!" - diesen Kommentar wird sich Ihr Kind sicher nicht verkneifen, wenn Sie mit ihm über die Gefahren des Rauchens reden. Das Thema nicht anzusprechen, wäre aber eine fatale Konsequenz. Die BzgA verweist auf Untersuchungen, die zeigen, dass Eltern, die selber rauchen, diese Sucht bei ihren Kindern verhindern können, wenn sie das Rauchen klar ablehnen und dies ihren Kindern auch deutlich zeigen. Wenn sie über ihre eigenen Erfahrungen mit der Sucht reden, wirken sie außerdem glaubwürdiger als Nichtraucher. Aber: Kinder von Rauchern tragen ein größeres Risiko, selber Raucher zu werden. Denken Sie auch an die gesundheitlichen Risiken des Passivrauchens!

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