Frühe Schwangerschaft
 
Schwanger mit 16 - was nun?

Und der junge Vater?

Gerade selbst der Kindheit entwachsen, erste eigene Schritte in ein selbstbestimmtes Leben gemacht und in ein paar Monaten kommt das erste eigene Kind zur Welt? Keine leichte Situation - auch wenn für den jungen Vater klar ist, dass er für die Mutter und das Kind da sein und die beiden nach Kräften zu unterstützen möchte. Vor allem dann, wenn die Eltern der Freundin vom ihm gar nicht begeistert sind: "Der kann sich doch nicht mal um sich selber kümmern, geschweige denn um ein Baby. Und außerdem stehst du sowieso bald alleine da. Bei der nächsten Gelegenheit macht der sich aus dem Staub."

Eine solche Haltung macht es dem Vater nicht unbedingt einfach, eine gute Beziehung zu seinem Sohn oder seiner Tochter aufzubauen. Die ist aber wichtig. Wenn ihm der Kontakt zu seinem Kind am Herzen liegt, sollte er es auch sehen und sich mit ihm beschäftigen dürfen. Er muss ja nicht gleich bei der jungen Mutter ins elterliche Heim einziehen, aber regelmäßige Besuche sollten ihm nicht verwehrt werden.

Auf jeden Fall: Schule und Ausbildung beenden

Der kürzlich vorgestellte Armutsbericht der Bundesregierung zeigt: Alleinerziehende Mütter sind eine Risikogruppe und müssen vermehrt mit einem geringen Auskommen leben. Eine gute Bildung kann ein Abrutschen in eine finanziell prekäre Lage verhindern. Junge Mütter sollten ihre unterbrochene Schule oder Ausbildung auf jeden Fall beenden, empfiehlt Eva Zattler dringend.

Dennoch: Acht Wochen nach der Geburt schon wieder die Schulbank zu drücken und den Abschluss schaffen zu wollen, ist nicht sonderlich sinnvoll. Mit den Gedanken beim Kind, fällt es schwer, sich auf Mathematik, Englisch und Biologie zu konzentrieren. Außerdem baut das Baby nur schwer eine enge Bindung zu seiner leiblichen Mutter auf, wenn es viele Stunden am Tag nicht von ihr betreut wird - auch nicht unbedingt wünschenswert.

Und noch eine Sache sollten junge Mütter bedenken, wenn sie ihren künftigen Bildungsweg planen: Schule ist meist leichter mit der Sorge um sein Kind zu vereinbaren als eine Ausbildung. Hält einen das Kind den ganzen Nachmittag auf Trapp oder ist es krank, lässt sich der Stoff leichter nachlernen, eine Schulstunde einfacher streichen. Am Arbeitsplatz hingegen, wo Zuverlässigkeit der Mitarbeiter gefordert wird, kann man weniger flexibler reagieren.

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Wissenschaftliche Beratung
Eva Zattler, pro familia München