Grundschulempfehlung
 
Empfehlung oder Einweisung?

In vielen Bundesländern bestimmen nicht die Eltern, sondern die Grundschulempfehlung, welche weiterführende Schule ein Kind besuchen wird. Hier lesen Sie, welche Regelung in welchem Bundesland gilt. Und was halten Sie von der Grundschulempfehlung?

Was halten Sie von der Grundschulempfehlung?

Grundschulempfehlung: Empfehlung oder Einweisung?

Was halten Sie von einer bindenden Grundschulempfehlung, welche weiterführende Schule ein Kind besuchen soll? Machen Sie mit bei unserer Umfrage - wir sind gespannt! Sie würden Ihre Argumente für oder gegen die Grundschulempfehlung gerne ein wenig ausführlicher erläutern? Dann nutzen Sie dazu unsere Kommentarfunktion und schreiben Sie uns Ihre Meinung!

In welchen Bundesländern gibt es die bindende Grundschulempfehlung?

Mit Ausnahme von Bayern haben alle westdeutschen Bundesländer die Grundschulempfehlung mittlerweile abgeschafft. Die Ost-Bundesländer halten dagegen an der mehr oder weniger bindenden Grundschulempfehlung fest, unabhängig von der politischen Ausrichtung der jeweiligen Landesregierung.

Doch egal, wie die einzelnen Bundesländer mit dem Thema umgehen - es bleibt stets umstritten! So reichte etwa in Bayern vor einigen Jahren sogar der Lehrerverband eine Petition zur Reform der Grundschule ein. Die Forderung: Die Eltern sollen nach einem Beratungsgespräch allein über den weiteren Bildungsweg entscheiden. Über 100.000 Unterschriften konnten die Initiatoren damals sammeln.

In Baden-Württemberg kritisiert dagegen die CDU die Entscheidung, die bindende Grundschulempfehlung abzuschaffen.

In folgenden Bundesländern gibt es weiterhin eine bindende Grundschulempfehlung - für weitere Details klicken Sie bitte auf den jeweiligen Link:

Die Grundschulempfehlung in Bayern

In Bayern ist die Grundschulempfehlung bindend. Grundlage dafür ist die Gesamtdurchschnittsnote aus den Fächern Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht in der vierten Klasse. Für den Übertritt in die Realschule ist eine Durchschnittsnote von mindestens 2,66 erforderlich, für das Gymnasium eine Durchschnittsnote von mindestens 2,33.

Sind die Eltern mit der Grundschulempfehlung nicht einverstanden, können sie ihr Kind zu einem dreitätigen Probeunterricht an der gewünschten Schulart anmelden. Dort werden schriftliche Aufgaben in den Fächern Deutsch und Mathematik gestellt, außerdem gibt es mündliche Prüfungen. Schafft das Kind in einem Fach mindestens eine 3 und in dem anderen Fach mindestens die Note 4, hat es die Prüfung bestanden und die Eltern können es auf der Wunsch-Schule anmelden. Gab es in beiden Fächern eine vier, zählt ebenfalls der Elternwille.

Die Grundschulempfehlung in Berlin

Im Prinzip gilt in Berlin der Elternwille. Trotzdem gibt es in der sechsten Klasse eine Grunschulempfehlung: Um eine Empfehlung fürs Gymnasium zu bekommen, muss der Notenschnitt bei mindestens 2,2 liegen, für die Realschule bei 2,8 bis 3,2. Der Wechsel auf Realschule oder Gymnasium erfolgt unabhängig vom Notenschnitt zunächst auf Probe - sollte sich nach einem halben Jahr herausstellen, dass das Kind nicht die erforderlichen Leistungen erbringt, muss es die Schulform wechseln.

Die Grundschulempfehlung in Brandenburg

Seit dem Schuljahr 2007/2008 müssen die Schüler in Brandenburg im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe Sechs Arbeiten in den Fächern Deutsch und Mathematik schreiben. Die Note fließt mit hoher Gewichtung in das Halbjahreszeugnis ein. Die Aufgaben werden zentral gestellt. Soll ein Schüler aufs Gymnasium wechseln, darf er auf seinem Halbjahreszeugnis in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie der ersten Fremdsprache maximal die Notensumme 7 haben. Außerdem braucht er eine so genannte Bildungsgangempfehlung. Wer eines von beiden oder beide Kriterien nicht erfüllt, kann im zweiten Halbjahr an einem zweitägigen Probeunterricht teilnehmen.

Die Grundschulempfehlung in Sachsen

In Sachsen werden die Eltern von Grundschülern zu verbindlichen Beratungsgesprächen eingeladen, in denen der Entwicklungsstand des Kindes besprochen wird. Im zweiten Schulhalbjahr der Klassenstufe 4 erhalten alle Schüler zudem eine Bildungsempfehlung: Hat der Schüler im Halbjahreszeugnis oder am Ende des Schuljahres in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht einen Notenschnitt von 2,0 oder besser erreicht, empfiehlt die Grundschule den Besuch des Gymnasiums.

Bei einem schlechteren Notenschnitt kann der Schüler auf Antrag der Eltern an einer schriftlichen Aufnahmeprüfung in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht fürs Gymnasium teilnehmen. Auch dabei muss er einen Notenschnitt von "gut" oder besser erreichen, um die Grudnschulempfehlung fürs Gymnasium doch noch zu erhalten.

Die Grundschulempfehlung in Sachsen-Anhalt

Um in Sachsen-Anhalt eine Grundschulempfehlung fürs Gymnasium zu erhalten, braucht ein Schüler in der Regel in den Fächern Deutsch, Mathematik, Sachkunde und Englisch jeweils gute Leistungen, in den anderen Fächern sollte mindestens ein Notenschnitt von 2,5 erreicht werden.

Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, können die Eltern ihr Kind zu einem Eignungsfeststellungsverfahren anmelden. Auch wenn sich sich die Gesamtleistung des Schülers nach dem Eignungsverfahren im zweiten Schulhalbjahr deutlich verbessert, kann die Klassenkonferenz der Grundschule den Übergang zum Gymnasium beschließen.

Die Grundschulempfehlung in Thüringen

Laut des Bildungsministeriums von Thüringen lautet die Grundschulempfehlung in den meisten Fällen auf "Regelschule". Möchten die Eltern ihr Kind jedoch auf ein Gymnasium schicken, braucht es dazu auf dem Halbjahreszeugis der Klassenstufe 4 in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachkunde jeweils mindestens die Note "gut". Reichen die Noten nicht, können die Eltern eine Empfehlung fürs Gymnasium beantragen. Daneben ist auch eine Aufnahmeprüfung möglich.

Was sollte Ihrer Meinung nach bei der Wahl der weiterführenden Schule mehr zählen - die Grundschulempfehlung oder der Wille der Eltern?
Die Grundschulempfehlung
51% (21 Stimmen)
Der Elternwille
49% (20 Stimmen)
Gesamtstimmen: 41