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"Elterntaxis" als Sicherheitsrisiko? 7 Tipps für einen sicheren Schulweg

Risiko "Elterntaxi": Kinder überqueren einen Zebrastreifen vor einem Auto
© Photographee.eu / Adobe Stock
Laut einer repräsentativen Umfrage sind Elterntaxis ein Sicherheitsrisiko auf dem Schulweg. Welche Maßnahmen Eltern sowie Lehrer jetzt fordern und wie ihr selbst zu einem sicheren Schulweg beitragen könnt, erfahrt ihr hier.

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Eltern, die ihre Kinder morgens mit dem Auto bis vor das Schultor fahren, stehen schon länger in der Kritik. Sei es aus Gründen des Umweltschutzes oder weil sie als sogenannte Helikoptereltern dem Kind den Schulweg nicht allein zutrauen würden. Eine Umfrage kam nun allerdings zu dem Ergebnis, dass die Elterntaxis, neben allen Bedenken zu Umwelt und Persönlichkeitsentwicklung, auch ein Sicherheitsrisiko für den Schulweg darstellen.

19 Prozent der Grundschullehrkräfte beobachten wöchentlich Gefahrensituationen

Im Rahmen der repräsentativen Forsa-Umfrage zur Sicherheit von Schulwegen, die vom Verband Bildung und Erziehung (VBE), dem Deutschen Kinderhilfswerk und dem ökologischen Verkehrsclub VCD in Auftrag gegeben wurde, wurden bundesweit 508 Grundschullehrkräfte sowie 500 Eltern von Kindern im Alter zwischen sechs und zehn Jahren befragt. Die Ergebnisse: 11 Prozent der Lehrkräfte beobachten mindestens einmal täglich eine von Elterntaxis verursachte Gefahrensituation auf dem Schulweg; 19 Prozent mindestens einmal in der Woche. Und auch die Eltern gaben an, dass sie schon häufiger beobachten konnten, wie Eltern, die ihre Kinder in die Schule fahren, gefährliche Situationen verursacht hätten: 9 Prozent einmal täglich, 11 Prozent mindestens wöchentlich. Der VBE bezeichnet diese Zahlen als alarmierend – und sieht dringend Handlungsbedarf.

Sicherheitsmaßnahmen werden nicht konsequent genug umgesetzt

Denn obwohl sich Lehrkräfte und Eltern sehr einig darüber sind, welche Maßnahmen die Sicherheit auf dem Schulweg erhöhen würden, wird die Umsetzung als ungenügend empfunden. So sehen 91 Prozent der Lehrkräfte und 93 Prozent der befragten Eltern breite, sichere Gehwege als Problemlösung an; eine Umsetzung können aber nur 51 Prozent beziehungsweise 27 Prozent feststellen. Interessant: Die meisten Maßnahmen, die Eltern und Lehrer zur Verbesserung der Sicherheit auf dem Schulweg vorschlagen, zielen nicht direkt auf die Abschaffung von "Elterntaxis" oder eine Verhaltensänderung der Autofahrer ab. Stattdessen sehen die befragten Personen vorrangig Potenzial im Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und in der Schaffung besserer Rahmenbedingungen.

Insgesamt wünschen sich Eltern und Lehrer eine bessere Umsetzung folgender Maßnahmen:

  • nicht zugeparkte und breitere Fußwege
  • sichere Straßenübergänge wie Zebrastreifen, Ampeln oder Mittelinseln
  • Schülerlotsen vor den Schulen oder der Einsatz von Schulbussen
  • Halteverbote und höhere Geldbußen für Falschparker
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen vor Schulen

Was könnt ihr als Eltern selbst dafür tun, damit der Schulweg für euer Kind sicherer wird?

Den Ausbau von breiten Fußwegen, Ampeln und Zebrastreifen könnt ihr nicht direkt beeinflussen – außer, ihr werdet politisch aktiv. Aber es gibt auch Maßnahmen für mehr Sicherheit auf dem Schulweg, die ihr selbst ergreifen könnt. Wir haben euch sieben Ideen dazu zusammengestellt:

  • Verkehrserziehung: Im Idealfall werden eure Kinder bereits in der Kita mit richtigen Verhaltensweisen im Straßenverkehr vertraut gemacht. Doch es schadet nicht, wenn ihr als Eltern die Sache auch selbst in die Hand nehmt: Fahrt mit euren Kindern Bus, Bahn und Fahrrad oder erkundet eure Umgebung zu Fuß. Dabei könnt ihr das korrekte Überqueren eines Zebrastreifens oder einer Ampel immer wieder einüben. Es gibt auch tolle Kinderbücher, die sich der Thematik annehmen.
  • Aufklärung über Gefahren: Weist eure Kinder frühzeitig auf die Gefahren im Straßenverkehr hin. Auch eine grüne Ampel ist keine Garantie dafür, dass kein Auto kommt: lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig schauen. Dabei geht es nicht um Panikmache. Vielmehr sollen eure Kinder lernen, potenzielle Gefährdungen selbst besser einschätzen zu können.
  • Für Sichtbarkeit sorgen: Gerade im Winter, wenn es morgens noch sehr dunkel ist, können Schulkinder leicht übersehen werden. Sorgt also dafür, dass euer Kind mit Reflektoren ausgestattet ist und sowohl zu Fuß als auch auf dem Fahrrad erkennbar bleibt.
  • Genug Zeit einplanen: In der morgendlichen Hektik kann es schnell zu Unachtsamkeiten kommen – das gilt insbesondere dann, wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid. Damit ihr nicht selbst zur Gefahr für andere werdet, plant also ausreichend Zeit ein und seid möglichst wachsam, wenn ihr mit eurem Auto vor der Schule rangiert.
  • Schulweg einüben: Geht euer Kind allein in die Schule, übt den Weg gemeinsam ein und weist dabei auf mögliche Gefahrenquellen hin.
  • Dem Alter angemessen handeln: Wenn ihr an einer Schnellstraße wohnt oder auf dem Schulweg eures Kindes viele Gefahren lauern, ist der Weg für euer Kind in der ersten Klasse vielleicht noch zu gefährlich. Traut eurem Kind etwas zu, aber überfordert es auch nicht.
  • Ein positives Vorbild sein: Geht nicht bei Rot über die Ampel, tragt möglichst einen Fahrradhelm und verhaltet euch auch sonst im Straßenverkehr korrekt – so geht ihr mit gutem Beispiel voran und eure Kinder werden es auch nachmachen.

Natürlich gibt es viele gute und legitime Gründe, die – gerade auf dem Land – für das Auto sprechen. Aber wenn es möglich ist, nehmt lieber das Fahrrad oder lasst eure Kinder allein zur Schule gehen. Jedes Auto weniger entspannt die Situation vor den Schulen und außerdem stärkt ihr damit noch das Selbstvertrauen eurer Kinder.

ELTERN

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