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480 Euro pro Jahr? So viel kostet das Schulmaterial von Kindern in den verschiedenen Bundesländern

Ein Mädchen schreibt in der Klasse in ihr Schulheft.
© pololia / Adobe Stock
Lernmittelfreiheit existiert laut einer neuen Analyse offenbar nur noch in sieben Bundesländern. Wir zeigen, wo der Schulbesuch am günstigsten ist und wo Eltern tiefer in die Tasche greifen müssen.

Eine Voraussetzung in der Schule sind für Kinder die richtigen Lernmittel. Doch die benötigten Schulbücher, Hefte oder andere Materialien können für Familien, je nachdem in welchem Bundesland sie leben, teuer werden. Verbraucher:innen mussten nach angaben des Statistischen Bundesamts im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr bezahlen. Im Juli 2022 kosteten beispielsweise Schulhefte und Zeichenblöcke im Durchschnitt 13,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Gründe dürften die gestiegenen Kosten in der Papierproduktion und die anhaltende Papierknappheit sein. Stifte, Füller oder Farbkasten wurden ebenfalls teurer, allerdings "nur" um 5,2 Prozent. Schulranzenpreise stiegen um 4,7 Prozent. 

Auch bei den verschiedenen Schulformen in den Bundesländern sieht es für Familien teilweise nicht unbedingt günstig aus. Der Spitzenreiter hoher Kosten ist laut einer Analyse des Bildungsportals "Preply" Sachsen-Anhalt, das fast in allen Kategorien am meisten Geld verlangt. Die Untersuchung zeigt die Maximalkosten für Lernmittel in der Grundschule, Oberschule und Sekundarstufe. Hier kommen die Ergebnisse:

Grundschulkinder: Bis zu 220 Euro jährlich

So sehen die Kosten für Schulmaterial von Kindern in den ersten Klassenstufen aus:

  • Mit weniger als 25 Euro bleiben Brandenburg (12 Euro), Nordrhein-Westfalen (14 Euro), Niedersachsen (18 Euro) und Thüringen (23 Euro) am günstigsten.
  • In Hamburg bezahlen Eltern 50 Euro pro Jahr.
  • Im Saarland 84 Euro.
  • In Rheinland-Pfalz sind es dann schon 149 Euro jährlich.
  • Und in Sachsen-Anhalt 220 Euro pro Schuljahr.

Oberschulen: In Teilen fast 500 Euro

In der Oberschule wird die Marke unter 25 nicht mehr erreicht. Stattdessen sieht es wie folgt aus:

  • Am wenigsten zahlen Eltern erneut in Brandenburg (27 Euro), Nordrhein-Westfalen (31 Euro) und Thüringen (45 Euro).
  • Niedersachsen landet mit 75 Euro auf Platz vier, dicht gefolgt von Hamburg (80 Euro).
  • Im Saarland springen die Kosten dann auf 331 Euro.
  • Und in Rheinland-Pfalz (421 Euro) und Sachsen-Anhalt (480 Euro) ist es erneut am teuersten.

Sekundarstufe: Das Saarland kostet am meisten

Die Schulbücher sind in der Sekundarstufe in manchen Bundesländern günstiger als in der Oberstufe, in einigen aber auch deutlich teurer. Hier kommen die Zahlen:

  • Am günstigsten ist Nordrhein-Westfalen (28 Euro). Brandenburg (29 Euro) folgt mit einem Euro mehr.
  • Daraufhin kommt Thüringen mit 45 Euro und Niedersachsen mit 75 Euro – die Kosten sind in beiden Ländern genauso hoch wie in der Oberschule.
  • In Hamburg (100 Euro) wird es im Oberschulvergleich 20 Euro teurer. Und auch Berlin, das für die Versorgung von Grundschul- und Oberstufenschüler:innen kein Geld verlangt, setzt hier 100 Euro jährlich an.
  • In Rheinland-Pfalz sind es 195 Euro pro Jahr.
  • Sachsen-Anhalt folgt mit 337 Euro.
  • Am höchsten ist der Betrag im Saarland mit 418 Euro.

In diesen Bundesländern zahlen Eltern nichts

In sieben Bundesländern gibt es keine festgelegte Obergrenze, die Familien zahlen müssen. Dort werden Kinder umsonst mit Schulbüchern versorgt:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Bremen
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Sachsen
  • Schleswig-Holstein

Bildung ist Ländersache

Auch wenn der Schulbesuch für Kinder kostenlos ist, sieht die Realität bei Lernmitteln doch anders aus. Schlupflöcher gibt es unter anderem für Kosten wie Sach- und Fachbücher. Das hängt laut Preply auch mit den Sparmaßnahmen des Bundes zusammen, die oft die Länder betreffen. Für einkommensschwache Elternteile gibt es auf Antrag allerdings oft Leihangebote oder Zuschüsse, um Familien zu unterstützen. In Berlin haben außerdem manche Schulen Fonds eingerichtet, aus dem die Kosten für Bücher, Hefte oder andere Lernmittel beschafft werden können, um die Kosten für die Eltern zu verringern.

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