Tatort Pausenhof
 
"Eine Schule ohne Drogen gibt es nicht"

Was Eltern beachten müssen

Kinder können brutale Videos nur schwer verarbeiten

Zugegeben: Es gibt nicht viel, was Eltern tun können, damit ihre Kinder nicht Zeugen von Drogen-Konsum oder dem Abspielen von brutalen Bildern auf dem Schulhof werden. Doch eingeweihte Eltern können klüger reagieren. Deshalb das Wichtigste überhaupt: Ein Bewusstsein für die möglichen Gefahren haben und im Gespräch bleiben. Und wer Offenheit möchte, sollte seinem Kind keine Gründe geben, den Mund zu halten. Experten haben Tipps zusammengestellt, die Väter und Mütter beherzigen sollten.

  • Lassen Sie sich von Ihren Kindern zeigen, wofür und wie sie ihr Handy benutzen. Kontrollieren Sie aber das Handy nicht heimlich. Damit würden Sie das Vertrauensverhältnis verletzten; das ist auf Dauer eventuell wirklich schädlich.
  • Sie müssen wissen: Für Kinder und Jugendliche ist das Handy ein wichtiges Kommunikationsmittel und ein Prestige-Objekt im Freundeskreis. Viele erzählen den Eltern nichts über verstörende Erlebnisse mit Gewalt-Videos, weil sie Angst haben, dass ihnen das Handy dann weggenommen wird. Machen Sie Ihren Kindern klar, dass das nie passieren wird. Tatsächlich ist ein Handyverbot keine Lösung. Entscheidend ist die Auseinandersetzung mit den Ursachen der Gewalt, der Faszination für andere.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass es Bilder gibt, die so schrecklich sind, dass man sie nie mehr aus dem Kopf bekommt. Sie sollten sich also vor solchen Anblicken selbst schützen! Tatsächlich können Kinder brutale Videos oft nur schwer verarbeiten. Reagieren Sie auf mögliche Anzeichen von Verstörungen und sprechen Sie mit Ihrem Kind.
  • Die Crux dabei: Psychologischer Hintergrund des (gemeinsamen) Video-Schauens oder Drogen-Konsums ist stets der Gedanke der "Mutprobe". Wer sich "traut", egal wie er sich dabei fühlt, gehört dazu… Gerade für Kinder und Jugendliche ist es enorm schwierig, sich gegen die Gruppe zu stellen, eventuell als Feigling verlacht und ausgeschlossen zu werden. Es gilt, dem Kind den Rücken zu stärken, damit es das Selbstbewusstsein hat, nicht dem Gruppendruck zu erliegen und sich zu schützen.
  • Nicht zu unterschätzen ist die Vorbildfunktion der Eltern. Wenn die Gewalt oder Ungerechtigkeiten eher auf die leichte Schulter nehmen oder sich damit abfinden, erscheint das auch dem Kind "normal" - und eben nicht mehr erwähnenswert. Das gleiche gilt etwa für den Umgang mit Alkohol. Warum zuhause etwas erzählen, was dort eventuell gang und gäbe ist? Das heißt nicht, dass Eltern nichts trinken dürfen; es heißt aber, dass man Alkohol- oder Drogenkonsum generell (und auch das eigene Verhalten) offen diskutiert und hinterfragt.