Austausch
 
Abenteuer Gastfamilie

Ein Gast aus der Fremde - was bedeutet das eigentlich? An welche Organisationen kann ich mich wenden und was muss ich einem Austauschschüler anbieten können?

Austausch: Abenteuer Gastfamilie
jerome berquez - Fotolia.com
  • Rund 2.000 deutsche Familien nehmen Jahr für Jahr einen Austauschschüler bei sich auf - aus Gastfreundschaft, ohne auch nur einen Cent dafür zu bekommen.
  • Geknüpft werden diese internationalen Kontakte durch verschiedene nicht kommerzielle Austauschorganisationen wie AFS und YFU. Sie arbeiten in globalen Netzwerken und haben alle das gleiche Ziel: interkulturelles Lernen. Was so abstrakt klingt, wird für Gastfamilien im eigenen Wohnzimmer ganz konkret: Sie leben mit einem jungen Menschen aus einer anderen Kultur zusammen und integrieren ihn in ihre Familie.
  • Dabei lernt nicht nur das Gastkind Toleranz und Flexibilität. Auch bei der Gastfamilie wächst das Verständnis für andere Kulturen: Familien gewinnen durch die Aufnahme eines Austauschschülers deutlich an sozialer und interkultureller Kompetenz, wie ein Studie der Uni Köln ergeben hat.
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Was tun, wenn es Probleme gibt?

Drei Fragen an Kathrin Bretthauer, 47, regionale Betreuungsassistentin Bayern von "Youth for Understanding":

Welche Voraussetzungen muss eine Gastfamilie erfüllen?
Wir haben Paare mit Kindern jeglichen Alters genauso wie allein erziehende Eltern oder kinderlose Paare - alles ist möglich. Einzige formale Voraussetzung: Der Schüler hat ein eigenes Bett und bekommt drei Mahlzeiten pro Tag.

Wie werden die Gastfamilien betreut?
Sie werden vorher von einem unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter besucht: Er erzählt, wie ein Austauschjahr abläuft und versucht einen Eindruck zu bekommen, welcher Typ Schüler in die Familie passen würde. Auf einem Informati-onsnachmittag für werdende Gasteltern besprechen wir dann, was emotional und formal wichtig ist. Zusätzlich gibt es ausführliches schriftliches Infomaterial. Und während des Austauschjahres betreut dann ein YFU-Mitarbeiter die Familie.

Was sind die größten Probleme zwischen Familie und Gastkind? Konflikte gibt es, wenn es atmosphärisch nicht stimmt - wenn die Familie den Schüler als störend oder als Fremdkörper empfindet. Manchmal wird der Jugendliche mit seinen Gasteltern nicht warm. Da kann man niemandem die Schuld geben - da war einfach die Zuordnung falsch. Lassen sich die Differenzen nicht lösen, suchen wir für den Schüler eine neue Familie.