VG-Wort Pixel

Abschlussfahrt & Co. So kommt Geld in die Kasse

Große Ereignisse wie die Klassenfahrt oder der Abi-Ball sind für die meisten Schüler das Highlight des Schuljahres. Doch ob in der siebten oder in der zwölften Klasse: Solche Vorhaben kosten Geld. Wir haben für Sie verschiedene Möglichkeiten zusammengestellt, wie Geld in die Klassen- beziehungsweise Gemeinschaftskasse fließt.

Wenn das Geld fehlt

Abschlussfahrt & Co.: So kommt Geld in die Kasse
© Jupiterimages

Wenn die Fördergelder knapp sind oder Geld in der Klassenkasse fehlt, bleiben notwendige Anschaffungen in der Schule, wie neue Computer für den Technikraum oder Gelder für Renovierungsarbeiten oft auf der Strecke. Wie Klassen, Kurse und Eltern sich behelfen können, wenn einige Schüler auf Grund der Kosten vielleicht nicht mit auf Klassenfahrt fahren können oder das Budget für Sport- und Arbeitsgeräte der Schule insgesamt zu gering ist, erfahren Sie hier.

Der Klassiker

Zu der beliebtesten und verbreitetsten Art der Geldbeschaffung zählt der Verkauf von Lebensmitteln in der Schule. Ob Waffeln, Kuchen, Sandwiches oder Würstchen - kaum eine Schulleitung hat etwas dagegen, wenn Schüler für ihre Klassenkasse etwas dazu verdienen. Wenn es einen Bäcker vor Ort gibt, sollten die Schüler sich allerdings mit ihm absprechen, was Produkte und Verkaufszeiten betrifft. Um niemandem das Wasser abzugraben, sollten die Schüler lieber das Gespräch suchen und eine "Verkaufsstrategie" entwickeln, mit der alle zufrieden sind. Wenn der Schulbäcker beispielsweise sein Hauptgeschäft mit belegten Brötchen macht, wäre es unklug, zeitgleich Schnittchen zu verkaufen.

Bei Lebensmitteln gilt es zudem gewisse Hygieneregeln zu beachten: So darf Kuchen mit Sahnefüllung beispielsweise nicht über sieben Grad Celsius gelagert werden. Daher im Sommer zum Wohle der eigenen Gesundheit lieber auf die Sahnetorte oder das Tiramisu verzichten.

Auf die Bühne

Für sehr engagierte Klassenverbände sind bunte Abende oder eine Theateraufführung bestimmt eine gute Sache. Mit den Eintrittsgeldern und kleinen Spendenkörbchen am Ausgang kann zusätzlich noch ein wenig Geld für die Klassenkasse ergattert werden. Kleine Pausensnacks und Getränke eignen sich bei Aufführungen ebenfalls sehr gut als Einnahmequelle.

Die Schüler- & Abi-Zeitung

Auch wenn es an den meisten Schulen schon Schüler- oder Klassenzeitungen gibt: Um Geld für die Klassenfahrt zu sammeln, eignet sich das Erstellen solcher Zeitungen alle mal. Neben Schulkameraden und Lehrern kaufen Eltern und Freunde meist ebenfalls ein Exemplar und ganz nebenbei haben die Kinder die Möglichkeit, ihre eigene erste Zeitung zu gestalten und zu vertreiben. Von der ersten bis zur 13ten Klasse ist das Modell der Zeitung für alle Altersstufen geeignet.

Ein bisschen mehr Aufwand

Mit der Bereitschaft für ein bisschen mehr Aufwand kann man prima mit einer Tombola oder einem Flohmarkt Geld in die Klassenkasse scheffeln. Besonders eignen sich hierfür natürlich Schulfeste und -feiern oder Weihnachtsmärkte und Sommerfeste. Jede Familie hat das ein oder andere im Keller oder im Schrank, das keine Verwendung mehr findet - und mit der Hoffnung etwas zu gewinnen, macht das Spenden durch den Kauf eines Loses gleich viel mehr Spaß.

Die speziellen Kassen

Das etwas unkonventionelle Modell der Schimpfwort-Kasse findet eher in höheren Klassenstufen Gefallen. Wer schimpft, flucht oder motzt, muss zahlen. Wahlweise ist auch eine Zuspätkomm-Kasse, Tafeldienst-verpennt-Kasse oder ähnliches möglich. Diese Art von System hat leider einen Haken - die Strafzahlung trifft meistens nur eine bestimmte Anzahl von Leuten und ob dies dann "fair" ist, sei mal dahingestellt. Wichtig hierbei: Keiner darf in die Verlegenheit kommen, wegen der Zahlung Schulden zu machen. Also lieber niedrige und für alle stemmbare Zahlungen vereinbaren. Bei den Schimpfwörtern lässt sich die Höhe der Zahlung gut über die "Schwere" des Wortes bestimmen, zum Beispiel kostet ein "Idiot" dann weniger als eine "Sau". Es gibt auch noch die Option, eine Kasse im Lehrerzimmer aufzustellen und auf das Gutmenschentum der Pauker zu hoffen - für brave Klassen könnte dies durchaus funktionieren.

Ganz eigenständig mit Fundraising

Ein neues Modell des Spendensammelns für Schulklassen, Gruppen und Vereine bietet das so genannte Fundraising: Das Sammeln von Geld für eine gemeinnützige Sache. In der direkten Umgebung lässt sich meist schneller Geld für die Schulen vor Ort organisieren. Wenn also beispielsweise Geld für neue Sportgeräte fehlt, können Spenden bei örtlichen Unternehmen gesammelt werden und diese als Gegenleistung einen Namenssticker auf dem Gerät anbringen. Aber über das so genannte Fundraising-Konzept können die Schüler auch risikolos Spenden für ihre Abschlussfahrt sammeln und so ihre Klassenkasse aufpeppen. Im städtischen Reisebüro können die Schüler zum Beispiel nach einem Sponsoring fragen und im Anschluss kostenlos Klassenfahrtsbilder mit Logo, einen Blog-Beitrag aus der Ferne oder einen Vortrag über die gesponserte Reise anbieten. So sind Geldgeber und Schüler zufrieden.

Eine weitere Variante für Fundraising bieten Unternehmen wie das Freiburger Start-Up "Neue Masche". "Neue Masche" versendet kostenlose Infomaterialien an die jeweilige Klasse, dann werden Sockenbestellungen durch die Schüler gesammelt und schließlich risikofrei nur die Anzahl der bestellten Socken angefordert. Ein Teil des Geldes für die Socken geht dann an "Neue Masche", der Rest an die Klasse. Somit haben die Spender neue fesche Socken, der Klassenverband ist glücklich und die Klassenfahrt kann kommen. Mehr Infos über Neue Masche finden Sie unter www.neuemasche.com

Die Kunstausstellung

Ob im Kunstunterricht oder privat gemalte Bilder - es gibt immer ein paar große Künstler in der Klasse. Die Schüler können zum Beispiel beim Direktor an einem Abend unter der Woche oder einem Vormittag am Wochenende um einen Klassenraum bitten, in dem sie ihre Bilder ausstellen können. Um sich die Ausstellung anzusehen haben die Besucher die Möglichkeit, zu spenden oder gegen ein geschenktes Bild ein wenig Geld für die Klassenkasse zu geben.

Mit Hilfe der Lehrer und Eltern

Eine ebenfalls beliebte Methode des Geldbeschaffens ist der Verkauf von Kaffee und Kuchen am Elternsprechtag. Für Lehrer und Eltern ist diese Veranstaltung oft nicht gerade der Höhepunkt des Jahres, daher lassen sich besonders gut süße Sachen wie Kuchen und Kekse an einem solchen Tag verkaufen. Gemeinsam mit einem Lehrer oder einer Lehrerin Kuchen zu essen und Kaffee zu trinken, schafft für Eltern eine angenehme Atmosphäre und es lässt sich eventuell leichter über mögliche Probleme sprechen als ohne Kaffee.

Das Party-Ding

Bestimmt ist das Veranstalten von Partys ein guter Weg, um schnell Geld in der Kasse klingeln zu lassen. Es birgt aber auch Risiken. Im Vorfeld muss die Party, egal wo sie stattfindet, auf jeden Fall genehmigt sein, die Sicherheit der Gäste muss gewährleistet werden und die Alterskontrolle muss ordentlich und ohne Ausnahmen vorgenommen werden.

Desweiteren muss die rechtliche Seite dringend geklärt werden, falls etwa Alkohol ausgeschenkt werden soll. Ebenso, wer im Fall von Polizeieinsätzen wie bei Ruhestörung, Schlägereien oder Sachbeschädigung die Verantwortung trägt. Für jeden Gesetzesverstoß kann der Partyveranstalter haftbar gemacht werden. Die Veranstaltungszeiten gilt es ebenfalls zu klären, denn je mehr genehmigt ist, desto weniger Probleme tauchen später auf.

Auch die Logistik hinter einer solchen Party ist mit viel Zeitaufwand und Verantwortung verbunden. Deshalb lohnt es sich zum Beispiel bei diesem Vorhaben, Getränkehändler auszuwählen, die ihre Ware auf Kommission herausgeben. Oder man zahlt im Vorhinein gemeinsam mit der Klasse eine Kaution. Dann bleibt nicht einer, meist der Initiator, alleine auf den Kosten sitzen, sollte die ganze Party nach hinten losgehen.

Wichtig: Mindestens einer sollte immer nüchtern bleiben! Verschwundenes Geld aus der Kasse, zertrümmerte Bierflaschen und vollgeschmierte Toiletten sind nämlich noch längst nicht die Spitze des Party-Eisbergs. Daher sollte die Partymeute immer einen guten Notfall-Plan parat haben.

Hilfe vom Jugendamt

Für Eltern, die ein geringes Einkommen haben oder eine Unterstützung vom Staat erhalten, gibt es unter Umständen die Hilfe vom Jugendamt. Denn jedes Kind hat grundsätzlich das Recht, im Klassenverband mit auf Klassenfahrt zu fahren. Wenn Sie dieses Angebot in Anspruch nehmen möchten, setzen Sie sich am besten mit dem Vertrauenslehrer, dem Klassenlehrer oder dem Schuldirektor Ihrer Schule in Verbindung. Diese können Ihnen beim Stellen der Anträge helfen oder mit Ihnen über andere Lösungsmöglichkeiten sprechen. Neben der Unterstützung des Jugendamts gibt es auch die Möglichkeit, von den schulischen Fördervereinen finanzielle Mittel zu erhalten. Sprechen Sie hierfür ebenfalls mit Vertrauens- oder Klassenlehrern.

Neu in Schulkind