Schulserie: Erfolgreich lernen
 
Übungen: So klappt's mit der Rechtschreibung

Wer die Rechtschreibung beherrscht, kommt leichter durch die Schule und selbstbewusster durchs Leben. Was aber, wenn es mit dem richtigen Schreiben nicht klappen will? Diese Übungen helfen Ihrem Kind, ein guter Rechtschreiber zu werden.

Die ELTERN FAMILY-Schulserie: Erfolgreich lernen

Schulserie: Erfolgreich lernen : Übungen: So klappt's mit der Rechtschreibung

Entspannter lernen - unsere neue sechsteilige Schulserie macht's möglich - mit ganz neuen Strategien.

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Schulserie: Erfolgreich lernen : Übungen: So klappt's mit der Rechtschreibung

Diese Serie beruht auf dem IntraActPlus-Konzept. Die Diplom-Psychologen Dr. Fritz Jansen und Uta Streit haben es in über 20 Jahren gemeinsamer Arbeit entwickelt. Dahinter stehen Ergebnisse der psychologischen Grundlagenforschung. Sie belegen, dass Lernen am besten funktioniert, wenn es drei Anforderungen erfüllt:

  • einen klar strukturierten, logischen Wissensaufbau
  • kleine Schritte, die Lernsprünge vermeiden
  • viel Raum für Wiederholungen.
  • In Hamburg unterrichten bereits viele Grundschulen nach diesem Konzept. Sachsen schult gerade landesweit seine Schulleiter danach, und Bayern hat es in den offi ziellen Fortbildungskatalog aufgenommen. Mehr Details und Hintergründe zu IntraActPlus finden Sie in dem Buch "Positiv lernen", Springer Verlag, 27,95 Euro. Ideal zum Lesen- und Schreibenlernen ist die Materialiensammlung "Lesen und Rechtschreiben lernen: nach dem IntraActPlus-Konzept", Springer Verlag 24,95 Euro.

    Richtig schreiben - Schritt für Schritt

    Starten Sie das Training, sobald Ihr Kind sagen kann: "Das mit dem Hören habe ich verstanden. Jetzt merke ich mir, wie man die Wörter richtig schreibt." Gebraucht werden ein Lernkarteikasten mit fünf Fächern und die entsprechenden Karteikarten. So geht’s:

    Schritt 1:

    Jedes neue oder einmal falsch geschriebene Wort wird von Ihnen in Druckschrift auf eine Karteikarte geschrieben.

    Schritt 2:

    Mithilfe der Karteikarte soll sich Ihr Kind das Wort nun ganz genau einprägen. Das heißt: Es tastet Buchstabe für Buchstabe nacheinander mit den Augen ab. Dieser Schritt muss richtig eingeübt werden!

    Schritt 3:

    Jetzt heißt es für Ihr Kind: Ganz bewusst nach oben schauen und sich vorstellen, wie es das Wort an die Zimmerdecke schreibt. Viele Kinder machen das automatisch. Inzwischen kennt man auch den Grund dafür: Beim Blick nach oben werden innere Bilder gespeichert bzw. abgerufen. Wer nicht auf diese effektive Weise speichert, kann sich auch das antrainieren, indem er es so lange bewusst tut, bis es automatisch passiert.

    Schritt 4:

    Ihr Kind buchstabiert das Wort. Alles richtig? Dann geht es sofort mit Schritt 5 c weiter.

    Schritt 5a:

    Bei einem Fehler bitten Sie Ihr Kind, sich das Wort noch einmal ganz genau anzuschauen. Verzichten Sie unbedingt auf gut gemeinte Hilfestellungen wie: "Hund schreibt man doch mit d statt mit t." Oder: "Da hast du aber etwas falsch gemacht. Überleg noch mal." Das Gehirn speichert so nur die Information "falsch", aber nicht das Richtige.

    Schritt 5b:

    Wenn Ihr Kind das Wort noch einmal gut angeschaut und sich die Reihenfolge der Buchstaben gemerkt hat, buchstabiert es das noch einmal mit dem Blick unter die Decke. Das klappt? Weiter mit Schritt 5 c.

    Schritt 5c:

    Wiederholen Sie das Buchstabieren des neuen Wortes möglichst oft, um es sicher im Langzeitgedächtnis zu verankern. Dann lassen Sie Ihr Kind zwei bekannte Wörter buchstabieren, die es sicher beherrscht. Anschließend gleich wieder das neue Wort abrufen. Dadurch wird die Erinnerung aufgefrischt und so ein noch tieferes Speichern erreicht.

    Schritt 5d:

    Sobald das neue Wort als Bild verinnerlicht ist, darf die Karte ins erste Fach des Lernkastens. Wichtig: Nur Wörter, die auf diese arbeitsintensive Weise im Lernkasten landen, werden nach Diktat geschrieben. Das vorherige visuelle Speichern führt dazu, dass dabei kaum noch Fehler gemacht werden.

    Schritt 6:

    Ab jetzt wird mit dem Karteikasten gearbeitet. Ganz vorne steckt, was täglich wiederholt werden muss. Im nächsten Fach, was bereits klar ist und alle zwei Tage abgefragt wird. Dahinter ist Platz für Karten für die wöchentliche Abfrage. In Fach vier sind die Karten, die nach einem Monat wieder überprüft werden. Ganz hinten befindet sich, was nach acht Wochen wiederholt wird. Denn: Was nach zwei Monaten noch sitzt, hat im Langzeitspeicher angedockt. Die Karte wird nicht länger gebraucht. Wörter, die doch wieder falsch geschrieben werden, wandern zurück ins erste Fach.
    Linktipp: Auf dieser Seite finden Sie eine Anleitung zum Selberbauen.

    Viele Fehler in Klasse 5 bis 10?: Tipps von der Expertin Uta Streit lesen Sie auf der folgenden Seite,.

    Viele Fehler in Klasse 5 bis 10?

    Ihr Kind besucht die weiterführende Schule und kommt ganz gut zurecht - wenn nur die vielen Rechtschreibfehler nicht wären? Lesen Sie die Tipps unserer Expertin Uta Streit:

    Was hilft schwachen Rechtschreibern auf den weiterführenden Schulen?
    Diszipliniertes Üben. Eine andere Chance gibt es nicht. Rechtschreibung funktioniert nicht ohne jahrelanges Training.

    Wie sieht das genau aus?
    Im Prinzip genauso wie bei den Schreibanfängern: Falsch geschriebene Wörter werden richtig auf Karteikarten notiert und wie Vokabeln einer Fremdsprache gebüffelt.

    Stichwort Fremdsprache. Wie kommt es, dass Schüler an der deutschen Rechtschreibung verzweifeln und die schwierigeren englischen Wörter gut hinbekommen?
    Meistens wird ihnen gleich zu Beginn erklärt: "Achtung: Wenn ihr die Vokabeln lernt, müsst ihr euch auch ganz genau merken, wie sie geschrieben werden. Das kann man nämlich im Englischen nicht hören." Dadurch prägen sich die Schüler von Anfang die Wortbilder ein und arbeiten so, wie sie das auch in Deutsch tun sollten.

    Lässt sich das nicht wunderbar übertragen?
    Ja und nein. Wie wissen heute, dass Schüler gleichzeitig in einem Fach superkonzentriert mit tollen Lernstrategien arbeiten können und in einem anderen genau das Gegenteil tun. Das heißt, wenn es in Deutsch nicht gut läuft, braucht der Schüler vermutlich gezielte Unterstützung, damit es besser wird.

    Aber es ist doch für einen 13-Jährigen eine frustrierende Vorstellung, wenn er zurück auf das Niveau von Grundschülern soll. Außerdem: Bei der Menge an Wörtern gibt sich doch mancher von vornherein geschlagen.
    Da hilft tatsächlich nur langfristiges Denken. Etwa: Ich lerne jede Woche zehn Wörter und kann davon ausgehen, dass ich in zwei Jahren die Sache weitgehend im Griff habe.

    Schaffen das Schüler ab der fünften Klasse selbstständig?
    Das kommt auf das Kind an. Natürlich wäre es praktisch, mit dem Kind freitags zehn Wörter herauszusuchen und sie eine Woche später abzufragen. Aber die meisten werden erst kurz vorher sämtliche Wörter büffeln - und danach alles wieder vergessen.

    Was klappt besser?
    Alle zwei Tage nur bis zu fünf Wörter lernen und dann abfragen. Wie immer beim Lernen gilt: Sicherheit geht vor Geschwindigkeit. Besser nach dem dritten Wort mit einem guten Gefühl aufhören, als noch ein viertes oder gar fünftes hinterherzuschieben, was dann alles durcheinander bringt.

    Und wie sorge ich dafür, dass das Lernen für einen langen Zeitraum durchgehalten wird?
    Sinnvoll ist, mit einem Belohnungs- oder Konsequenzprogramm zu arbeiten. Wenn ein Schüler mal keine Lust hat, kann er sich zum Beispiel mit der Aussicht auf eine Extrastunde am Computer motivieren.