Schule
 
Melden bringt mehr Spaß

Es bringt gute Noten, dennoch fällt es wenigen Schülern wirklich leicht, sich im Unterricht zu beteiligen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Schüchternheit und die Angst, sich vor den Anderen zu blamieren, gehören aber zu den häufigsten. Wie Eltern ihren Kindern helfen können, ihre Hemmungen zu überwinden? Mit Übungen für mehr Selbstsicherheit.

Schlechte Noten ausgleichen

Schule: Melden bringt mehr Spaß

Melden lohnt sich! Denn wer sich im Unterricht rege beteiligt, der kann schlechte Noten im Schriftlichen in fast allen Fächern ausgleichen. Schüler, die sich kaum oder gar nicht beteiligen, verpassen daher eine wichtige Chance auf gute Noten - und haben meist weniger Spaß im Unterricht.

In keinem schulischen Bereich ist Ihr Kind so sehr auf sich selbst gestellt wie im Mündlichen, und nirgendwo erfährt es so wenig analytische Unterstützung von Lehrerseite, falls es dabei Probleme hat. Also versucht es, eine Entschuldigung für seine Schwäche zu finden. Die vier häufigsten:

1. "Die anderen sind schneller, lauter, frecher etc."
2. "Egal, was ich im Unterricht sage, es ist ja doch verkehrt."
3. "Die anderen lachen, wenn ich was Falsches sage."
4. "Herumlabern ist eben nicht mein Ding."

Problem erkennen - und Lösungen finden

Mit vielen kleinen Schritten lässt sich fast alles lernen

Gut möglich, dass eine oder mehrere Aussagen auf die Situation Ihres Kindes zutreffen. Nur: Damit muss es leben. Erst mit dieser Einsicht, die es im Gespräch mit Ihnen entwickeln kann, schafft es die notwendigen Veränderungen. Und das geht so:

  • Zeit nehmen. Gute mündliche Leistungen kommen nicht von heute auf morgen, und jedes Kind hat dabei sein eigenes Tempo. Es ist wie beim Laufenlernen: Auch da gibt es Kinder, die schneller sind- trotzdem lassen sich die "Spätzünder" nicht entmutigen, sondern üben unverdrossen weiter, und ihre Eltern unterstützen sie dabei.
  • Ziele setzen. Mit vielen kleinen Schritten lässt sich fast alles schaffen. Gut für den Anfang: "Ich will mich von sofort an dreimal in jeder Stunde melden."
  • Lehrer informieren. Ein gutes Gespräch sorgt für einen guten Start. Alle Lehrer, um deren Stunden es geht, müssen deshalb wissen, dass sich Ihr Kind von nun an ernsthaft bemühen wird, im Unterricht besser mitzuarbeiten. Vielen Schülern fehlt allerdings der Mut, allein mit den Lehrern zu reden. Bieten Sie Ihrem Kind deshalb an, dabei zu sein. Finden Sie in diesem Fall gemeinsam heraus, was genau der Lehrer von Ihrem Kind erwartet. Bitten Sie darum, dass Ihr Kind von nun an wenigstens zweimal pro Stunde aufgerufen wird - aber nur dann, wenn es sich selbst meldet!
  • Vertrag formulieren. Bitten Sie Ihr Kind, seine Ziele aufzuschreiben. Zum Beispiel: "Ich erledige täglich die Hausaufgaben und melde mich wenigstens dreimal in der Stunde." Darunter kommt seine und Ihre Unterschrift und die des betreffenden Lehrers. Nach drei Wochen sollte besprochen werden, wie gut der Vertrag eingehalten wurde.
  • Strategisch denken. Richtige Antworten machen unsicheren Kindern Mut. Am Anfang einer Stunde werden die Hausaufgaben besprochen oder der Inhalt der letzten Stunde wiederholt. Auf diesen Moment kann sich Ihr Kind mit Ihrer Hilfe gezielt vorbereiten und deshalb ziemlich sicher sein, dass seine Antwort stimmt.
  • Angst zulassen. Ermutigen Sie Ihr Kind, diesen Satz zu verinnerlichen: "Wahrscheinlich werde ich anfangs rot werden oder stottern. Aber das macht nichts, damit werde ich fertig!" Allein die Einstellung wirkt beruhigend.