Schulbus
 
Dicht gedrängt zur Schule

Gedrängel, Geschiebe und Geschubse - die tägliche Fahrt mit dem Bus ist für viele Schulkinder eine wahre "Tour de Force". Das bestätigt auch der diesjährige Schulbus-Check des ADAC. Was die Tester dabei noch herausgefunden haben, erfahren Sie hier. Außerdem können Sie von den Erfahrungen Ihres Kindes berichten.

Ernüchternde Ergebnisse

Schulbus: Dicht gedrängt zur Schule

Der ADAC hat bundesweit 36 Schulbus-Strecken stichprobenartig und inkognito geprüft. Das Ergebnis ist ernüchternd: Ein knappes Viertel der Strecken fiel mit einem "mangelhaft" durch, nur ein weiteres Viertel hielt mit einem "gut" dagegen. Der Rest wurde mit einem "ausreichend" bewertet. Ein "sehr gut" schaffte angesichts der großen Mängelliste leider keine Busstrecke. Die Ergebnisse sind alarmierend, denn die Beanstandungen der ADAC-Testerinnen drehen sich vor allem um die Sicherheit der Schüler: Es gab nur zwei Strecken, bei denen nicht die Höchstgeschwindigkeit überschritten wurde - und das trotz widriger Straßenverhältnisse und morgendlicher Dunkelheit.

Die lange Mängelliste

Neben dem "heißen Reifen" mancher Schulbusfahrer bemängelte der ADAC auch, dass sich viele Haltestellen mehr als 500 Meter weit entfernt von der Schule befanden. Da dort kaum Platz zum Warten war, mussten sich die Schüler deshalb gefährlich nah an der Straße aufhalten oder extra eine stark befahrene Straße überqueren. Außerdem seien viele Schulbusse in einem miserablen Zustand: Bei jeder zweiten Strecke haben Stolperfallen oder scharfe Kanten die Sicherheit der Kinder gefährdet.

Eine gute Nachricht: Die Kapazitätsgrenzen der Busse wurden im Test nur selten überschritten - trotzdem mussten sich die Kinder oft in den Türbereichen oder nah an der Windschutzscheibe aufhalten und gerade beim Zusteigen kam es meist zu starkem Gedrängel. Neben diesen Defiziten gab es auch noch Kurioses zu berichten: Ein Busfahrer verfuhr sich auf seiner Stecke so sehr, dass die Kinder eine halbe Stunde zu spät zum Unterricht kamen.

Eltern und Schulen sind empört, doch ihre Kritik stößt meist auf taube Ohren. Die Zuständigkeiten werden hin- und hergereicht. Das Fazit des ADAC ist ernüchternd: "Noch immer müssen unsere Kinder ihren täglichen Schulweg unter erschwerten Bedingungen zurücklegen. Angesichts leerer Kassen werden sich die Verhältnisse in den kommenden Jahren nicht wirklich verbessern." Ein Blick auf die Ergebnisse der Untersuchung des vergangenen Jahres bestätigt diese Vermutung: Viel getan hat sich seit 2009 nichts.

Tipps für alle, die mit dem Schulbus unterwegs sind

Als Fazit aus den Schulbus-Checks fordert der ADAC vor allem, künftig nicht mehr die zulässigen Kapazitäten eines Busses auszureizen, sondern nur noch so viele Schüler wie es Sitzplätze gibt, zu befördern. Weiterhin verlangt er, dass die Fahrten insgesamt kürzer werden.

Darüber hinaus empfiehlt der ADAC Eltern, ihren Kindern Regeln mit auf den Weg zu geben:

  • Ganz wichtig: Niemals vor oder hinter dem stehenden Bus auf die Straße laufen! Erst nach der Abfahrt des Busses hat man wieder eine freie Sicht auf die Fahrbahn.
  • Rechtzeitig aus dem Haus gehen, damit man nicht vor lauter Hektik unaufmerksam wird.
  • An der Haltestelle nicht auf Rangeleien einlassen, da man schnell unbeabsichtigt auf die Fahrbahn gerät.
  • Mindestens einen Meter Abstand zum Bus halten, wenn er an die Haltestelle fährt - die rechte Frontseite des Busses schwenkt auf den Gehsteig.
  • Nicht gegen die Bustüren drücken: Durch Druck blockieren sie und gehen erst Recht nicht auf.
  • Beim Einsteigen nicht drängeln - andere Kinder könnten dabei stolpern und hinfallen.
  • Die Fahrkarte schon vor dem Einsteigen bereithalten und dem Fahrer auf Aufforderung zeigen - so vermeidet man einen "Stau".
  • Schultaschen im Bus nicht auf den Mittelgang stellen, weil andere darüber stürzen könnten. Und auch keine Sitzplätze damit blockieren. Stattdessen sollte die Tasche auf den Schoß genommen oder vor den Beinen abgestellt werden.
  • Sich während der Fahrt gut festhalten und nicht herumlaufen - sonst hat man keinen sicheren Halt, falls der Fahrer einmal bremsen muss.

Auch für Eltern, die etwa mit dem Auto ihre Kinder von der Schule abholen, hat der ADAC einige Verhaltensregeln in Bezug auf Schulbusse parat:

  • Fährt ein Bus mit eingeschalteten Warnblinkern eine Bus-Haltestelle an, gilt für die Fahrzeuge hinter ihm ein striktes Fahrverbot. Denn Kinder, die den Bus noch erreichen wollen, könnten über die Fahrbahn laufen.
  • Steht der Bus mit eingeschalteter Warnblickanlage an einer Bus-Haltestelle oder einer eigenen Haltebucht, dürfen Autofahrer in Schrittgeschwindigkeit und ausreichendem Abstand an ihm vorbeifahren.
  • Auf keinen Fall in der Nähe von Bushaltestellen halten oder parken - das Auto könnte die Sicht der Kinder oder des Busfahrers behindern.