Babybauch
 
Leichter leben mit der Kugel

Ob groß wie ein Medizinball oder klein und spitz wie eine Melone: Der Bauch einer schwangeren Frau ist immer ein Hingucker. Wir haben Wissenswertes rund um den Babybauch zusammen getragen. Plus: Zwölf Tipps, die den Alltag werdender Mütter erleichtern.

Babybauch: Leichter leben mit der Kugel
iStock, DeanDrobot

Warum sind die Bäuche so unterschiedlich?

Jeder schwangere Bauch ist so einzigartig wie die Frau, die ihn trägt und das Kind, das in ihm wächst. Obwohl sich der Mythos hartnäckig hält, hat die Form des Babybauches jedoch nichts damit zu tun, ob sich in ihm ein Junge oder ein Mädchen entwickelt. Die Gründe liegen vielmehr bei den körperlichen Voraussetzungen der werdenden Mutter:

  • Ist die Frau klein und zierlich, hat das Baby nicht so viel Platz um sich auszubreiten wie bei einer großen Frau, die eine lange Wirbelsäule hat. Deshalb kommt bei ihr der Bauch früher zum Vorschein als bei anderen und sie trägt ihn auch weiter vorne.
  • Bei einem sehr schmalen Becken kann das Baby sich nicht richtig ins Becken senken. Deshalb bleibt der Bauch weiter oben und wölbt sich weiter nach vorne.
  • Auch die Haltung einer Frau spielt eine Rolle: Im Hohlkreuz schiebt der Bauch sich automatisch weiter vor und wirkt größer.
  • Sind die Bauchmuskeln trainiert und das Bindegewebe fest, wird sich der Bauch nicht so sehr vorwölben wie bei einer untrainierten Frau.
  • Nicht nur die Größe des Kindes beeinflusst die Größe des Bauches. Wichtig ist auch die Fruchtwassermenge. Sie kann zwischen 300 Milliliter und 1.500 Milliliter variieren und man sieht es dem Bauch natürlich an, ob man nur ein zusätzliches Pfund oder ein Kilo mit sich herumträgt.
  • Je mehr Schwangerschaften eine Frau hatte, desto runder und weniger hoch wird der Bauch von vorneherein bei einer erneuten Schwangerschaft sein. Denn Gebärmutter, Bauchmuskulatur und das gesamte Körpergewebe werden durch eine Schwangerschaft stark gedehnt und in Anspruch genommen. Das reguliert sich nach der Geburt zwar in einem gewissen Maß von selbst. Doch das Gewebe ist nicht mehr das gleiche wie vorher. Ohne gezieltes Muskeltraining macht sich das spätestens bei einer erneuten Schwangerschaft bemerkbar.
singlePlayer

Erste Erleichterung: Einkaufen - weniger Last mit List(e)

Das Schleppen der Einkaufstüten macht Ihnen immer mehr Mühe? Da hilft ein Wochenplan, damit Sie an einzelnen Tagen nicht zu viel tragen müssen. Zum Großeinkauf am festgelegten Wochentag fahren Sie am besten mit Ihrem Partner, einer Freundin oder Bekannten. Vorteilhaft: ein Supermarkt, der die Ware nach Hause liefert (meist ab einem gewissen Mindestumsatz). Obst und Gemüse vom Markt oder andere Frischwaren transportieren Sie am besten im Einkaufsroller, den Sie bequem hinter sich herziehen können. Und bevor Sie ihn in der Küche ausräumen, stellen Sie ihn auf einen Stuhl; so müssen Sie sich nicht bücken.

Zweite Erleichterung: Atmen - Ruhe bringt Luft!

Viel Platz bleibt nicht, um tief Luft zu holen,wenn das Baby in den letzten Wochen der Schwangerschaft von unten gegen das Zwerchfell drückt. Gegen Kurzatmigkeit hilft nur, das Essen auf viele kleine Mahlzeiten zu verteilen und notwendige körperliche Anstrengungen ruhig anzugehen. Das heißt: Planen Sie immer doppelt Zeit ein, beispielsweise fürs Bügeln oder staubsaugen.

Dritte Erleichterung: Schlafen - besser mit sanftem Halt

Kleiner Trick mit großer Wirkung, wenn Sie nicht mehr in Bauch- oder Rückenlage schlafen können: Legen Sie in Seitenlage ein Stillkissen oder jeweils ein kleines Kissen zwischen die Knöchel und die Knie - das entlastet. Wenn Sie außerdem unter schweren Beinen leiden: Heben Sie das Fußende der Matratze leicht an, indem Sie Bücher oder eine Decke darunterlegen. So kann das gestaute Blut leichter abfließen.

Sie sehen jetzt morgens leicht verquollen aus? Das liegt an den Wassereinlagerungen, die in der Schwangerschaft dazugehören. Kälte wirkt abschwellend: Legen Sie für zwei, drei Minuten einen kühlen Teebeutel (mit Kamille oder Pfefferminze) auf jedes Augenlid. Und bleiben Sie einfach noch ein wenig liegen.

Vierte Erleichterung: Kind hochheben - nur mit Steighilfe

"Mama, Arm!" - Kleinkindern ist es ziemlich egal, wie dick der Bauch ist: Sie wollen (möglichst oft) getragen werden. Was tun? Wenn das Kind einen Schemel benutzt, kann es ebenfalls in der Küche mitarbeiten oder sich die Hände waschen. Und wenn Sie es doch mal auf den Arm nehmen: Bücken Sie sich nicht bis zum Boden, sondern lassen Sie es erst auf einen Stuhl krabbeln. Überhaupt: Heben Sie alles (nicht nur Ihr Kind) richtig - nämlich mit möglichst geradem Rücken.

Fünfte Erleichterung: Gehen - leichter mit gekipptem Becken

Zugegeben, es ist schwer, orthopädisch korrekt zu gehen, wenn man meint, vor lauter Bauch bald vornüber zu kippen. Aber einen Versuch ist es wert: Spannen Sie die Pobacken etwas an, und kippen Sie das Becken ein wenig nach vorn. Stellen Sie sich vor, dass der Bauch über dem Becken wie ein Ei im Eierbecher ruht. So entlasten Sie Ihre Wirbelsäule. Wenn Sie länger stehen müssen, lehnen Sie sich irgendwo an oder stützen Sie sich mit einer Hand ab; die Füße bringen Sie am besten in eine leichte Schrittstellung. Gut für die Wirbelsäule sind Schuhe mit federnden Sohlen.

Sechste Erleichterung: Kleidung - Freiheit für die Rundungen

Natürlich können Sie sich eine ganze Weile mit normalen Hosen und Röcken behelfen, Gummizüge einziehen, Reißverschlüsse offen lassen.Aber in den letzten Wochen vor der Geburt nützt das alles nichts mehr, Umstandskleidung muss doch noch her. Deshalb besser schon früh ein oder zwei gute Umstandshosen oder -röcke anschaffen und dem Bauch entspannte Freiheit geben. Freiheit brauchen auch die Beine, die oft anschwellen: wenn Kniestrümpfe, dann nur solche mit breiten,weichen Bündchen, die die Venen nicht abschnüren.

Bei aller Beschwernis - feiern Sie Ihren Bauch! Er ist schön, er ist nur für kurze Zeit da, und er beherbergt Ihren größten Schatz. Ganz gleich, ob mit viel nackter Haut oder in schöne Tücher gehüllt: Vergessen Sie das Erinnerungsfoto nicht!

Siebte Erleichterung: Statt Bücken - lieber die "Arme verlängern"

Bücken ist jetzt unangenehm, denn immer ist der Bauch im Weg! Abhilfe schaffen lange Geräte, etwa langstielige Schuhlöffel oder Kehrschaufeln. Sehr praktisch sind Bodenwisch- Mopps, die sich im Stehen ausdrücken lassen. Müssen Sie doch einmal auf den Boden: Knien ist rückenfreundlicher als hocken, und das Aufstehen geht am besten aus dem Vierfüßlerstand.

Achte Erleichterung: Entspannung - Wasser gibt Auftrieb

Gehen Sie regelmäßig schwimmen - am besten mit einer Freundin oder Ihrem Partner, denn das fördert die Motivation. Es muss ja nicht gleich ein Wassergymnastik-Kurs für Schwangere sein. Es genügt auch, in Ruhe Bahnen zu ziehen, die Entlastung durch den Auftrieb des Wassers zu spüren. Hebammen-Tipp für alle, die sich im Schwimmbad leicht Scheidenpilze einfangen: vor dem Schwimmen einen mit Olivenöl getränkten Tampon einführen.

Neunte Erleichterung: Rücken - "Katze" und "Kuh" entlasten

Mit dieser Übung verschaffen Sie sich bei Kurzatmigkeit mehr Luft, und Sie gönnen Ihrem strapazierten Rücken eine Pause: Begeben Sie sich in den Vierfüßlerstand, die Knie stehen hüftbreit auseinander, die Hände schulterbreit. Lassen Sie jetzt den Kopf hängen und runden Sie den Rücken, wie es Katzen tun. Dabei einatmen. Beim Ausatmen dann den Kopf langsam heben und den Rücken so gerade machen wie eine Kuh. Mehrmals wiederholen. So lange, bis Sie spüren, wie sich Ihr Rücken gelockert hat. Übrigens: Kühe haben kein Hohlkreuz!

Zehnte Erleichterung: Baden - nur auf sicherem Boden

Baden ist entspannend - aber die Gefahr, auszurutschen und zu fallen, nimmt mit dem Bauchumfang zu. Deshalb: Besorgen Sie sich eine rutschfeste Wanneneinlage - Sie können sie später auch fürs Kind verwenden, wenn es in der Wanne stehen will. Ein Haltegriff an der Wand gibt zusätzliche Sicherheit - jetzt Ihnen, später Ihrem Kind.

Elfte Erleichterung: Sitzen - dynamisch geht's leichter

Wie man das macht? Sorgen Sie für Abwechslung beim Sitzen:Wechseln Sie öfter die Sitzposition, lehnen Sie sich mal gemütlich nach hinten, mal sitzen Sie ganz gerade. Kaufen Sie sich einen Sitzball (eignet sich später auch zum Babyturnen, Spielen, Toben), und legen Sie so oft wie möglich die Beine hoch, damit die Venen entlastet werden. Wenn Sie viel am Schreibtisch arbeiten - schaffen Sie sich eine kleine Fußstütze an, und betätigen Sie zwischendurch die "Venenpumpe": die Fußspitzen beziehungsweise die Fersen abwechselnd auf und ab bewegen. Dadurch pumpen die Wadenmuskeln das gestaute Blut Richtung Herz.

Zwölfte Erleichterung: Hausarbeit - möglichst eine Etage höher

Manche Arbeiten lassen sich nur im Stehen erledigen: der Abwasch etwa oder Wäsche aufhängen. Wenn Ihnen das Bücken über der Spüle beschwerlich wird:Waschen Sie Töpfe in einer Plastikwanne neben der Spüle. Und den Wäschekorb stellen Sie auf einen Stuhl oder Tisch. Dieser Höhenunterschied tut Ihrem Rücken gut.