Schwangerschaft
 
So schützt du dich und dein Kind vor Gestose

Schwangere bei der Blutdruckkontrolle
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Was Sie tun können, wenn eine Gestose droht

Bei drohender Gestose auf keinen Fall Entwässerungskur einlegen!

Eine Gestose beginnt häufig mit Wassereinlagerungen im Gewebe, die Schwangeren klagen über dicke Füße und Hände, ein aufgeschwemmtes Gesicht, plötzliche Gewichtszunahme. Symptome, die früher sehr häufig zu einer falschen und gefährlichen Behandlung führten: Den Frauen wurde eine Entwässerung empfohlen. Sie sollten wenig oder gar kein Salz essen, Reis- oder Obsttage einlegen und Entwässerungstees trinken.

"Auch heute noch", so Sabine Kuse, "berichten uns betroffene Frauen gelegentlich von einer solchen Verordnung ihres Arztes." Dabei ist die offizielle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe unmissverständlich: "Obst-, Reistage oder eine kochsalzfreie oder -arme Diät sollten heute keine Anwendung mehr finden." Das ist der Stand der Medizin; die Folgen einer Missachtung können für Mutter und Kind schwerwiegend sein: Durch den Salz- und Wasserentzug dickt das Blut der Schwangeren weiter ein, es fließt immer träger durch die Adern. Um es überhaupt noch transportieren zu können, muss der Körper den Blutdruck ständig erhöhen. Trotzdem gelangen nicht mehr ausreichend Nährstoffe in die Plazenta, das Baby ist unterversorgt. Am Ende stehen schlimmstenfalls eine Frühgeburt oder das gefürchtete HELLP-Sympelias, das sich oft durch heftige Schmerzen in Oberbauch und Rücken ankündigt.

Bei dieser für Mutter und Kind lebensgefährlichen Komplikation (H = Hämolyse, das heißt: Blutzerfall, EL = Erhöhte Leberwerte, LP = Low Platelet count, das Nachlassen der Blutgerinnung) wird die Schwangerschaft durch einen Kaiserschnitt sofort beendet. Allerdings versucht man heute bei früh erkannten Fällen, die Schwangerschaft so lange zu erhalten, wie dei Versorgung des Kindes es zulässt.

Übrigens haben Ärzte Charit in Berlin gemeinsam mit der Universitätsfrauenklinik Leipzig sowie fünf weiteren eurpäischen Studienzentren jetzt einen Bluttest erprobt, der Auskunft darüber geben soll, wie groß das Frühgeburtsrisiko einer Gestose-Patientin ist. Laut "Ärzte Zeitung" misst dieser Test die Konzentration bestimmter Proteine, die in der Plazenta produziert werden und im Blut der werdenden Mutter zirkulieren. Sobald diese beiden Proteiene, das sFlt-1 sowie der plazentäre Wachstumfaktor PIGF, eine bestimmte Konzentration im Blut überschritten, war die Frühgeburt während der Studie kaum noch zu verhindern. Die beiden Proteine gelten als zentral für die Entstehung einer Präeklampsie. Deshalb hoffen die Mediziner, mithilfe dieses Tests eine bessere Kurzzeitprognose über den weiteren Verlauf der Präeklampsie stellen zu können.

Doch zurück zu Elias: Der Dreijährige wartet inzwischen ungeduldig auf seinen Bruder, der sich bereits zwei Tage zu lange in Mamas Bauch versteckt. Pia Merten freut sich auf ihr zweites Kind "wie auf ein Geschenk": "Ich habe mir eine problemlose zweite Schwangerschaft gewünscht, und dieser Wunsch hat sich erfüllt. Deshalb bin ich rundherum zufrieden."

Pia Merten, die sich in den letzten Monaten an die Empfehlungen und den Ernährungsplan der Arbeitsgemeinschaft Gestose-Frauen gehalten hat, ist überzeugt: "Die Krankheit muss kein Schicksal sein. Man kann etwas gegen sie unternehmen."