Schwangerschaftsbauch
 
Jeder Zentimeter pralles Leben!

Eine Frau, die sich darüber freut, dass ihr Bauch größer wird? Ganz klar, das muss eine Schwangere sein! Das Wachstum des Schwangerschaftsbauches lässt sich übrigens in bestimmte Phasen einteilen: Von "Man sieht ja noch gar nichts" bis zu "Hab' ich eigentlich Füße?". Aber sehen Sie selbst!

Schwangerschaftsbauch: Jeder Zentimeter pralles Leben!
iStock, LightFieldStudios

In jeder Phase schön: Der Schwangerschaftsbauch

Die Gebärmutter wächst während der Schwangerschaft kontinuierlich - als Richtschnur galt für Hebammen früher: jede Woche einen Fingerbreit nach oben. Bis allerdings auch tatsächlich ein schöner, runder Schwangerschaftsbauch zu sehen ist, vergehen einige Wochen. Hier stellen wir Ihnen die einzelnen Phasen vor - klicken Sie einfach auf die jeweilige Überschrift:

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Die ersten Wochen: Die "Man-sieht-aber-noch-nix"-Phase

Gemein: Der Mutterpass in der Handtasche, die beste Freundin sowie die künftigen Großeltern eingeweiht und den unbändigen Drang, es aller Welt mitzuteilen: Ich bin schwanger! Bloß, dass darauf regelmäßig ein fragender Blick auf die Körpermitte folgt - gepaart mit dem Satz: "Man sieht aber noch nichts". Zuhause vor dem Spiegel wird dann erst mal geprüft: Da! Ist das nicht doch eine kleine Wölbung?
Immer mit der Ruhe: In den ersten Wochen der Schwangerschaft ist der Bauch bei fast allen Frauen noch genauso wie vorher - nur die Brüste werden bereits voller, weil sie sich auf das spätere Stillen vorbereiten. Viele Schwangere nehmen sogar in den ersten Wochen ein wenig ab, weil ihnen übel ist und sie kaum essen mögen. Oder weil sie so aufgeregt sind. Auch das ist kein Problem, der Kalorienbedarf steigt erst ab der 10. Schwangerschaftswoche langsam. Nur Frauen, die sowieso mit sehr geringem Gewicht in die Schwangerschaft starten und dann noch stark an Kilos verlieren, sollten mit ihrem Arzt oder dem Frauenarzt sprechen.

Ab der 12. Schwangerschaftswoche: Die "Luft-anhalten-Phase"

So um die 12. Schwangerschaftswoche herum dehnt sich die Gebärmutter bis zum oberen Punkt des Schambeins aus. Das Baby ist jetzt etwa sieben Zentimeter groß. Und langsam bemerken Schwangere erste Veränderungen - meist an ihrer Jeans. Allerdings weniger am Knopf, der geht fast immer noch zu. Dafür fängt der Reißverschluss an, unangenehm zu drücken. Der Grund: Im Gegensatz zu Rundungen, die man sich etwa über Feiertage anfuttert, wächst der Schwangerschaftsbauch wächst von unten her.

Um die 16. Schwangerschaftswoche: Die "Robben-Phase"

Da wartet man sehnsüchtig auf einen süßen Kugelbauch, und dann das: Keine Kugel, aber die Taille ist futsch! Warum? Weil die Gebärmutter wächst zunächst über das Schambein hinaus wächst. Dabei schiebt sie das Gewebe beiseite. Etwa in der 16. Schwangerschaftswoche beginnt der Bauch aber dann endlich, nach vorne zu wachsen.

Ab der 20. Schwangerschaftswoche: Die "Endlich-ein-Bauch-Phase"

Vor der Schwangerschaft wäre es ein Alptraum gewesen: Ein Bauch, der sich in eine Kugel verwandelt und dafür sorgt, dass man in keine einzige Hose mehr passt. In der Schwangerschaft jedoch tragen die meisten Frauen ihren Bauch voller Stolz, viele betonen ihn sogar noch mit knappen Shirts. Und nach 20 Schwangerschaftswochen ist die Wölbung auch bei den meisten Frauen tatsächlich nicht mehr zu übersehen. Es gibt aber noch einen anderen Grund, warum die Schwangerschaft jetzt so richtig fühlbar wird: die ersten zarten Regungen des Babys, die werdende Mütter jetzt spüren. Um die 24. Schwangerschaftswoche erreicht die Gebärmutter dann die Höhe des Nabels - und jetzt ist der Schwangerschaftsbauch wirklich nicht mehr zu übersehen!

Ab der 31. Schwangerschaftswoche: Die "Wie-groß-soll-der-Bauch-noch-werden-Phase"

Im letzten Schwangerschaftsdrittel wächst der Bauch rasant. Außerdem sieht der Schwangerschaftsbauch bei meisten Frauen aus, als hätte er eine Längsnaht: Eine braune Linie läuft vom Nabel bis an die Schamhaargrenze. Diese "Naht" heißt Linea alba, also die weiße Linie. Vor der Schwangerschaft ist diese Linie praktisch unsichtbar. Während der Schwangerschaft lagern sich Pigmente entlang der Linea alba ein und färben sie braun. Warum, ist wissenschaftlich bislang nicht geklärt. Hellhäute Frauen entdecken oft nur einen zarten bräunlichen Stich, bei Frauen dunklen Typs entsteht eine deutliche "Naht". Erst einige Monate nach der Geburt des Kindes verschwindet sie wieder.

Um die 36. Schwangerschaftswoche: Die "Hab'-ich-Füße-Phase"

Um die 36. Schwangerschaftswoche herum wölbt sich der Bauch mächtig nach vorn - sein höchster Punkt ist inzwischen bis zum unteren Rippenbogen gewandert. Für fast alle Schwangeren ist diese Phase eher beschwerlich: Weil die Gebärmutter das Zwerchfell nach oben drückt, leiden sie unter Kurzatmigkeit. Und weil auch der Darm nicht mehr ausreichend Platz zum Arbeiten hat, klagen viele über Verstopfung.

Die 40. Schwangerschaftswoche: Die "Schrumpf-Phase"

Eigentlich erstaunlich: Kurz vor der Geburt wird der Schwangerschaftsbauch sogar wieder etwas kleiner. Das ist aber schnell erklärt: Zum einen wird die Fruchtwassermenge jetzt geringer. Zum anderen senkt sich der Kopf des Kindes tief ins Becken, so dass der obere Rand der Gebärmutter nach unten rutscht. Nachteil: Das Baby drückt jetzt auf die Blase, die Schwangere muss häufig zur Toilette.
Vor allem bei großen und kugeligen Schwangerschaftsbäuchen "ploppt" kurz vor der Geburt der Bauchnabel nach außen. Hebammen nennen das "Verstreichen", weil man daran früher sah, dass die Frau in der 40. Woche war. Der Nabel wie glattgebügelt. Das gedehnte Gewebe kann sehr empfindlich sein, oft verträgt man kaum den Stoff der Kleidung darauf. Manchmal kommt es sogar zu einem Nabelbruch - der Nabel sitzt dann wie eine Nase auf dem gewölbten Bauch. Doch wenn das Kind da ist, verfestigt sich das Gewebe der Mutter wieder, der Nabelbruch verschwindet.

Nach der Geburt: Die "Wieso-ist-da-eigentlich-noch-ein-Bauch-Phase"

"Ein Kind kommt neun Monate und geht neun Monate" - die alte Weisheit hören junge Mütter auch heute noch. Wirklich dran geglaubt haben aber die wenigsten - sondern vielmehr gehofft, dass der Bauch sofort nach der Geburt wieder einigermaßen flach ist. Stattdessen fühlt die Haut sich irgendwie an wie Pudding, und die Schwangerschaftsstreifen sehen auch nicht so aus, als würden sie jemals verblassen. Da hilft nur eines: Geduld! Zwar ist die Gebärmutter bereits wieder von der Größe eines Medizinballs auf die einer Grapefruit geschrumpft, doch das Bindegewebe des Bauches braucht einfach Zeit, um sich zurück zu entwickeln. Sechs bis acht Wochen nach der Geburt (bei einem Kaiserschnitt frühestens nach zwölf Wochen) kann jedoch mit sanfter Rückbildungsgymnastik begonnen werden.

Während der ganzen Schwangerschaft: Die "Germany's-next-Baby-Bauch-Phase"

Ob bei der Geburtsvorbereitung oder im Café - fast alle Schwangeren können der Versuchung nicht widerstehen, ihren Baby-Bauch mit dem anderer werdender Mütter zu vergleichen. Dabei sollten sie sich allerdings bewusst machen, dass jeder Schwangerschaftsbauch anders ist - genauso, wie jede Frau anders ist. Und so sieht die halt in der 25. Schwangerschaftswoche so aus, als stünde die Geburt kurz bevor, während eine andere noch in der 37. Schwangerschaftswoche einen relativ kleinen Bauch hat.
Hier noch einige Gründe für diese Unterschiede:

  • Mollige Frauen nehmen im Schnitt während der Schwangerschaft mehr zu, sehen aber oft schlanker aus - das Kind scheint über den ganzen Leib verteilt, während schlanke Frauen beziehungsweise Frauen mit vergleichsweise kleinem Oberkörper oder einem schmalen Becken häufig nur einen runden Bauch bekommen.
  • Sind Muskulatur und Bindegewebe der werdenden Mutter eher weich als stramm, wölbt sich der Schwangerschaftsbauch entsprechend früher nach außen.
  • Auch bei einer werdenden Mutter, die stark im Hohlkreuz geht, wölbt sich der Schwangerschaftsbauch deutlich schneller vor.
  • Beim zweiten Kind wölbt sich der Unterbauch oft früher, weil Bindegewebe und Muskulatur mit jeder Schwangerschaft an Festigkeit verlieren. Allerdings kommt es den Frauen auch oft so vor, als würde der Bauch bei der zweiten Schwangerschaft schneller wachsen, weil sie die Veränderungen ihres Körpers bereits kennen und aufmerksamer registrieren.
  • Bei ganz schlanken Frauen kann man gegen Ende der Schwangerschaft oft schon von außen erkennen, dass das Baby noch in der Beckenendlage liegt, sich also noch nicht in die richtige Position für die Geburt gedreht hat. Ist das Becken der werdenden Mutter so eng, dass das Köpfchen sich nicht einfügen kann, entsteht ein typischer Spitzbauch. Liegt es quer in der Gebärmutter, wirkt es breiter.