Erstausstattung
 
So finden Sie den perfekten Kinderwagen

Kinderwagen? Gibt es mit drei Rädern oder mit vier, mit großen oder kleinen, mit luftgefüllten oder mit Hartgummireifen. Doch je mehr Modelle sich die werdenden Eltern Eva und Klaus Becker anschauen, umso schwerer können sie sich entscheiden.

Inhalt: 
Hier gibt es die schönsten KinderwagenmodelleCheckliste für den Kinderwagenkauf

Ein Erfahrungsbericht

Erstausstattung: So finden Sie den perfekten Kinderwagen

Samstagmittag in einem renommierten Geschäft für Babyausstattung. 15 Quadratmeter für Kinderwagen, 20 Modelle, drei werdende Elternpaare, die sich gegenseitig im Weg stehen. "Sie können ja mal ausprobieren, wie er sich fährt", rät uns der Verkäufer. Gern, nur wohin? Ich schiebe das sportliche City-Modell mit Schwenkrädern auf die Füße meines Mannes zu und hoffe, dass er ausweicht. Kann er aber nicht, kein Platz. Nach einem Meter ist die Testfahrt gestoppt und der Tiefpunkt des Tages erreicht. Dabei waren wir am Morgen noch super motiviert zu unserer Shoppingtour gestartet. Heute soll es klappen, heute finden wir "unseren" leichten, wendigen Kinderwagen. Kann ja nicht so kompliziert sein. Leider doch! Denn nach zwei Stunden Beratung wissen wir gar nicht mehr, was wir wollen oder brauchen. "Wenn Sie mit dem Kind joggen, dann ist der hier super", sagt der Verkäufer. Joggen? Mein Mann grinst mich an. Wir sind seit zehn Jahren zusammen, und in der Zeit habe ich genau einen Laufversuch gestartet. Aber wer weiß, vielleicht habe ich ja in einem halben Jahr plötzlich Lust auf Joggen? Schließlich müssen die Babypfunde irgendwie runter! Wahrscheinlicher ist aber, dass ich mich auch künftig vor allem mit der Straßenbahn fortbewegen werde - und dafür ist der Jogger zu ausladend.

Hier gibt es die schönsten Kinderwagenmodelle

Kinderwagen: Hier gibt es die schönsten Modelle

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Wunderbar klein - aber entsetzlich schwer

Beim nächsten Modell gerät der Fachmann ins Schwärmen: Der Wagen lasse sich so klein zusammenklappen, dass er in den winzigsten Kofferraum passe. Wow, denken wir. Doch zu früh gefreut: Denn bei der Babywanne hat der Hersteller offenbar vergessen, dass man sie auch mal hochheben will. Nirgendwo auch nur die Andeutung eines Tragebügels. "Dann nimmt man sie halt so", sagt der Verkäufer nach einem kurzen Augenblick der Verwirrung, hebt die Wanne an den Seitenrändern hoch und hält sie sich etwas ungelenk vor den Bauch. Ich stelle mir vor, wie ich darin ein fünf Kilo schweres Baby jeden Tag in unsere Wohnung schleppe, und streiche das 800 Euro teure Gefährt von meiner Liste. Die Suche nach dem richtigen Kinderwagen erinnert mich an den Stress beim Kauf meines Brautkleids: gesalzene Preise, unendlich viel Auswahl, und jede Freundin rät zu einem anderen Modell. Dazu Verkäufer, die einen mit dem Hinweis "Der Hersteller hat lange Lieferzeiten" schon Monate vor dem großen Ereignis in Panik versetzen. Nur: Beim Brautkleid ging es darum, an einem einzigen Tag schön auszusehen. Jetzt geht es um ein sicheres Gefährt für unser Baby, in dem es wahrscheinlich drei Jahre erst liegen und dann sitzen wird. Heißt: 1095 Tage, an denen Mama und Papa fluchen werden, wenn der Wagen doch zu schwer, zu sperrig oder zu schwergängig ist.
Vielleicht liegt es ja an den Hormonen, aber schon die Entscheidung "Babywanne oder Softtragetasche?" bringt mich in einen emotionalen Ausnahmezustand: In einer festen Wanne liegt das Baby komfortabel, aber bei einigen Modellen zittert meine untrainierte Oberarmmuskulatur schon, wenn ich sie im leeren Zustand hochhebe. Die Softtragetaschen sind schön leicht, aber auch warm genug für unser Winterkind? Mein Mann entwickelt dafür eine besorgniserregende Matratzenmacke und testet jedes Modell mit solcher Wucht, als würde unser Kind schon bei der Geburt 18 Kilo wiegen.

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Vokabular für Neu-Eltern

Und damit fangen die Probleme ja erst an: Wir müssen neue, komplizierte Begriffe wie "Einzelradaufhängung" oder "Schwenkschieber" lernen. Wir erfahren, dass ein Rad nicht einfach ein Rad ist, sondern entweder mit Luft gefüllt ist, luftgefüllte Kammern hat oder aus Hartgummi besteht. Und als Großstadtbewohner, so erfahren wir, brauchen wir kleine, wendige Schwenkräder. "Leider sind die aber nur für die Stadt ideal, auf holprigen Wegen kapitulieren sie irgendwann", erklärt uns der Fachmann. Was also, wenn wir uns doch mal in die Natur verirren (soll auch bei Großstädtern vorkommen) oder es schneit (kommt in München jedes Jahr vor)? Immerhin: Bei einigen Modellen kann man große Räder für den Ausflug in die "Wildnis" dazukaufen. Oder wir entscheiden uns für den besagten "Schwenkschieber": Damit lässt sich nämlich die Fahrtrichtung ändern, die großen Hinterräder kommen also nach vorn. Apropos Richtung: Eigentlich wollen wir unbedingt einen Wagen, bei dem wir den Sportsitz umdrehen können. Schließlich soll unser Kleines nicht immer nur die Welt, sondern auch mal Mama oder Papa sehen können. "Unsere Kinder wollten uns gar nicht anschauen, das war denen viel zu langweilig", meint der Verkäufer trocken. Ich wünschte, wir wären so pragmatisch wie eine ebenfalls schwangere Freundin. Während wir Pro-und-Kontra- Listen anlegen, haben sie und ihr Partner nur unglaubliche 20 Minuten für den Kinderwagenkauf geopfert. Vorher im Internet recherchieren und Foren mit Erfahrungsberichten durchkämmen? "Da geht doch viel zu viel Zeit drauf!" Die beiden sind also rein in den Laden, haben drei leichte, wendige Modelle in unterschiedlichen Preislagen getestet, den mittleren gekauft. Fertig! Und wir? Wir waren bereits in drei Kinderwagen-Fachgeschäften und mussten uns auch heute wieder von einem erschöpften Verkäufer sagen lassen: "Die Eier legende Wollmilchsau gibt es leider nicht." Neulich habe ich meine Trauzeugin mitgenommen, die mich schon bei der Wahl des Brautkleids gut beraten hat. Ihr Fazit: "Warum gibt es nicht einfach ein staatlich verordnetes Modell, das alle kaufen müssen?" Verlockender Gedanke, finde ich. Aber nur, wenn die Babywanne schön leicht ist. Und wenn der Wagen einen Schwenkschieber hat...

Checkliste für den Kinderwagenkauf

Sind Sie auch noch unschlüssig, welcher Kinderwagen der richtige für Sie ist? Unsere Checkliste hilft Ihnen!

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