Das Ungeborene
 
Was macht mein Baby im Bauch?

Liebesgrüße aus der Babykugel: Ein sanftes Pochen, kleine Tritte, Schluckauf! Was passiert da in Ihrem Bauch? Hier die faszinierenden Antworten.

Was kann mein Baby schon alles?

Vater werden
Thinkstock, vadimguzhva

Ab dem 5. Schwangerschaftsmonat trinkt Ihr Baby Fruchtwasser in kleinen Schlucken und scheidet es wieder aus. Das trainiert Nieren und Schluckmuskeln. Praktisch dabei: Das Fruchtwasser erneuert sich alle paar Stunden. Ihr Baby übt auch das Saugen und lutscht hingebungsvoll an seinem Daumen, im zweiten Drittel der Schwangerschaft durchschnittlich 18 mal pro Stunde. Das haben Wissenschaftler mit Ultraschallkameras entdeckt. Vor lauter Daumennuckeln haben manche Babys sogar Schwielen an den Handen, wenn sie zur Welt kommen. Erst umstritten, jetzt nachgewiesen: Ungeborene konnen bereits Gahnen. Das machen sie vermutlich nicht, weil sie mude sind, es scheint mit der Entwicklung des Gehirns zusammenzuhangen. Auch kann Ihr Baby ab dem 7. Schwangerschaftsmonat die Augen offnen. Und es probiert seine Hande und Fuße aus. Die Bewegungen werden immer kraftiger: Was Sie anfangs als Flattern spuren, sind gegen Ende der Schwangerschaft ganz ordentliche Tritte. Die kann der werdende Papa sogar von außen bewundern. Gibts was Schoneres?

Was macht das Baby, wenn es im Bauch so gleichmäßig pocht?

Was Sie am Anfang als zartes Pochen oder Vibrieren spuren, kann gegen Ende der Schwangerschaft zu einem kleinen Bauch-Beben werden: Ihr Baby hat Schluckauf. Weil es sich beim Fruchtwasser trinken verschluckt hat. "Vor der Geburt hickst der Mensch am meisten", sagt Jens Keßler von der Uniklinik Heidelberg. Er vermutet, dass dieser Reflex die Atemmuskulatur des Ungeborenen trainiert. Andere Mediziner nehmen an, der Schluckauf schutze das Ungeborene davor, dass Flussigkeit in die Luftrohre gelangen kann. Eines steht jedenfalls fest: Er ist vollig harmlos. Jedes Ungeborene hat unterschiedlich viel Schluckauf - also kein Grund zur Beunruhigung, wenn es bei Ihrer schwangeren Freundin standig pocht und bei Ihnen nur selten.

Klopfzeichen: Wann ist mein Baby munter?

Ihr Baby kennt noch kein Tag und Nacht. Ab dem siebten Schwangerschaftsmonat kann es zwar Hell und Dunkel unterscheiden. Aber wenn Sie mit einem dicken Pulli im dunklen Kino sitzen oder im Bikini Sonne tanken, kommen im Bauchinneren nur ein bis zwei Prozent von diesem Licht an. Deshalb lebt Ihr Baby vollig unabhangig von den Zeiten da draußen. Es befindet sich zunachst in einer Art Dammerzustand. Ab der 30. Schwangerschaftswoche kann man von Schlaf sprechen und ab der 36. Woche von Tiefschlaf. Das haben Forscher beim Messen der Hirnaktivitat von Ungeborenen herausgefunden. Ihr Baby ist etwa alle zwei bis vier Stunden wach und schlaft insgesamt 16 bis 20 Stunden am Tag. Wenn Sie also mude werden und sich hinlegen, kann es sein, dass Ihr Baby voll aufdreht und Party macht.

Kann mich mein Baby hören?

Ist das nicht ein schones Gefuhl: Ihr Baby kann Sie schon horen. Spatestens ab der 25. Schwangerschaftswoche, denn da ist sein Gehor ausgereift. Gerausche dringen gedampft zu ihm vor, durch das Grundrauschen Ihres Blutes und das Pochen Ihres Herzschlags hindurch. Wenn Sie jetzt die Autotur zuschlagen, kann es sein, dass Ihr Baby im Bauch zusammenzuckt. Am deutlichsten hort es aber Mamas Stimme, die ihm immer vertrauter wird. Manfred Hansmann, Leiter der Uni-Frauenklinik in Bonn, beobachtet seit vielen Jahren, wie eng die werdende Mutter und das Kind in ihrem Bauch miteinander verbunden sind. Er sagt: "Ich bitte die Frauen, nach der Ultraschall-Untersuchung noch ein wenig liegen zu bleiben und laut mit ihrem Kind zu reden. Wenn ich kurz darauf noch einmal auf den Bildschirm schaue, schwimmen die meisten Ungeborenen sehr entspannt im Uterus. Die Pulsfrequenz der Babys beruhigt sich, manchmal kann ich sogar die Entspannung in ihren Gesichtszugen erkennen."

Isst mein Baby mit?

Wissenschaftlich erwiesen ist: Die Aromen von Mamas Lieblingsspeisen und Gewurze, mit denen sie haufig kocht, wandern ins Fruchtwasser. Das Fruchtwasser kann man sich als eine Suppe aus verschiedenen Geschmacksnoten vorstellen, die sich verandern. Und weil das Baby Fruchtwasser trinkt, nimmt es die Veranderungen wahr und speichert seine Eindrucke. So pragt die Mutter durch ihre Ernahrung schon vor der Geburt die Vorlieben des Babys. Und deshalb mogen indische Babys spater gerne Scharfes und turkische Knoblauch.

Was spürt der Papa vom Baby?

Momente zu dritt: Die sollten Sie einfach genießen! Zum Beispiel, indem der werdende Papa sein Ohr auf Ihren Bauch legt. Mit etwas Gluck kann er den Herzschlag des Babys horen. Der klingt wie ein schnelles Tuckern. Auch die Stupser und Tritte des Babys kann er deutlich spuren - wenn er im richtigen Augenblick die Hand an der richtigen Stelle hat. Legen Sie sich entspannt zusammen aufs Sofa, je praller die Babykugel, desto deutlicher sind die Bewegungen zu sehen. Freuen Sie sich auf lustige Verformungen. Manche schworen auch auf eine sanfte Bauchmassage mit duftendem Pflegeol. Das tut nicht nur der Mama und ihrer Haut gut, manchmal reagiert sogar das Baby auf die warme Hand von Papa, indem es ihr folgt. Was fur ein erstes kleines Gluck!

Die Gebärmutter als Klassenzimmer?

"Die Gebarmutter ist das erste Klassenzimmer des Menschen", sagen Psychologen. Ehrgeizige Eltern nehmen das wortlich und wollen das Ungeborene mit verschiedenen Tricks stimulieren: Blinkzeichen mit der Taschenlampe, Rhythmisches Trommeln, Mozart-Opern. So ein Quatsch, sagen andere, alles was das Baby braucht, lernt es von allein - bloß nicht storen und uberfordern. Sicher ist: Bislang kann die Forschung nicht nachweisen, dass ungeborene Kinder durch spezielle Forderung spater schlauer, gesunder oder musikalischer werden. Einzelne Studien zeigen nur, dass bestimmte Fahigkeiten eines Kindes bereits im Mutterbauch angelegt werden. Eindeutig erwiesen aber ist: Dass eine entspannte Mama die beste Fruhforderung ist. Also nur keinen Stress!

Grüße ans Ungeborene: Was Babys im Bauch mögen

Im Bauch bekommt Ihr Baby alles, was es braucht. Sie konnen es ihm aber noch ein ganz kleines bisschen schoner machen. Indem Sie Treppen steigen zum Beispiel, anstatt den Lift zu nehmen. Weil Sie mit jeder Treppenstufe Ihr Baby sanft schaukeln. Und das wird es lieben.