Rechte in der Schwangerschaft
 
So schützt Sie das Gesetz

Eine Frage, die viele werdende Mütter interessiert: Habe ich besondere Rechte in der Schwangerschaft? Wo Sie als Schwangere tatsächlich Sonderrechte genießen und wo leider nicht, sagen wir Ihnen hier:

Welche Rechte gelten in der Schwangerschaft am Arbeitsplatz?

Rechte in der Schwangerschaft: So schützt Sie das Gesetz

Sobald Sie die Schwangerschaft bekannt geben, wirkt das Mutterschutzgesetz. Bestimmte Arbeiten sowie eine Arbeitszeit von mehr als 8,5 Stunden täglich sind ab diesem Zeitpunkt für Sie verboten. Welche Tätigkeiten das im einzelnen sind, regelt eben dieses Mutterschutzgesetz, zu dem wir hier alle Infos für Sie zusammengestellt haben.Schadet die Arbeit, auch wenn sie nicht unter die im Mutterschutzgesetz genannten Punkte fällt, der Gesundheit von Mutter und Kind, kann der Arzt ein sogenanntes individuelles Beschäftigungsverbot aussprechen. Der Vorteil gegenüber einer Krankschreibung: Sie bekommen Ihr volles Gehalt weiter. Und: Der Anspruch auf den Urlaub aus dieser Zeit bleibt und verfällt auch während der Elternzeit nicht.Während der Schwangerschaft und bis zu vier Monate nach der Geburt kann einer Angestellten nicht gekündigt werden. Unter das Kündigungsverbot fällt auch die Probezeit. Wichtig: Die Firma muss von der Schwangerschaft wissen. Deshalb den Chef/die Chefin so früh wie möglich informieren.Nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei Insolvenz des Arbeitgebers oder Stilllegung des Betriebes, kann eine Kündigung ausgesprochen werden - allerdings bedarf es dafür immer der Zustimmung des Gewerbeaufsichtsamtes oder des Amtes für Arbeitsschutz.In den letzten sechs Wochen vor dem Entbindungstermin, wenn der Mutterschutz beginnt, dürfen Schwangere nicht beschäftigt werden - es sei denn, sie haben sich ausdrücklich dazu bereit erklärt. In den acht Wochen nach der Geburt (zwölf Wochen bei Mehrlingen) besteht absolutes Beschäftigungsverbot.

Gehört es zu meinen Rechten in der Schwangerschaft, dass ich mich an Warteschlangen vorbeimogeln darf?

Das Gesetz sagt dazu nichts. Aber bei vielen Behörden, Firmen und Kaufhäusern gibt es den Konsens, Schwangeren den Vortritt zu lassen. Und bei der Agentur für Arbeit kann man sich vom Berater feste Termine geben lassen, anstatt eine Nummer zu ziehen.

Ist in meinen Rechten in der Schwangerschaft das auf einen Platz im Bus enthalten?

Was viele nicht wissen: Selbst Behinderte haben kein "Recht" auf einen Sitzplatz im Bus oder in der Straßenbahn. Zwar gibt es in allen Fahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs ausgewiesene Plätze für Personen, die nicht gut stehen können. Sie im Zweifelsfall auch freizumachen, ist aber eine reine Höflichkeitsregelung, der zum Glück fast alle Menschen nachkommen. Und wenn nicht? Dann hilft Humor - etwa die Frage: "Darf ich Ihnen meinen Stehplatz anbieten?"

Welche Rechte habe ich n der Schwangerschaft im Straßenverkehr?

Allein schon aus Sicherheitsgründen sind Sie auch während Ihrer Schwangerschaft verpflichtet, sich im Auto anzuschnallen. Wenn Sie ohne Gurt erwischt werden, müssen Sie Strafe zahlen, wie alle anderen auch.

Sie dürfen auch nicht im Halte- oder Parkverbot halten, etwa vor dem Krankenhaus. Zettelchen mit Erklärungen ("Habe Wehen, musste schnell in den Kreißsaal") sind zwar nett und landen regelmäßig in den "Vermischtes"-Seiten der Tageszeitungen, aber wen Sie an Ordungsbeamte geraten, die keinen Spaß verstehen, haben Sie vor Gericht mit dieser Erklärung keine Chance.

Rechte in der Schwangerschaft - kann ich im Krankenhaus heiraten?

Das Krankenhaus ist sicher kein besonders romantischer Ort zum Heiraten, aber manchmal muss man eben improvisieren. Zum Beispiel, wenn der Hochzeitstermin wegen vorzeitiger Wehen plötzlich zu platzen droht. Viele Standesämter kommen Paaren in so einer Situation entgegen - und schicken ihren Beamten ins Krankenhaus. Allerdings kann das etwas teurer werden als die Trauung auf dem Standesamt, es kostet den Beamten schließlich mehr Zeit.

Ein von der Kasse bezahlter Yogakurs zur Geburtsvorbereitung - habe ich darauf ein Recht in der Schwangerschfaft?

Viele Hebammenpraxen bieten heute spezialisierte Geburtsvorbereitungskurse an, zum Beispiel Yoga oder die Geburtsvorbereitung im Wasser.

Die Kosten für solche Angebote übernehmen die Krankenkassen nicht, sie zahlen nur für die klassische Geburtsvorbereitung - und zwar genau 5,71 Euro pro Stunde, und das für 14 Stunden.