Schwangerschaft international
 
Welche Untersuchungen gibt es im Ausland?

Wie erleben eigentlich Frauen in anderen Ländern ihre Schwangerschaft? Haben Sie auch einen Mutterpass? Wie viele Vorsorgetermine gibt es? Und welche Schwangerschaftsmythen kursieren dort?

Wie viele Untersuchungstermine gibt es und in welcher Schwangerschaftswoche finden sie statt?

Schwangerschaft international: Welche Untersuchungen gibt es im Ausland?

Spanien: Erster Termin beim Frauenarzt, nachdem der Schwangerschaftstest positiv ausgefallen ist. Der Arzt macht einen weiteren Schwangerschaftstest, führt Blut- und Urinuntersuchungen durch. In der 11. bis 14. SSW macht der Gynäkologe die erste Ultraschalluntersuchung, (die zweite findet in der 19. bis 21. Woche statt). Die Schwangere kann sich jetzt für den Triple Test entscheiden. In der 16. bis 17. SSW erster Hebammentermin. In der 22. bis 24. SSW wird durch einen weiteren Bluttest das Risiko von Diabetes, Toxoplasmose und Eisenmangel überprüft. Weitere Termine mit Hebamme und Gynäkologen folgen.

Italien: Die Ultraschalluntersuchungen finden in der 6. bis 11. SSW, der 11. bis 13., 20. bis 22. und 30. bis 32. SSW statt. Insgesamt sechs Blut- und Urintests werden über den gesamten Zeitraum der Schwangerschaft durchgeführt; sie müssen von der werdenden Mutter aber selbst bezahlt werden. Der Schwangerschaftskalender sieht fünf Termine beim Frauenarzt vor, den ersten zwischen der sechsten und achten Woche, den letzten in der 36. Woche.

Polen: Im ersten und zweiten Trimester gehen Schwangere einmal im Monat zum Frauenarzt, im letzten Trimester jede Woche. Wie in Deutschland gibt es drei Ultraschalluntersuchungen (in der 12. bis 14. SSW, um die 20. SSW und um die 35. SSW). Außerdem unterziehen sich die werdenden Mütter regelmäßigen Blut- und Urintests.

Russland: In der ersten Schwangerschaftshälfte gehen die werdenden Mütter einmal im Monat zum Frauenarzt, danach alle zwei Wochen und in den letzten acht Wochen alle acht bis zehn Tage.

Niederlande: Die meisten werdenden Mütter in den Niederlanden gehen ausschließlich zu Hebammen. Nur in Fällen von Zwillingsschwangerschaften oder Schwangerschaftsdiabetes besuchen sie einen Frauenarzt. Untersuchungen finden zwischen der achten und der 24. SSW alle vier Wochen, zwischen der 25. und 30. SSW alle drei Wochen, zwischen der 31. und 36. SSW alle zwei Wochen und danach jede Woche statt.

Bezahlt die Krankenkasse die Untersuchungen?

In Spanien werden die oben beschriebenen Untersuchungen von den Krankenkassen übernommen.
In Italien müssen werdende Mütter einige Untersuchungen (z.B. Blut- und Urinuntersuchungen) aus der eigenen Tasche bezahlt. Drei Ultraschalluntersuchungen werden von den Krankenkassen bezahlen.
In Polen übernehmen die Krankenkassen die Untersuchungen, aber viele schwangere Frauen suchen in dieser Zeit lieber eine Privatpraxis auf.
In Russland werden die Schwangerschaftsuntersuchungen in den städtischen Krankenhäusern von den Krankenkassen bezahlt.
In den Niederlanden werden die Untersuchungen von den Krankenkassen übernommen - inklusive der zwei Ultraschalluntersuchungen.

Bekommen Schwangere einen Mutterpass?

Nur in Polen gibt es ebenfalls einen Mutterpass ("Schwangerschaftsbuch"), den die Frauen immer dabei haben müssen. In Russland bieten einige Kliniken in großen Städten so genannte "Schwangerschaftsverträge" an. Zum Service gehört dann auch ein Mutterpass ab der 30. SSW. Generell werden in Russland sowie in den Niederlanden, Spanien und Italien die Ergebnisse der Untersuchungen und alle wichtigen Daten beim Arzt gespeichert. Die Schwangeren haben Abschriften und nehmen diese dann gesammelt mit zur Entbindung,

Werden Geburtsvorbereitungskurse angeboten?

Neben den unten genannten üblichen Kursen werden auch in allen Ländern Yoga-, Pilates- oder ähnliche Kurse speziell für Schwangere angeboten.

Spanien: Von den Krankenkassen bezahlt werden Geburtsvorbereitungskurse, die von den Hebammen durchgeführt werden.
Italien: In der Regel bieten die Krankenhäuser Vorbereitungskurse an, in denen Schwangere Atemtechniken lernen und die wichtigsten Informationen zum Thema Babypflege erhalten.
Polen: Es gibt so genannte Geburtsschulen. Angeboten werden Treffen mit den Hebammen, die über die Geburtsphasen erläutert, die werdenden Mütter in den Krankenhäusern herumführen, gynäkologische und eine pädiatrische Sprechstunden.
Russland: In verschiedenen Kursen können sich die werdenden Mütter (in Partnerkursen auch die Väter) auf die Geburt im Krankenhaus, auf die Wassergeburt oder Hausgeburt vorbereiten. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Kursen, die zum Beispiel über Ernährung oder Sport während der Schwangerschaft aufklären.
Niederlande: Es gibt eine Vielzahl an Kursen, die jedoch von den Krankenkassen nicht bezahlt werden.

Welche Mythen gibt es in anderen Ländern?

Schwangerschaft international: Welche Untersuchungen gibt es im Ausland?

Sei es die Form des Bauches, die etwas über das Geschlecht des Kindes aussagt, oder der Zahn, der angeblich mit jedem Kind verloren geht - um die Schwangerschaft ranken sich unzählige Legenden. Wir haben bei unseren Kollegen im Ausland nachgefragt, ob und welche Mythen bei ihnen kursieren. Hier geht's zum Artikel.