Schwangerschaft
 
Alkoholfreies Bier in der Schwangerschaft – ist das erlaubt?

Ein lauer Sommerabend und jetzt ein kaltes Bier – darauf möchtest du auch in der Schwangerschaft nicht verzichten? Dann liegt der Griff zum alkoholfreien Bier nahe. Aber Moment! Ist da nicht doch ein wenig Alkohol drin? Ob der alkoholfreie Gerstensaft deinem Kind schaden kann, erfährst du hier.

Gruppe mit schwangerer Frau trinkt Bier
iStock, vgajic
Inhalt: 
Was ist alkoholfreies Bier?Enthält alkoholfreies Bier also doch Alkohol?Schade ich mit alkoholfreiem Bier meinem Baby?Auf einen Blick: Gesetzliche Bestimmungen zum AlkoholgehaltIst Bier in der Frühschwangerschaft schädlich?Welche Alternativen gibt es zum alkoholfreien Bier?Welche Lebensmittel enthalten noch Alkohol?

Was ist alkoholfreies Bier?

Die Bezeichnung „alkoholfrei“ dürfen laut Gesetz nur Getränke tragen, die nicht mehr 0,5% vol. enthalten. Das sind vier Gramm Alkohol pro Liter. „Ohne Alkohol“ darf nur auf Getränken stehen, bei denen tatsächlich 0,0 % vol. Alkohol enthalten sind. 
Es gibt verschiedene Varianten der Produktion. Ein gängiges Verfahren ist, den Gärprozess zu drosseln bzw. zu stoppen, damit der Alkoholgehalt die gesetzlich vorgeschrieben 0,5 Prozent nicht übersteigt. Alternativ lässt sich auch Alkohol nachträglich entfernen, um auf den geringen Wert zu kommen. Die größte Herausforderung ist jedenfalls, den typischen Biergeschmack zu erhalten. Alkohol ist nämlich ein Geschmacksträger, den es zu ersetzen gilt. Aber wie das genau funktioniert, das bleibt das Geheimnis der Brauereien.

Enthält alkoholfreies Bier also doch Alkohol?

Ja! Schau dir mal das Etikett an und du wirst feststellen, dass es eben doch einen geringen Alkoholgehalt gibt. Das ist dem Herstellungsprozess geschuldet und keineswegs Augenwischerei, sondern entspricht dem europäischen Lebensmittelrecht. Demnach dürfen sich die Biere trotz des geringen Alkoholgehalts „alkoholfrei“ nennen. Du willst ganz auf Nummer Sicher gehen? Dann greif zu einem Bier „ohne Alkohol“. Wie gut der Hopfentrank dann noch schmeckt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Auswahl der Biere mit 0 Prozent ist außerdem weitaus geringer als die der alkoholfreien Gerstensäfte.

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Schade ich mit alkoholfreiem Bier meinem Baby?

Die Geburtsklinik der Berliner Charité beruhigt: Alkoholfreies Bier in der Schwangerschaft ist trotz Restalkohol absolut erlaubt. Um deinem ungeborenen Baby damit zu schaden, musst du schon verdammt durstig sein. Du müsstest zwölf alkoholfreie Biere trinken, um auf die Menge Alkohol zu kommen, die eine Flasche herkömmlicher Gerstensaft enthält. Und laut einer von Freiburger Wissenschaftlern durchgeführten Studie erreichst du 0,1 Promille bei dem Verzehr von 1,5 Litern. Das Bundeszentrum für Ernährung gibt ebenfalls grünes Licht für den Genuss von alkoholfreiem Bier in der Schwangerschaft: „Alkoholfreie Getränke enthalten zwar Restalkohol, doch der gelegentliche Verzehr kleiner Mengen ist unbedenklich.“ 
 
Also: Keine Sorge, du fügst deinem ungeborenen Baby keinen Schaden zu, wenn du dir gelegentlich ein alkoholfreies Bier in der Schwangerschaft gönnst. Übrigens: Bei so geringen Mengen Alkohol würdest du sogar locker den Alkoholtest bestehen. Wer nämlich nach einem alkoholfreien Bier ins berühmte Röhrchen bläst, dem wird – zumindest bei den Standardgeräten – keinerlei Alkohol im Blut angezeigt.

Auf einen Blick: Gesetzliche Bestimmungen zum Alkoholgehalt

Alkoholgehalt Kennzeichnung laut Gesetz
0,0% vol. darf Bezeichnung "ohne Alkohol" tragen
0,5 % vol. darf sich "alkoholfrei" nennen
1,2 % vol. Ab diesem Wert muss Alkoholgehalt genannt werden

Ist Bier in der Frühschwangerschaft schädlich?

Jein. Du wusstest vielleicht noch gar nicht, dass du schwanger bist und hast es auf einer Party ordentlich krachen lassen? Oder auch öfter mal ein Bier getrunken und fragst dich jetzt, ob sich das auf dein Kind ausgewirkt hat? Bei einer Schwangerschaft verhält es sich so: Die Eizelle hat rund 14 Tage nach der Befruchtung Zeit, sich einzunisten. Ist sie nicht gesund, so nistet sie sich nicht ein und es kommt auch nicht zu einer Schwangerschaft. Ob du in dieser Zeit Alkohol getrunken hast, spielt keine Rolle. Ärzte sprechen dabei vom „Alles-oder-nichts-Gesetz“
Anders ist die Lage, sobald der Schwangerschaftstest positiv ist und du weißt, dass du ein Kind erwartest. Dann heißt die Devise: Von nun an lieber Finger weg, gesund leben – und höchstens ab und zu ein alkoholfreies Bier trinken. Und deine Schwangerschaft genießen!

Welche Alternativen gibt es zum alkoholfreien Bier?

In der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, auf deinen Flüssigkeitshaushalt zu achten. Deinen Durst kannst du mit Wasser, aber auch mit Früchte- und Kräutertees sowie Saftschorlen löschen. Du hast aber auch mal Lust auf etwas Besonderes, vor allem im Kreise von Freunden oder auf einer Party? Ab und zu ein alkoholfreies Bier in der Schwangerschaft ist unbedenklich – ebenso wie alkoholfreier Wein oder Sekt. Darauf brauchst du nicht zu verzichten. Alternativ kannst du aber auch ein wenig mit alkoholfreien Kreationen experimentieren. Wie wäre es zum Beispiel mit einer selbstgemachten Limonade? Dazu brauchst du nur frischen Zitronensaft, Wasser, ein wenig Zucker und als extra Zutat Zitronenmelisse. Auch Eistee ist eine leckere Variante. Stell ihn aber am besten nicht mit Schwarztee her, sondern beispielsweise mit Pfefferminztee. Etwas Zitrone, Honig und ordentlich Eiswürfel machen ihn zu einer tollen Erfrischung. Einen Hugo kannst du übrigens auch alkoholfrei zubereiten: Nimm statt normalem Sekt doch einfach die Version ohne Alkohol oder als Ersatz Ginger Ale. Oder du denkst dir leckere Cocktails ohne Alkohol aus mit Säften, Sirups, Soda und Kräutern wie frischer Minze. Das schmeckt auch deinen nicht schwangeren Partygästen!

Welche Lebensmittel enthalten noch Alkohol?

Kaum zu glauben, aber viele Dinge, die wir häufig zu uns nehmen, haben einen gewissen Alkoholgehalt. Um bei den Getränken zu bleiben: Auch Fruchtsaft wie Apfel- und Traubensaft kann durch die natürliche Gärung bis zu 1 % vol. erreichen. Das ist mehr, als ein alkoholfreies Bier haben darf. Geringe Mengen Alkohol stecken aber auch in anderen Nahrungsmitteln, beispielsweise in Joghurt, Kefir, in Brot und Hefeteigerzeugnissen sowie in rohem Sauerkraut. Die gesetzliche Bestimmung lautet so, dass ein Wert von bis zu 1,2 % vol. gar nicht deklariert werden muss. Aber kein Grund, alarmiert zu sein: Für eine Schwangere ebenso wie ein Kind ist der Verzehr absolut harmlos.