Schwanger reisen
 
Mit Babybauch sicher unterwegs

Schwanger und trotzdem in den Urlaub fahren? Na klar! Ob mit dem Auto oder dem Flugzeug – Hauptsache Du kriegst den Anschnallgurt noch um Deine Kugel herum. Hier erfährst Du, wie Du und Dein kleiner Mitreisender sicher ankommen.

Schwangere fährt Auto
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Schwanger am Steuer? Aber sicher!

Bisher bist Du selbstverständlich mit dem Auto zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt gefahren - warum sollte sich das nach dem positiven Schwangerschaftstest denn ändern? Allerdings solltest Du ein paar Dinge beachten - Diner Sicherheit und der Deines Babys zuliebe!

Sicherheit ist Trumpf - bitte anschnallen!

Niemals auf den Sicherheitsgurt verzichten!

Zu Beginn der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter Übelkeit und Müdigkeit. Solche Symptome können natürlich die Konzentrationsfähigkeit beeinflussen. Deshalb: Wenn es Dir morgens nicht gut geht, lieber mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit und das Auto stehen lassen!
Auch wenn es vor allem in den letzten Wochen der Schwangerschaft unangenehm sein und schwer fallen mag: Bitte in keinem Fall auf den Sicherheitsgurt verzichten! Nur so bist Du und Dein Ungeborenes bei einem Unfall sicher. Studien haben gezeigt, dass Mutter und Kind angeschnallt eine weitaus höhere Überlebenschance haben als ohne Sicherheitsgurt. Außerdem besteht unangeschnallt die Gefahr, dass die werdende Mutter bei einem Aufprall ungebremst gegen das Lenkrad schlägt. Die mögliche Folge: Eine Ablösung des Mutterkuchens, die dann zu vorzeitigen Wehen und einer Fehlgeburt führen kann.
Um optimal geschützt zu sein, solltest Du den Schultergurt nicht quer über den Bauch führen, sondern zwischen Brust und Bauch legen. Der Beckengurt gehört während der Schwangerschaft zwischen Bauch und Oberschenkel: Bei einem Unfall verteilt sich so der Druck gleichmäßig über die Gebärmutter, der Babybauch wird geschont. Damit der Sicherheitsgurt während der Fahrt nicht hin- und herrutscht, kannst Du zusätzlich ein kleines Kissen unterlegen. Die komfortable Variante: Ein spezieller Gurtadapter, der das Drei-Punkt-System fixiert. Die Fahrerin setzt sich auf ein flaches Kissen, von dem aus eine doppelte Schlaufe zwischen den Oberschenkeln nach oben geführt wird. Diese umschließt den Beckengurt und hält ihn in seiner Position, so dass er auch während der Fahrt nicht verrutschen kann. Und: Kleidung immer unter dem Gurt herausziehen! So vermeidest Du unangenehme Druckstellen.

Doch nicht nur der Gurt muss richtig sitzen, auch die werdende Mutter: Die Rückenlehne sollte möglichst steil angestellt sein. Die Kopfstütze hat dann die richtige Position, wenn ihre Oberkante auf Scheitelhöhe eingestellt wird. Insgesamt sollte die Fahrerin nicht zu nah am Lenkrad sitzen – halte mindestens 25 Zentimeter Abstand vom Steuerrad: Nur so bist Du und Dein ungeborener kleiner Beifahrer bei einem Verkehrsunfall bestmöglich geschützt.

Alleine unterwegs - Bis zum sechsten Monat kein Problem

Mit jeder Schwangerschaftswoche rundet sich der Bauch mehr - und, sind wir einmal ehrlich, schränkt zugleich die Bewegungsfreiheit der werdenden Mutter ein. Das kann natürlich unter Umständen dazu führen, dass Du in kritischen Situationen weniger schnell und flexibel reagieren kannst. Deshalb solltest Du Dich, wenn möglich, ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat lieber chauffieren lassen als selbst zu fahren. Das ist noch dazu erholsamer und weniger stressig als hinter dem Steuer zu sitzen - nicht nur für Dich, sondern auch für das Baby. Wenn Du dennoch auch kurz vor der Geburt nicht auf Deinen fahrbaren Untersatz verzichten möchtest oder kannst: Nimm, wann immer es geht, einen Beifahrer mit.

Mit dem Auto in den Urlaub - Viel trinken und regelmäßig pausieren!

Der Airbag ist keine Gefahr fürs Ungeborene

Verläuft die Schwangerschaft problemlos, sind lange Autofahrten überhaupt kein Problem - der Fahrt in den Urlaub steht also nichts im Wege. Allerdings erhöht langes und in der Hüfte abgeknicktes Sitzen die Gefahr einer Thrombose. Doch schon mit ein paar einfachen Regeln lässt sich das Risiko minimieren: Vor allem solltest Du während der Fahrt viel trinken - vor allem, wenn es in den Sommermonaten in den Urlaub geht. Denn im Auto ist es stets um einige Grad heißer als im Freien. Hat Dein Auto keine Klimaanlage, öffne einfach vor dem Einsteigen ein paar Minuten die Türen, damit die Temperatur im Wagen ein wenig sinken kann.
Genauso wichtig: In kurzen Abständen Pausen einlegen. Durch das Aufstehen wird das Becken wieder besser durchblutet, die Sauerstoffversorgung des Babys gesichert. Noch besser: Einmal richtig durchatmen! Tanke, wenn möglich, etwas frische Luft in der Nähe einer Wiese oder eines Waldstücks abseits der Schnellstraßen - so tust Du nicht nur Deinem Baby, sondern auch Dir selbst etwas Gutes.

Im Notfall: Sofort den Arzt aufsuchen

Sollte es tatsächlich zu einem Unfall kommen: Suche in jedem Fall Ihren Frauenarzt auf! Nur er kann durch eine gynäkologische Untersuchung feststellen, ob das Baby unversehrt geblieben ist. Zwar ist Dein Ungeborenes in den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft in Fruchtwasser und Fruchtblase gut abgeschirmt. Im letzten Schwangerschaftsdrittel jedoch ist es bei einem Unfall gefährdeter. Fazit: Auch, wenn Dir der Aufprall noch so schwach, der Unfall noch so harmlos scheinen mag - Verletzungen des Ungeborenen, der Plazenta oder der Gebärmutter kann nur ein Mediziner endgültig ausschließen.
Außerdem wichtig zu wissen: Der Airbag stellt in der Regel keine zusätzliche Gefahr für das Baby dar. Wenn es zum Aufprall kommt, bläht sich dieser nur im Kopf- und Brustbereich auf. Egal, ob Du selbst fährst oder Beifahrerin bist: Der Airbag reagiert bei einem Zusammenstoß vor dem Sicherheitsgurt und sorgt so dafür, dass der Hüftgurt nicht zu fest auf den Babybauch drückt.

Unterwegs mit dem Flugzeug? Erst mal kein Problem!

Schwangere Frau im Flugzeug
iStock, vsurkov

Ob in den Urlaub oder zu einem Geschäftstermin - solange die Geburt nicht naht, müssen werdende Mütter nicht aufs Fliegen verzichten. Bevor das Baby kommt, soll es noch einmal zur Freundin in die USA gehen? Auch kein Problem! Solange Mutter und Baby gesund sind, sind selbst Langstreckenflüge okay. Im Idealfall sollte das Reiseziel jedoch möglichst nicht weiter als vier Stunden entfernt sein.
Bis zur 36. Schwangerschaftswoche werden Schwangere von den Fluggesellschaften problemlos mitgenommen, wobei die einzelnen Airlines unterschiedliche Regeln haben. Trotzdem solltest Du ab der 28. Schwangerschaftswoche ein ärztliches Attest mitnehmen, in dem bescheinigt wird, dass Du nicht unmittelbar vor der Geburt stehst. Nach Ablauf der 35. Woche gilt allerdings bei fast allen Fluggesellschaften "Startverbot". Damit das Baby nicht im Flugzeug geboren wird, wirst Du selbst mit einem ärztlichen Attest nicht mehr befördert .
Am besten gibst Du bereits bei der Buchung an, dass Du schwanger bist und lässt Dir einen Sitz in der vordersten Reihe oder am Gang reservieren. Denn hier hast Du mehr Beinfreiheit. Trage im Flugzeug möglichst bequeme, lockere Kleidung, um die Blutzirkulation nicht zu behindern. Und stehe während des Flugs mindestens einmal pro Stunde auf und gehe ein paar Schritte auf und ab, um die Venen zu entlasten und einer Thrombose vorzubeugen. Neigst Du zu Krampfadern, solltest Du zudem Stützstrümpfe tragen. Schwangere Frau im Flugzeug iStock, vsurkov

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Tipp: Mit Attest einchecken!

Allerdings solltest Du es als werdende Mutter vermeiden, allzu häufig in den Flieger zu steigen. Das Hauptargument gegen das Fliegen in der Schwangerschaft ist der geringere Sauerstoffgehalt der Atemluft in der Maschine. Untersuchungen haben jedoch nachgewiesen, dass selbst bei Langstreckenflügen das Herz des Embryos genauso schnell schlug wie auf ebener Erde - egal, ob bei Start, Landung oder auf voller Flughöhe. Das ist für die Forscher ein sicheres Zeichen dafür, dass das Kind optimal mit Sauerstoff versorgt wird. Ebenso gelten Lärm, Vibration und Beschleunigung für den Fötus unbedenklich. Du musst Dir auch keine Sorgen machen, dass eventuelle Turbulenzen vorzeitige Wehen auslösen könnten - bislang wurde kein Zusammenhang zwischen mechanischen Einflüssen und vorzeitiger Wehentätigkeit festgestellt.
Auch die Strahlenbelastung ist nicht gefährlich, solange die Passagierin nicht mindestens 120.000 Flugkilometer im Jahr zurücklegt. Deshalb darf laut deutschem Mutterschutzgesetz eine schwangere Stewardess keinen Dienst mehr in der Luft ausüben.
Die Erfahrungen seit den 70er-Jahren lassen keinen Zusammenhang zwischen Fehlgeburten oder Fehlbildungen und dem Fliegen erkennen. Sinnvoll ist ein Gespräch mit dem Arzt trotzdem bei einer Risikoschwangerschaft oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. Auch wenn Du unter starker Fluganst leidest, solltest Du Dich beraten lassen.

So vergeht die Reise wie im Flug

  • Trinke ausreichend - das ist gut für die Durchblutung.
  • Wähle einen Platz mit ausreichend Beinfreiheit und am Gang. Dann kannst Du immer aufstehen und Dir die Beine vertreten. Mache das ruhig alle halbe Stunde.
  • Lasse Deine Füße und Zehen hin und wieder kreisen.
  • Lege den Sicherheitsgurt unter dem Bauch an.

Bequem ans Ziel: Unterwegs mit der Bahn

Die Bahn ist für Schwangere das komfortabelste Verkehrsmittel, weil sie jederzeit aufstehen und herumlaufen können. Um langes Stehen im Gedränge zu vermeiden, aber auf jeden Fall Plätze reservieren - und zwar für Hin- und Rückfahrt!
ELTERN online-Tipp: Frauen, die nichts Schweres mehr tragen können und ohne Begleitung reisen, sollten sich nach dem Kuriergepäck und Gepäckträger-Service der Deutschen Bahn erkundigen.