Süße Babynamen
 
Altdeutsche Vornamen: So schön kann Tradition sein

Damit hätte vor 15 Jahren wohl keiner gerechnet: Die alten, klassischen deutschen Vornamen haben den Staub der Geschichte abgeschüttelt und sind moderner und angesagter als je zuvor. Grund genug für uns, einen Blick auf die schönsten altdeutschen Namen für Mädchen und Jungen zu werfen. Vielleicht ist ja der ein oder andere Name für dich dabei.

Kleiner Vintage-Junge steht am Hauptbahnhof
iStock, tatyana_tomsickova
Auf einen Blick
Artikelinhalt
  • Althochdeutsch hat sich aus der indogermanischen Sprachfamilie entwickelt.
  • Heutige Eltern sind traditionsbewusster und konservativer eingestellt, als die Generationen der letzten Jahrzehnte.
  • Namensforscher sind sich einig, dass sich Vornamentrends circa alle vier Generationen wiederholen.
  • Bald könnten also Namen, die in den 50er oder 60er Jahren ihre Hochphase hatten, wieder in Mode kommen.

Verstaubt? Von wegen! Die eigene Familiengeschichte hält oftmals zahlreiche wunderbare Babyamen bereit. Das entdecken inzwischen auch immer mehr werdende Eltern. Während alte deutsche Namen lange Zeit als angestaubt und unmodern galten, tauchen Klassiker wie Luise, Thea oder Lotte seit einiger Zeit wieder häufiger in Geburtsanzeigen auf. Die hippen, kurzen Kindernamen, die sich in den letzten Jahren an der Spitze der Hitliste der beliebtesten Vornamen tummelten, werden so allmählich abgelöst.

Bist auch du auf der Suche nach einem modernen, klangvollen Vornamen für dein Mädchen? Oder interessierst du dich für moderne, angesagte Jungennamen? Dann lass dich doch einfach von unserer Auswahl inspirieren. Außerdem kannst du dich auch selbst in deinem Umfeld umschauen. Welche seltenen, vergessenen oder längst wieder trendigen Vornamen verstecken sich in deiner Familiengeschichte?

Altdeutsche Vornamen: Diese Namen haben Vintage-Charme

Kleines Mädchen steht auf der Wiese und hat einen Ball in der Hand
iStock, Shanina

Hier kommen 50 charmante altdeutsche Vornamen als Vorschläge für dein Kind.
 

Name Herkunft Bedeutung
Agnes Griechisch die Heilige, die Geweihte
Alwin Althochdeutsch edler Freund
Anna Hebräisch die Begnadete
Anton, Antonia Lateinisch aus dem Geschlecht der Antonier
Arthur Keltisch der Bärenstarke
August Lateinisch der Erhabene
Benno Althochdeutsch stark und mutig
Charlotte Althochdeutsch die Tüchtige, die Freie
Clemens Lateinisch der Sanftmütige, der Milde
Dorothea Griechisch Gottesgeschenk
Elisabeth Hebräisch mein Gott ist Fülle
Emil Lateinisch der Wetteifernde
Emma Germanisch die Allumfassende
Ferdinand Gotisch kühner Beschützer
Franka Germanisch die Freie, die Mutige
Franz Althochdeutsch der Freie, der Franke
Frederick Althochdeutsch der Friedensreiche
Georg Griechisch der Landmann
Greta Griechisch die Perle
Gustav Altnordisch Stab Gottes
Hagen Althochdeutsch der Heger, der Beschützer
Hans Hebräisch Jahwe ist gnädig
Helene Griechisch die Sonnenhafte, die Strahlende
Henri Französisch Heimat und Macht
Henriette Französisch die Hausherrin
Jakob Hebräisch Jahwe möge schützen
Johann, Johanna Hebräisch der Herr ist gnädig
Josephine Hebräisch Gott vermehrt
Julius Lateinisch aus dem Geschlecht der Julier
Justus Lateinisch der Gerechte
Karl, Karla Althochdeutsch der / die Freie, der Mann / die Frau
Karolina Althochdeutsch die Geliebte
Kasimir Slawisch der Friedensbringer
Kaspar Persisch der Schatzmeister
Katharina Griechisch die Reine
Konrad Althochdeutsch kühner Ratgeber
Konstantin Lateinisch der Standhafte, der Beständige
Lorenz Lateinisch der Lorbeerbekränzte
Luise Althochdeutsch die Weise
Margarete Griechisch die Perle
Maximilian Lateinisch der Größte
Oskar Altnordisch mit Speer
Otto Althochdeutsch der Besitzer, der Erbe
Paul Lateinisch der Kleine, der Geringe
Richard Althochdeutsch starker Herrscher
Robert Germanisch von glänzendem Ruhm
Simon, Simone Hebräisch von Gott erhört
Theresa Griechisch von der Insel Thera stammend
Viktoria Lateinisch die Siegerin
Wilhelm, Wilhelmine Althochdeutsch entschlossene/r Beschützer/in
singlePlayer

Ab wann spricht man von altdeutschen Vornamen?

Von altdeutschen Vornamen spricht man meist, wenn ihre Bedeutung bis ins Mittelalter oder sogar in die Antike zurückreichen. Oft wird auch von Altdeutsch gesprochen, wenn die Namen zuletzt vor vielen Jahren in Deutschland populär waren. Diese traditionellen alten deutschen Namen stammen vielfach auch aus dem Althochdeutschen: Albert, Bruno, Karla oder Luise zum Beispiel. Althochdeutsch hat sich aus der indogermanischen Sprachfamilie entwickelt und ist eigentlich ein Zusammenschluss verschiedener Dialekte.

Start mit Baby: 12 wichtige Fragen und Antworten

Weiterlesen

Warum sind altdeutsche Vornamen so populär?

Wer seinem Kind einen traditionellen, altdeutschen Vornamen gibt, der hebt es mittlerweile aus der Masse hervor. Gerade in Zeiten anglisierter und von TV-Serien inspirierter Namen oder skurriler Neuschöpfungen klingt es meist erfrischend, die traditionellen Klassiker zu hören.

So denken zumindest immer mehr werdende Eltern. Während in den vergangenen Jahren Originalität und Individualität an der Tagesordnung waren, besinnen sich heutige Mütter und Väter immer stärker auf ihre eigene Familiengeschichte. Alte, klassische Namen, die an die Generation der Omas und Opas erinnern, haben deshalb zunehmend Konjunktur.

Manche Evergreens waren allerdings schon immer recht beliebt und sind nie richtig verschwunden. Paul, Emma oder Anna zum Beispiel waren schon vor über hundert Jahren sehr beliebt in Deutschland. Nachdem sie zwischen den fünfziger und siebziger Jahren immer seltener wurden, nahm ihre Popularität seit den Achtzigern wieder kontinuierlich zu.

Altdeutsche Vornamen: Spagat zwischen Tradition und Moderne

Junge und Baby stehen im Laufstall
iStock, Shanina

Wie lässt sich dieser Trend erklären? Namensforscher haben erkannt, dass sich Eltern mit altdeutschen Namen bewusst vom regelrechten Wettbewerb um die ausgefallensten Babynamen abgrenzen. Sie sind heute traditionsbewusster und konservativer eingestellt als die Generationen in den Jahrzehnten zuvor.

Mit Namen wie Emma, Johanna oder Karla schaffen sie einen spannenden Spagat zwischen Tradition und Moderne, Vergangenheit und Gegenwart. Auch altdeutsche Jungennamen wie Friedrich, Richard oder Karl, die über lange Zeit nur selten vergeben und als längst nicht mehr zeitgemäß empfunden wurden, feiern nun ein regelrechtes Comeback.

Bleiben altdeutsche Namen modern?

Ist dieser Trend nachhaltig und sind altdeutsche Namen auch in zehn oder zwanzig Jahren immer noch beliebt? Das lässt sich nicht mit letzter Gewissheit sagen, denn Trends kann man nur sehr schwer voraussagen. Namensforscher sind sich allerdings einig, dass sich Vornamentrends regelmäßig wiederholen. In Deutschland kehren Moden circa alle vier Generationen – also ungefähr alle hundert Jahre – wieder.

Schon bald könnten also Namen wie Petra, Sabine oder Bernd, die schon lange nicht mehr zu den Trendnamen gehören und in den 50er oder 60er Jahren ihre Hochphase hatten, wieder in Mode kommen. Spätestens in dreißig bis vierzig Jahren, wenn wieder vier Generationen zwischen dem ersten Auftreten und der Renaissance der vergessenen Vornamen liegen.